Von Harriet Austen, IHK-Magazin 7-8/2026
„Der Leistungssport ist die beste Grundschule für das Unternehmertum“, sagt Fritz Kreutzpointner, seine beiden Töchter Jacqueline Kreutzpointner und Alesia Kreutzpointner stimmen zu. Alle 3 verbindet ein Faible für den Automobilrennsport, den der Vater 5 Jahre lang professionell betrieb; die Zwillinge jagen heute noch über den Nürburgring.
Dabei lernt man offenbar eine Menge: Zeitmanagement, Teamgeist, Disziplin, strategisches Denken, Strukturen einhalten, Umgang mit Druck und Rückschlägen – in der Tat wesentliche Fähigkeiten, um ein Unternehmen zu leiten. „Ich habe in jedem Fall davon profitiert“, sagt Fritz Kreutzpointner.
Mit Hightech zurück zum Erfolg
Er hat die Erfolgsgeschichte von Großvater und Vater fortgesetzt und die Elektro Kreutzpointner GmbH aus Burghausen innerhalb von 24 Jahren zu einer Hightech-Gruppe geformt, spezialisiert auf Elektro- und Informationstechnik mit 7 eigenständigen Gesellschaften. Dabei war sein Start im elterlichen Betrieb alles andere als einfach.
Ende der 1990er-Jahre, als er in die Geschäftsführung einstieg, lief es nicht gut für das Unternehmen. „Wir waren durch zu große Projekte, aber auch Pech in eine bedenkliche Delle geraten“, sagt Kreutzpointner. Wie es gelang, das Unternehmen wieder zu stabilisieren? „Wir fokussierten uns auf das, was wir gut konnten.“
Kreutzpointner setzte auf das Potenzial und hohe Engagement der Mitarbeiter, legte den Schwerpunkt auf langjährige, bewährte Kunden in der Chemieindustrie wie Wacker Chemie AG, OMV AG sowie den Chemiepark Gendorf und pausierte mit den Großprojekten in München, denen heute sein besonderes Interesse gilt.
„Unternehmer im Unternehmen“
Gleichzeitig etablierte er eine neue Führungskultur: klare Aufteilung der betrieblichen Leistung in 4 Segmente, genaue Zuordnung von Kompetenzen und Verantwortung mit Geschäftsplänen und -zahlen, Führungskräfteschulungen. „Ich habe sozusagen Unternehmer im Unternehmen implementiert“, so der Geschäftsführer. Nach einigen Jahren war die Wende geschafft.
Neue Standorte in Österreich und Rumänien sowie Firmengründungen in den Bereichen regenerative Energien, Sicherheitstechnik und Business-Software stellen die Gruppe breiter auf und erlauben Synergieeffekte zwischen den Gesellschaften. „Mir macht am meisten Spaß, aus den gegebenen Möglichkeiten etwas zu gestalten“, sagt Kreutzpointner. Sein oberstes Ziel sei es, „ein begehrenswertes Unternehmen zu bleiben, sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter“.
Vertrauen, Bodenständigkeit, Anstand
Um jeden Preis wachsen will er nicht, wie er immer wieder betont. „Wir wollen sympathisch gewinnen“, lautet der Firmenleitspruch, den Gründer Fritz Kreutzpointner der Erste 1923 prägte. Damit verbindet die Firma Werte wie Vertrauen, Bodenständigkeit, Anstand und vor allem eine hohe Verantwortung für die Mitarbeiter und deren Familien.
„Wir wären nichts ohne unsere Kollegen“, bestätigt Alesia Kreutzpointner. Sie und ihre Schwester entschieden sich genauso wie ihr Vater schon früh für den Einstieg in den Familienbetrieb und wollen ihn in eine digitale und nachhaltige Zukunft führen. „Familienunternehmen sind im Grunde am nachhaltigsten, weil wir Verantwortung übernehmen, langfristig denken und den Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bieten“, findet sie.