Immer 2 Schritte voraus bei Technologie und Design
Damit das gelingt, versuchen die U-Experten, ihren Kunden immer 2 Schritte voraus zu sein. Sie investieren viel Zeit und Energie in Forschung und Recherche. Sie besuchen internationale Messen, studieren Innovationsstudien und führen auch selbst welche durch. Durch das Ausloten von Trends erfahren die Spezialisten nicht nur, was ihre eigenen Kunden brauchen, sondern auch, was sich deren Kunden wünschen. Sowohl bei der Technologie als auch beim Design.
Mahlwerk mit Cloudlösung
So wie beim Mahlwerk für die Marke Mahlkönig. Die U-Experten erhielten von dem Hamburger Kaffeemühlenhersteller Hemro den Auftrag, das bis dahin mechanisch gesteuerte Vorgängermodell mit moderner Elektronik auszustatten und zugleich an eine Cloudlösung anzubinden. Gleichzeitig stand ein Redesign an. Keine einfache Mission: Unter Baristas genießt der Mahlkönig einen ähnlichen Kultstatus wie der Porsche 911 in der Automobilwelt.
Bis zur Marktreife dauerte die Entwicklung 24 Monate. Statt mit einer Drehscheibe lässt sich der Mahlgrad nun manuell-motorisiert per Touchscreen einstellen. Das Schleifpapier, mit dem Baristas auf internationalen Wettbewerben das Mahlwerk noch kurz angeschliffen haben, kann nun zu Hause bleiben, denn die Mühle hat eine Präzision von einem Mikrometer, also 0,001 Millimeter. Das neue Design wurde unter anderem mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.
Fachliche und menschliche Expertise
Damit aus einer guten Idee ein Geschäft wird, braucht es nicht nur die fachliche Expertise der Industriedesigner, Hardware- und Softwareentwickler, Projektmanager, Systemingenieure, Produktions- und Herstellungsmitarbeitenden sowie Berater. „In einer Ära, in der KI Wissen zugänglicher macht, werden die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen, und der Umgang mit Menschen zu zentralen Kompetenzen“, sagt Jonke.
Um zu verhindern, dass die Mitglieder der interdisziplinären Teams in ihren Fachsilos bleiben, wurde die UX Academy eingerichtet. „Dort trainieren wir unsere Mitarbeitenden aus 24 Nationen in überfachlichen Kompetenzen“, sagt Jonke.
Training in Teamgeist
Soft Skills wie Problemlösungskompetenz und Teamgeist werden hier geschult, aber auch die Kommunikationsfähigkeit. „Die Produkte, die wir entwickeln, sind heute so komplex, dass mehrere Teams aus unterschiedlichen Disziplinen gleichzeitig daran arbeiten. Sie sollen in der Lage sein, so zusammenzuarbeiten, dass am Ende der Projekterfolg steht“, sagt der Geschäftsführer.
Das 1975 in Gilching gegründete Unternehmen war lange überwiegend im DACH-Raum tätig. Nach der Übernahme durch die französische Steliau Technology Group vor 2 Jahren will die UX Gruppe nun in Ländern wie Italien, Spanien oder Frankreich deutlich stärker aktiv werden. Wichtige Märkte sind außerdem Kanada sowie die USA, wo die Gilchinger 15 bis 20 Prozent ihres Umsatzes machen.
Experimente erwünscht, Scheitern erlaubt
Um Neuerungen und Lösungen ins Unternehmen zu bringen, rät Jonke kleinen und mittleren Firmen, neue Denkweisen zu unterstützen und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern. Es gehe darum, ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen, in dem Experimente ausdrücklich erwünscht sind und Scheitern als Lernchance gilt. „Jede Idee zählt, egal ob sie vom Management oder vom Werkstudenten kommt“, so Jonke.
Für ihn sind Innovationen kein Thema der Theorie, sondern der Praxis. „Sie funktionieren nicht durch Anweisung, sondern durch Erlebbarkeit“, sagt der Unternehmenschef.
Erst kürzlich haben die U-Experten zum Beispiel im ersten Stock des Gebäudes eine Pappküche aufgebaut, ausgestattet wie ein Bestelltresen im Fast-Food-Restaurant. Sie wollten Antworten finden auf die Frage, wie künstliche Intelligenz dort eingesetzt werden kann.
Wenn die Kasse die Pommes anwirft
So entstand etwa die Idee, dass die Kasse die Fritteuse anwirft, sobald ein Kunde seine Pommes bezahlt hat. Außerdem empfiehlt Jonke Unternehmen den kontinuierlichen Austausch für neue Impulse – sowohl intern als auch mit externen Partnern, Kunden oder Start-ups. „Da draußen gibt es noch viel mehr gute Ideen“, ist sich Jonke sicher.