Von Lisa Priller-Gebhardt, IHK-Magazin 7-8/2026
Wie wäre es, wenn die Waage im Supermarkt nicht nur den Preis für die Tomaten liefert, sondern gleich einen Bon mit passenden Rezeptideen – inklusive Wegweiser durch die Gänge und aktueller Preise der benötigten Zutaten? Gleichzeitig könnte die Technologie im Hintergrund für den Händler die Bestände im Blick behalten, rechtzeitig Alarm schlagen bei Engpässen sowie die optimale Bestellmenge für die nächste Lieferung planen. So würden Abläufe effizienter, Entscheidungen präziser und Lebensmittelverschwendung messbar reduziert.
So eine schlaue Waage ist zwar noch Zukunftsmusik, doch in Gilching bei München beschäftigen sich 220 Mitarbeitende tagtäglich mit der Entwicklung von Produkten, die in Zukunft weltweit gefragt sein werden. „Die Entwicklungssprünge durch die Themen KI, Sicherheit, Cloudlösungen sind so enorm, dass Unternehmen mit den Anforderungen nicht hinterherkommen“, sagt Alexander Jonke. Er ist Geschäftsführer der UX Gruppe, eines europäischen Hightech-Dienstleisters und Design-Lieferanten.
Erfindergeist als Dienstleistung
So unterhalten Unternehmen wie der Hersteller von Kücheneinbaugeräten BORA, das Pharmaunternehmen Merck oder der Kaffeemaschinenproduzent Franke zwar eigene Entwicklungsabteilungen, setzen aber dennoch auf den Erfindergeist der UX Gruppe. „Unsere Auftraggeber greifen auf uns zurück, weil wir etwas können, wofür sie selbst oftmals keine Kapazitäten haben“, sagt der studierte Betriebswirt.
Wer an der Spitze mitspielen will, muss zunehmend Lösungen und Plattformen entwickeln, die die Hardware – das eigentliche Produkt – nahtlos mit Software und künstlicher Intelligenz (KI) verzahnen. In dem 2-stöckigen Gebäude im Gewerbegebiet Gilching-Süd bei München findet sich das gesamte Leistungsspektrum unter einem Dach: Beratung, Design, Systementwicklung und Fertigung. Die Kompetenzen sind in der Unternehmensgruppe gebündelt, zu der die 3 GmbHs Ultratronik, basysKom und Imago Design gehören. „Zusammen sind wir die U-Experten“, sagt Jonke.
Hier entstehen Produkte mit so hohen Anforderungen, dass ihre Entwicklung oft 2 bis 3 Jahre dauert – und die dann auch mindestens 10 Jahre im Einsatz bleiben sollen. „Es steht nicht nur die lange Nutzbarkeit im Fokus, sondern auch die Wertschöpfung für unsere Kunden“, sagt der Geschäftsführer.