Allzu viele erinnern sich an den legendären Satz des damaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage „The games must go on“, an die Worte des Münchner Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel (SPD), der die Spiele in vor und nach dem Attentat am 5. September 1972 einteilte. Und alle Zeitzeugen erinnern sich, dass aus dem „Millionendorf“ die „Weltstadt mit Herz“ wurde – und es seither ist. Der architektonisch ikonische Olympiapark zieht bis heute jährlich mehrere Millionen Besucher an.
„Alles unter einem Dach“
„Es wäre ein tolles Narrativ, wenn die Olympischen Sommerspiele nach mehr als 60 Jahren wieder in München ausgetragen würden“, sagt Schöne, die noch bis Ende 2026 Olympiapark-Chefin ist. Ein Großteil der Wettbewerbe würde im Olympiapark stattfinden, dem Herzstück des Bewerbungskonzepts – im Stadion etwa Leichtathletik-Wettbewerbe.
„Alles unter einem Dach“ soll das Motto der Spiele der kurzen Wege sein, immerhin befinden sich 90 Prozent der Spielstätten in einem Radius von weniger als 30 Kilometern rund um das Olympische Dorf.
Ziel: ressourcenschonend und energieeffizient
Und wieder könnte die Landeshauptstadt zeigen, dass Olympia Aufbruchstimmung erzeugt. Wie damals, als die S-Bahn-Stammstrecke, die erst 1974 in Betrieb gehen sollte, plötzlich doch pünktlich zur Eröffnungsfeier im August 1972 fertig war. So könnten in den nächsten Jahren wichtige bereits geplante Projekte bei Wohnungsbau und Infrastruktur in Angriff genommen und schneller fertiggestellt werden.
Es könnten zudem nachhaltige und ressourcenschonende Spiele werden, denn die heimischen Betriebe könnten zusammen mit den Veranstaltern neue Standards in der Bauweise, in der Energieeffizienz und der Stadtentwicklung setzen.
Klares Ja der Münchner Bevölkerung
Die Münchner haben sich bereits für die Spiele ausgesprochen. Im vergangenen Herbst 2025 sagten sie in einem Bürgerentscheid mit einer deutlichen Mehrheit von 66,4 Prozent klar Ja zu Olympia. Die Gründe sind vielfältig. Nach den European Championships 2022 ist der Wunsch nach einem erneuten großen Sportfest in der Stadt stark. Ein weiteres zentrales Argument ist, dass München bereits über etliche Sportstätten verfügt, insbesondere den Olympiapark. Die Sanierung dieser Anlagen statt umfassender Neubauten ist nachhaltig.
Schub für Infrastruktur und Wohnungsbau
Hinzu kommt, dass im Anschluss an die Spiele „urbane Sportarten“ für die Bevölkerung im erweiterten Olympiapark bestehen bleiben. Von der Nachnutzung profitieren die Münchner Sportwelt und Bevölkerung: In den Sportstätten von 1972 trainieren heute Sportvereine und ist der Sportnachwuchs zu Hause.
Auch dringende Infrastrukturprojekte erhalten im Rahmen von Großereignissen wie Olympia in der Regel einen Schub – auch finanziell. Paris erlebte durch die Olympischen Spiele 2024 einen signifikanten Ausbau der Infrastruktur, besonders in den nördlichen Vororten. Es wurden der Nahverkehr ausgebaut, 180 Kilometer Radwege angelegt, die Wasserqualität der Seine verbessert und das Olympische Dorf in Wohnraum umgewidmet.
Ein solcher Schub wäre auch für München wünschenswert, mit einem Turbo beim Wohnungsbau, dank des Olympiadorfs im Münchner Nordosten, mit Projekten im öffentlichen Nahverkehr wie dem U-Bahn-Ausbau oder der ICE-Anbindung des Flughafens.