Das Ergebnis der Anstrengungen: Das Unternehmen erscheint mit seinen Hotels und Restaurants in den KI-Suchanfragen der potenziellen Gäste. Dass solche Maßnahmen wichtig sind, wurde den Verantwortlichen klar, als sich das Verhältnis von Buchungen über die hauseigenen Webseiten zu solchen über digitale Plattformen wie booking.com positiv zugunsten der direkten Buchungen zu verschieben begann.
Personalisierte Vorschläge als Trumpf
„Das ist ein Indiz dafür, dass vermehrt über LLMs gesucht und gebucht wird“, sagt Skupsch. Mit den vom Unternehmen umgesetzten Maßnahmen verstärkt sich dieser Trend: Buchungen über die eigenen Webseiten nehmen weiter zu.
Der Münchner Mietwagen-Broker Sunny Cars GmbH berichtet ebenfalls von Verschiebungen der Buchungsanfragen von Suchmaschinen wie Google hin zu KI-Tools. Aus diesem Grund bauen die Münchner LLMs in ihre Websites ein. „Das macht die Buchung für die Kunden noch leichter, vor allem bekommen die personalisierte Vorschläge“, sagt Sunny-Cars-Geschäftsführer Thorsten Lehmann.
KI-Agenten optimieren Prozesse
Das Unternehmen gibt laut Lehmann mindestens eine Million Euro pro Jahr für die Implementierung von KI aus. Es hat sich einen Experten ins Haus geholt, ein eigenes Team gebildet. Dabei soll KI kein Selbstzweck sein. Es werde immer geprüft, ob der Einsatz sinnvoll ist. Den neuen Technologien offen gegenüberzustehen, sei Teil der Unternehmenskultur: „Wir wollen immer Innovationsführer sein“, sagt Lehmann. Darauf basiere der wirtschaftliche Erfolg.
Deshalb beschäftigt sich der Autovermieter schon lange mit der Optimierung von Prozessen und eben auch mit allen neuen technologischen Entwicklungen, derzeit zum Beispiel mit „Agentic AI“. Dabei übernehmen KI-Agenten zum Beispiel eigenständig Produktsuche, Vergleich und Buchung.
21 Prozent mehr Buchungen
Gleichzeitig legt Sunny Cars bei allen neuen KI-getriebenen Entwicklungen hohen Wert auf Sicherheit und Genauigkeit. „Wenn jemand seinen Mietwagen um 13 Uhr abholen will, darf der nicht erst um 14 Uhr zur Verfügung stehen“, sagt Lehmann.
Offenbar fährt Sunny Cars gut mit dieser Strategie. Das Unternehmen, seit der Gründung 1991 inhabergeführt, erwirtschaftete zuletzt 450 Millionen Euro Umsatz bei etwa einer Million Buchungen. Im vergangenen Geschäftsjahr erhöhte sich die Zahl der Buchungen um mehr als 21 Prozent.
Content-Aktualität ist das A und O
Firmen mit weniger Umsatz und Ressourcen in der IT-Abteilung können sich an spezialisierte Anbieter wenden. Bruno Löw, Geschäftsführer des Münchner Onlinemarketing-Spezialisten adMates GmbH, empfiehlt Unternehmen aus der Tourismusbranche, „eine Strategie aufzubauen, um in den Sprachmodellen sichtbar zu werden“. Das lohne sich schon ab einer mittleren Firmengröße, bei Hotels zum Beispiel ab 25 Zimmern.
Welche Maßnahmen Unternehmen einfach selbst umsetzen können? Entscheidend, sagt adMates-Chef Löw, sei „Content-Aktualität“, also die regelmäßige Pflege der Website mit neuen Inhalten. Dabei sei es wichtig, so einfach wie möglich zu schreiben – und FAQs einzusetzen. Diese Sammlungen häufig gestellter Fragen mit den dazugehörigen Antworten kommen bei ChatGPT & Co. besonders gut an.