Von Sabine Hölper, 7/2026
Im Jahr 2013 hat Tanja Brunnhuber die Strategieberatung für Tourismus und Kommunen „destination to market“ in Lenggries gegründet – und sich sofort zur Altersvorsorge beraten lassen. „Ich habe von Anfang an verstanden, dass eine Absicherung wichtig ist“, sagt die 52-Jährige. Und sie wusste: Sie kann weiterhin in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder aber privat Vorsorge betreiben. Gemeinsam mit einem unabhängigen Berater entschied sie sich für letzteres: eine private Rentenversicherung, die auf mehreren Säulen steht.
Keinen Mut zur Lücke
Jeder Selbstständige sollte im eigenen Interesse vorbeugen. „Sie müssen Altersvorsorge betreiben, weil sie keine automatische gesetzliche Absicherung haben und ihre Rente komplett selbst aufbauen müssen“, sagt IHK-Expertin Julia Fuchs, IHK-Referentin Selbstständige „Ohne frühzeitige Vorsorge kann im Alter schnell eine finanzielle Versorgungslücke entstehen.“
In der Praxis ist das leider oft der Fall. „Zu viele Inhaber kleiner Unternehmen und Soloselbstständige fallen im Alter in die Grundsicherung“, sagt Frauke Kamp, Referentin für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht bei der IHK für München und Oberbayern. Deshalb plant der Gesetzgeber die Einführung einer Altersvorsorgepflicht für Selbstständige, die bisher keinem obligatorischen Alterssicherungssystem unterliegen.
Übergangsregelung gewünscht
Das ist grundsätzlich begrüßenswert – sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Die IHK für München und Oberbayern etwa fordert folgende Rahmenbedingungen:
- Wahl zwischen verschiedenen Altersvorsorgemöglichkeiten
- Pfändungs- und insolvenzsichere Altersvorsorge anstreben
- Mindestsicherungsniveau sicherstellen
- Karenzzeit für Gründer beachten
- Übergangsregelung bei Einführung, insbesondere für Ältere
„Die Pflicht sollte nur für neue Gründer gelten und es sollte keine Pflicht für eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung geben“, ergänzt Kamp.
Erster Schritt: Bedarf ermitteln
Die Ergebnisse der aktuellen Reformdiskussion sollten noch abgewartet werden, bevor man sich entscheidet konkrete Produkte abzuschließen. „Dennoch sollte man keineswegs die Hände in den Schoß legen“, rät Kamp.
Was Selbstständige aktuell bereits tun können:
- Ihren Bedarf fürs Alter ermitteln.
- Sich bei einem unabhängigen Berater unverbindlich über Optionen informieren.
- Monatlich einen Geldbetrag zur Seite legen.
- Sich zum Thema informieren und aktiv in die Diskussion einbringen.
Und auch wer schon heute gut vorsorgt, sollte – in regelmäßigen Abständen – tätig werden, lautet der Expertenrat. So wie Brunnhuber: „Ich habe meine Absicherung im Laufe der Zeit immer wieder angepasst.“