Gut vorbereitet zum Kunden
Thorsten Grantner hat den Schritt zum selbstständigen Umweltgutachter 2009 gemacht. „Mich haben Nachhaltigkeit, Umweltschutz und die regenerativen Energien immer schon interessiert. Nach meinem Studium der Umwelttechnik und einschlägigen Berufserfahrungen ergab sich die Gelegenheit.“ Grantner legte die Prüfung vor der DAU ab und ist seitdem mit der OmniCert Umweltgutachter GmbH in Bad Abbach selbstständig. Zu seinen Prüfungsschwerpunkten gehören Energieerzeugung und Energiemanagement.
Das wachsende OmniCert-Team macht seine Arbeit mit viel Begeisterung und großer Akribie. „Die Regulierungs- und Prüfungsdichte steigt ständig. Daher sind eine gute Vorbereitung und ein stringent organisierter Prüfungsprozess sehr wichtig“, betont Grantner.
Zielgruppengerechte Kommunikation
Was sollten zukünftige Umweltgutachter außer Motivation, Fachkunde, Organisationstalent und Sorgfalt noch mitbringen? „Wichtig sind gute Kommunikationsfähigkeiten: Man muss mit einem CEO anders sprechen als mit dem Umweltmanagement oder mit Mitarbeitenden in der Produktion. Der CEO fragt nach Strategien, das Umweltmanagement braucht praktische Informationen. Ein Umweltgutachter muss alle gleichermaßen erreichen und mitnehmen.“ Und dabei sachlich bleiben, nicht missionarisch werden, betont Grantner.
Oft und viel unterwegs
Zudem sollten sich die zukünftigen Umweltgutachter auf viele Straßenkilometer einstellen: „Wir sitzen viel im Zug oder Auto – wir bei OmniCert im Übrigen in E-Autos –, fahren von einem Kunden zum nächsten. Mit Familie und Privatleben ist das manchmal schwer vereinbar. Auch das sollten Interessierte wissen.“
Gründen mit Backup
Zum Schritt in die Selbstständigkeit sagt Grantner: „Hohe Gründungskosten fallen nicht an, es braucht Rechner und ein Büro.“ Er betont aber auch: „Umweltgutachter und -gutachterinnen prüfen auch große Unternehmen, das dauert oft mehrere Wochen. Man kann auf unerwartete Risiken stoßen, da ist ein Back-up wichtig.“ Für die, die eine Soloselbstständigkeit planen, heißt das, auf jeden Fall in Vollzeit zu gründen und die Vernetzung und Kooperation mit anderen Gutachtern zu suchen. Auch im Team zu gründen kann zielführend sein.
Ansonsten, sagt Grantner, könne er die Tätigkeit als Umweltgutachter sehr empfehlen: „Als Gutachter dürfen wir sehr neugierig sein, alle Fragen stellen. Wir lernen immer wieder Neues darüber, wie Dinge in Unternehmen funktionieren, und bringen zudem sinnstiftend die Nachhaltigkeit in Unternehmen voran. Für mich passt das perfekt.“