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Loyale Mitarbeitende wünscht sich jedes Unternehmen

Loyale Mitarbeitende wünscht sich jedes Unternehmen

© DIVERSITY/Adobe Stock, mit KI generiert

Wie binden Sie Mitarbeitende emotional?

Gerade für kleine Betriebe sind loyale Fachkräfte wichtig. Doch was trägt dazu bei, dass sich Angestellte mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und ihm lange die Treue halten? 4 Unternehmer über ihre Strategien.

Von Sabine Hölper, 3/2026

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Jochen Leufen (64), HeadlineAffairs, München

Jochen Leufen (64), HeadlineAffairs, München
Sinnstiftende Arbeit mit Perspektive bieten

„In meiner PR-Agentur arbeite ich sowohl mit Kunden als auch mit Mitarbeitern in der Regel langfristig zusammen. Ich habe eine feste Kerntruppe von 10 festen Mitarbeitern. Sie haben als Einsteiger angefangen und sind zum Teil schon seit 10 Jahren in der Firma. Dass ich sie langfristig beschäftigen kann, liegt unter anderem an den erwähnten langjährigen Kundenbeziehungen. Sie geben auch finanzielle Sicherheit.

Zudem ermögliche ich meinen Angestellten, dass sie sich stetig weiterbilden und somit weiterentwickeln können. Aktuell thematisiere ich auch meine Nachfolge, die mittelfristig ansteht. Ich zeige den Mitarbeitern Perspektiven auf, die hin bis zur Übernahme der Agentur gehen.

Was ebenfalls zur Loyalität der Beschäftigten beiträgt: Sie machen sinnstiftende Arbeiten, kommunizieren mit unseren Kunden auf Augenhöhe, können flexibel arbeiten. Außerdem vereinbaren wir in jedem Jahresgespräch Ziele. Jeder wird leistungsbezogen vergütet, bekommt Extras wie zum Beispiel ein kostenloses Deutschlandticket.“

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Michaela Nelhiebel (64), Fritz Schneider GmbH, Garmisch-Partenkirchen

Michaela Nelhiebel (64), Fritz Schneider GmbH, Garmisch-Partenkirchen
Fair entlohnen, Geselligkeit fördern

„Unser augenoptisches Fachgeschäft existiert seit 1931, jetzt schon in 4. Generation. Aktuell beschäftigen wir 14 Mitarbeiter. Wir haben ein internes Motto: „Von der Ausbildung bis zur Rente.“ Die Mitarbeiterin, die am längsten dabei war, heute 84 Jahre alt, hat 64 Jahre lang für uns gearbeitet. Wir haben aber viele weitere jahrzehntelange Beschäftigte, einige sind 35 Jahre und mehr bei uns.

Die Loyalität der Mitarbeiter kommt daher, dass wir fair bezahlen, sie sind nicht an Umsatzvorgaben gebunden. Die Trinkgelder werden ebenso fair unter allen aufgeteilt, auch unter denen, die nicht im Kundenkontakt stehen. Noch wichtiger sind unsere geselligen Zusammenkünfte, sei es zum Christkindlmarkt oder zu den Weihnachtsfeiern. Die Fürsorge für unsere Beschäftigten geht aber über Feierlichkeiten hinaus: Freitags spendieren wir Weißwürste, samstags erhält die Belegschaft, die dann im Einsatz ist, ein Mittagessen.“

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Erhan Özhan (41), Infra Hoch GmbH, München

Erhan Özhan (41), Infra Hoch GmbH, München
Raum für Ideen und vertrauensvolle Arbeitskultur

„2015 habe ich das Unternehmen als Einzelunternehmen gegründet, mit dem Anspruch, innovative Ingenieurleistungen für anspruchsvolle Infrastruktur- und Hochbauprojekte zu erbringen.Seit 2024 bauen wir unser Team systematisch aus und stellen fortlaufend qualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure ein.

Viele suchen heute nach einem beruflichen Umfeld, das ihnen echte Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Genau hier setzen wir an. Bei uns finden sie Raum für eigene Ideen, persönliche Entwicklung und eine Arbeitskultur, die Vertrauen und Wertschätzung in den Mittelpunkt stellt.

Wir setzen bewusst auf die Kompetenzen unserer Ingenieurinnen und Ingenieure. Jede und jeder erhält klare Perspektiven, individuelle Förderung und die Chance, das eigene Potenzial in realen Projekten sichtbar zu entfalten. Wertschätzung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind für uns gelebter Alltag. Dieser Ansatz hat ein starkes und engagiertes Team hervorgebracht. Er bildet die Grundlage dafür, dass wir unsere Identität als attraktiver Arbeitgeber weiter stärken.“

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Katrin Becht (47), Herzblut PR & Text, Bernried

Katrin Becht (47), Herzblut PR & Text, Bernried
Präferenzen beachten, wertschätzend kommunizieren

„2012 habe ich die Agentur Herzblut PR & Text gegründet. Seit 2017 unterstützt mich eine freie Mitarbeiterin, seit 2020 eine weitere, ebenfalls freie Mitarbeiterin. Die beiden arbeiten projektweise je nach Auftragsvolumen, eine mehr, die andere weniger.

Mir ist es wichtig, dass sie langfristig für mich tätig sind. Das ist von Vorteil, weil die Mitarbeiterinnen somit die Kunden und Journalisten sowie die Abläufe kennen. Wir sind ein eingespieltes Team, wenn wir auch fast ausschließlich remote arbeiten. Jede macht bei uns das, was ihr am meisten liegt, wo ihre Präferenzen und Neigungen sind. Das gewährleisten wir, in dem wir offen und wertschätzend miteinander kommunizieren, uns abstimmen. So ergänzen wir uns perfekt. Und das ist, so denke ich, ein wesentlicher Schlüssel, um Loyalität zu erzeugen.“