Laptop auf einem Schreibtisch mit der Anzeige „KI für kleine Unternehmen“ und einem Symbol für künstliche Intelligenz auf dem Bildschirm.

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KI für kleine Unternehmen am 27.07.2026

Rückblick: KI für kleine Unternehmen – Praxis trifft auf Innovation

Am 27. Juli 2026 fand erstmals die Veranstaltung „KI für kleine Unternehmen: Praxis trifft auf Innovation“ in den Räumlichkeiten der IHK für München und Oberbayern statt. Ziel des Formats war es, kleinen Unternehmen das Thema Künstliche Intelligenz (KI) näher zu bringen, Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen, Impulse zu geben, relevante Themen in Mikro Circles (Workshops) zu diskutieren sowie den Austausch und das Networking zu fördern.

Von Sommerloch keine Spur in der IHK, im Gegenteil: Mit gut 200 Teilnehmenden am 27. Juli war wieder volles Haus an der Max-Joseph-Straße. Im Atrium der IHK war kein Platz mehr frei. Die Veranstaltung „KI für kleine Unternehmen: Praxis trifft auf Innovation“ hat offenbar den Nerv getroffen. Mit dem KI Bundesverband hatte die IHK für dieses Event einen denkbar kompetenten Kooperationspartner gewonnen.

Verbandsgeschäftsführer Daniel Abbou formulierte das Gebot der Stunde: „Die deutsche Wirtschaft muss KI implementieren.“ Lucas Spreiter, im Verband Leiter der Regionalgruppe Bayern, betonte, KI eröffne dem Mittelstand die riesige Chance, Dinge zu tun, die bislang Konzernen vorbehalten seien. Warum also, das war die Schlüsselfrage der Veranstaltung, steigen die kleinen Firmen nur so zögerlich in das weite Feld KI ein?

Die Deutsche Bank warnt, kein anderes OECD-Mitglied investiere so wenig in KI wie Deutschland. Laut statistischem Landesamt nutzten 2025 nur etwa 29 der Unternehmen in Bayern KI. Und eine Zahl wurde im Atrium mehrmals genannt: Laut einer MIT-Studie scheitern 95 Prozent aller KI-Projekte. Sie kosten den Firmen nur Geld.

Als einen Grund nannte IHK-Referatsleiterin Franziska Neuberger rechtliche Hürden (AI Act der EU, DSGVO). Fasst man die Vorträge dieses Nachmittags zusammen, ergibt sich eine klare Botschaft: KI bringt es nur, wenn sich das Denken der Chefs und der Mitarbeiter fundamental ändert. Der Erfolg ist quasi Kopfsache.

Stefan Mesken, Chief Scientist DeepL, forderte in seiner Keynote denn auch einen „Mindset-Wandel“. KI sei eben kein IT-Projekt. Alle Prozesse müssten „neu gedacht“ werden. Dann könne aus 95 % Scheitern 95 % Erfolg entstehen. Marius Hensch, Chef der Aclue GmbH, argumentierte ähnlich. Der Markt biete viele KI-Lösungen, aber wenig Orientierung. Es sei für ein Unternehmen gut zu wissen, welche Probleme man lösen wolle – und wo die meiste manuelle Arbeit anfalle. Auf der Basis ließe sich entscheiden: Standardtool oder individuelle Lösung.

Phillipp Prestele von der Logiks Solutions GmbH sagte, viele Unternehmer stünden vor der Frage: KI ja, aber wo anfangen? Er riet dazu, sich eine konkrete Aufgabe zu suchen – etwa Kundenbestellungen. Und danach zu messen, was sich mit der KI verbessert habe. „KI tut auch weh“, erklärte Prof. Michi Kraus vom ZM-I. Grund: KI lege offen, wie schlecht Prozesse laufen. Die hilflose Frage „was soll ich jetzt machen?“ verdeutliche ein Führungsproblem.

Was besonders spannend war: Asaad Almutareb lieferte einen Praxisbericht über den KI-Einsatz bei einem Mittelständler. Was nicht funktioniert, ist demnach die Macht-Ihr-mal-Attitüde. KI müsse Chefsache sein, sie brauche gute Daten, Geduld und Teamarbeit. Almutareb sagte, KI sei kein „magischer Knopf“, auf den man drücken könne. KI sei ein stetiger Lernprozess.

Man muss KI nicht zwingend in den USA einkaufen – auch das machte dieser Nachmittag in der IHK klar. Zehn KI-Start-ups präsentierten sich in 2-Minuten-Pitches und später an ihrem jeweiligen Info-Stand. Tanja Knöller vom Munich Innovation Ecosystem hatte einige der Start-ups für diesen Event vermittelt. Das hat den Anspruch der IHK unterstrichen, bei diesem Thema in der Region München ganz vorne mit dabei zu sein.

Darüber hinaus bot die Veranstaltung Raum für Austausch auf Augenhöhe mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern, Lösungsanbietern sowie mit Expertinnen und Experten aus der Praxis. In interaktiven Micro Circles bestand die Möglichkeit, eigene Fragestellungen einzubringen und direkt zu diskutieren.

Agenda

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Franziska Neuberger

Moderation:
Franziska Neuberger, Referatsleiterin Digitalisierung und IKT, IHK für München und Oberbayern

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von links: Lukas Spreiter, Franziska Neuberger

Lucas Spreiter, KI-Bundesverband;

Franziska Neuberger, IHK für München und Oberbayern

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Stefan Mesken

Speaker: Stefan Mesken, DeepL SE

Vortragsinhalt:

Der deutsche Mittelstand ist bekannt für Präzision, Prozessdisziplin und eine gesunde Skepsis gegenüber Hypes — Eigenschaften, die ihn zum Rückgrat der Wirtschaft gemacht haben, die aber auch die Einführung von KI erheblich verlangsamen können. Viele Geschäftsführer haben bereits einen Chatbot getestet oder mit einem KI-Tool experimentiert, nur um es nach dem Abklingen der ersten Neugier wieder in der Schublade verschwinden zu lassen. Das Problem liegt selten in der Technologie selbst, sondern im Fehlen der organisatorischen Struktur und Denkweise, die nötig sind, damit KI-Einführung nachhaltig gelingt.

Kurzbiografie:
Stefan Mesken ist Chief Scientist bei DeepL und verantwortet die strategische Ausrichtung der Forschungsagenda des Unternehmens. Er studierte Mathematik und Informatik an der Universität Münster, wo er zunächst als Forscher tätig war, bevor er 2018 in die KI-Branche wechselte. 2020 stieß er zum Forschungsteam von DeepL, wurde im November 2023 VP of Research und übernahm im April 2025 seine aktuelle Rolle als Chief Scientist. Er lebt und arbeitet in München. Seit 2026 ist er zudem Leiter Innovation in der Regionalgruppe Bayern des KI Bundesverbandes.

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von links: Alexander Falke, Marius Hensch

Speaker: Alexander Falke, Tribe Lead, Aclue GmbH
Marius Hensch, Geschäftsführer, Aclue GmbH

Vortragsinhalt:
Die Auswahl an KI-Lösungen wächst rasant – gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen eine klare Orientierung, welche Ansätze im eigenen Kontext wirklich sinnvoll sind. Gezeigt werden zwei komplementäre Wege:

  • den schnellen Einstieg über Standardtools (z.B. mAIkit)
  • sowie den gezielten Einsatz individueller KI-Lösungen entlang konkreter Geschäftsprozesse

Sie erhalten einen konkreten Entscheidungsleitfaden, mit dem Sie schnell bewerten können, welche Lösung in Ihrem Unternehmen den größten Mehrwert liefert – und wie Sie erste Schritte effizient umsetzen.

Das erwartet Sie im Vortrag:

  • Ausgangssituation in KMU und Mittelstand
  • Zwei Lösungsansätze im Überblick
  • Entscheidungsleitfaden
  • Individuelle Lösungen
  • Konkrete Praxisbeispiele
  • Wirtschaftlichkeit & Einordnung
  • Identifikation relevanter Pain Points

Kurzbiografie:

Alexander Falke ist Tribe Lead und Management Consultant bei der Aclue GmbH. Er verantwortet die Umsetzung von KI- und Softwareprojekten und bringt neue Technologien strukturiert und pragmatisch in bestehende Geschäftsprozesse.

Marius Hensch ist Geschäftsführer der Aclue GmbH und spezialisiert auf die Entwicklung individueller, KI-gestützter Softwarelösungen für den Mittelstand. Sein Fokus liegt darauf, hohe manuelle Aufwände zu identifizieren und durch maßgeschneiderte Lösungen nachhaltig zu reduzieren.

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Phillipp Prestele

Speaker: Phillipp Prestele, Logiks Solutions GmbH

Vortragsinhalte:
500 Werkzeuge, hundert Meinungen – und trotzdem kommt man nicht vom Fleck. So geht es gerade vielen im Mittelstand: Alle reden über KI, aber kaum jemand sagt, wo man konkret anfängt. Genau hier setzt dieser Vortrag an.

Philipp Prestele zeigt praxisnah, was wirklich zählt: welche Anwendungsfälle sich vom ersten Tag an lohnen, wie KI in den bestehenden Arbeitsalltag kommt, ohne dass man alles umkrempeln muss – und wie Unternehmen dabei die Kontrolle über ihre Daten behalten. Kein Hype, keine Buzzwords, sondern das, was am Ende Wirkung zeigt.

Mit dabei: Prof. Michi Kraus (ZM-I) gibt einen ungeschönten Einblick aus der Praxis – inklusive der Lektionen, die man sonst nur durch eigene Fehler lernt.

Das erwartet Sie im Vortrag:

  • Der erste Schritt: Welche KI-Anwendungsfälle sich im Mittelstand wirklich lohnen – und welche man sich sparen kann
  • Einbauen statt umbauen: KI in bestehende Tools integrieren, ohne den ganzen Stack zu sprengen
  • Die unsichtbaren Bremsen: Was Einführungen im echten Betrieb ausbremst – und was sie plötzlich beschleunigt
  • Daten behalten, KI trotzdem nutzen: Souveränität statt Abhängigkeit
  • Was wirklich funktioniert: Ehrliche Learnings aus der Praxis – inklusive der Sachen, die gescheitert sind

Kurzbiografie:
Philipp Prestele ist Gründer und Geschäftsführer der Logiks Solutions GmbH, einem Münchner Softwarehaus für KI und Digitalisierung im Mittelstand. Mit Logiks hilft er Unternehmen, KI im Arbeitsalltag wirklich produktiv einzusetzen – datenschutzkonform und ohne sich von einem einzelnen Anbieter abhängig zu machen. Als Unternehmer kennt er beide Seiten selbst: die Hürden bei der Einführung und das, was am Ende tatsächlich Wirkung zeigt.

Startup-Pitches

Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten einen Einblick in die Best Practices von zehn KI-Startups. Erfahren Sie, was mit KI möglich ist und in welchen Bereichen die Technologien eingesetzt werden. Folgende spannenden Pitches erwarten Sie:

  • Datenzusammenführung für Automatisierung und Regulierung
    Bujar Bakiu, Data Max GmbH
  • Wie deine Daten in Deutschland bleiben
    Denis Amedov, Noirdoc AI
  • KI beginnt nicht mit Technologie
    Stefan Wickenhäuser, Rethinking Job GmbH
  • Finanzplanung mit KI vereinfachen
    Kevin Schuller, finception GmbH
  • AI AGENTS im Kundensupport
    Nicolas Bartschat, AI CONSULT
  • Kollege KI: Smarte Automatisierung fürs Büro
    Martin Braun, NeuroForge GmbH & Co. KG
  • Die Website, die sich selbst optimiert: KI-Agenten für Web, SEO und Sichtbarkeit in der KI-Suche
    Sergej Lotz, webentity.ai
  • Klingelndes Telefon, aber niemand geht ran: Wie ein KI-Telefonassistent den Alltag entlastet
    Daniel Michel, HeyMaria (proxima idea KG)
  • Wissen, was morgen verkauft wird
    Stefan Herbst, Axioom
  • Energiekosten senken mit Autopilot: Wie KI Strom einkauft, speichert und steuert
    Jakob Ackermann, Geschäftsführer, cleverwatt GmbH
  • Einsatz von KI im Qualitäts- & Umweltmanagement
    Valentin Aman, Co-Founder, ESG-X GmbH
  • Hybride Teams - Mensch und KI
    Tristan Post, AI Strategy Institute
  • Munich Innovation Ecosystem
    Tanja Knöller

Vernetzen Sie sich untereinander sowie mit den Expertinnen und Experten aus unseren Vorträgen im Aussteller- und Networkingbereich.

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Asaad Almutareb

Speaker: Asaad Almutareb, ArtiQuare GmbH

Vortragsinhalt:
KI kann heute beeindruckend viel und genau das ist das Problem. Nach all den Tools, Demos und Möglichkeiten bleibt für viele Unternehmen eine Frage offen: Wo fange ich eigentlich an?

Dieser Vortrag beantwortet sie nicht mit einem weiteren Werkzeug, sondern mit einer echten Geschichte. Am Beispiel von Connect2Mobile – einem Anbieter für mobile Baudatenerfassung – wird gezeigt, wie aus der Frage „Wie soll eine KI unsere eigene Software und unsere Abläufe überhaupt verstehen?" ein konkreter, messbarer erster Schritt wurde. Und zwar genau dort, wo das entscheidende Wissen steckt: in den Köpfen erfahrener Mitarbeitender, nicht in der Dokumentation.

Es geht um den Anfang, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, offen erzählt, mit echten Kennzahlen, den Wendepunkten und auch den Stolpersteinen. Kein Hype, kein Verkaufsversprechen.

  • Wo fange ich an? Warum die schwierigste KI-Entscheidung nicht die Wahl des Tools ist.
  • Wissen, das nirgends steht: Wie man KI dort ansetzt, wo das entscheidende Wissen in den Köpfen weniger Menschen steckt.
  • Vom Datenchaos zum Fahrplan: Wie ein ehrlicher Blick auf die eigenen Daten einen konkreten, messbaren Plan macht.
  • Echte Zahlen, echte Stolpersteine: Was in acht Monaten bei Connect2Mobile wirklich passiert ist.
  • Was Sie mitnehmen: Ein klares Bild davon, wie Ihr erster KI-Schritt aussehen kann, und worauf es dabei wirklich ankommt.

Kurzbiografie:

Asaad Almutareb gründete ArtiQuare im Jahr 2022 mit der Mission, KI-Automatisierung für wissensintensive Prozesse zu entwickeln.

Davor leitete er zehn Jahre lang Automatisierungsprojekte für Audi, BMW und Zeiss. Was er gelernt hat: Der Erfolg eines Projekts entscheidet sich nicht am Tool oder am Budget, sondern am richtigen ersten Schritt: die Expertise der eigenen Leute nutzbar zu machen. Genau dabei unterstützt er heute mittelständische und kleinere Unternehmen.

Er spricht aus der Praxis: über echte Projekte, echte Kennzahlen und die Stolpersteine, die dazugehören.

Information zu den Micro Circles:
Teilnemende kommen in der Networking-Area zusammen, um sich in 4 Micro Circles zu spezifischen Themen auszutauschen und zu vernetzten. Ziel ist es, offene Fragen zu beantworten, Wissen zu vertiefen und sich mit ähnlich interessierten Untenehmen auszutauschen und zu vernetzen.

Eine seperate Anmeldung zu Micro Circles ist nicht notwendig. Teilnehmende können frei zwischen den Circles wechseln und die Themen aufsuchen, die für sie am relevantesten sind.

Themen der Micro Cirlces:

  • Wie finde ich den passenden KI-Use-Case?
  • Wie bereite ich meine Daten vor?
  • Wie nehme ich meine Organisation & Mitarbeitenden mit?
  • Wie berücksichtige ich die rechtlichen Rahmenbedingungen?

Nutzen Sie die Möglichkeit, sich im Aussteller- und Networkingbereich mit Expertinnen und Experten, Ausstellern sowie anderen Unternehmen auszutauschen und zu vernetzen.

Kooperationspartner:

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Unterstützer:

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