Passende Lieferanten finden
Das Gründerehepaar Caroline und Tim Nichols, sie gebürtige Bayerin, er Engländer, kam während seines mehrjährigen Aufenthalts in London auf die Idee mit dem Porridge. „Während Haferschleim in Deutschland verschrien war, erlebten wir Anfang und Mitte der 2010er-Jahre in Großbritannien ein Porridge-Revival“, sagt Caroline Nichols.
Das Duo beschloss, den Porridge-Hype in Deutschland zu entfachen. Leicht war es anfangs nicht. Ebenso wie die Gründer von THE BITERY und von Crunchtaste mussten sie etliche potenzielle Produzenten abklappern. Das Problem der Start-ups: Die Hersteller sind an tonnenweisen Chargen interessiert, die jungen Firmen fragen nach ein paar Kilogramm. Und selbst wenn sich jemand findet, liefert er nicht unbedingt die Qualität, die sich die Unternehmer vorgestellt hatten.
Kane und Gnabry als Testimonials
Caroline Nichols beschaffte – als Kompromiss – die Zutaten anfangs selbst, „der Produzent hat sie zusammengemischt“, sagt sie. Erst als nach der Teilnahme in der Fernsehshow „Höhle der Löwen“ mit Frank Thelen und Judith Williams bekannte Investoren eingestiegen waren, konnte 3Bears die Produktion professionalisieren.
Heute erwirtschaften die Münchner einen 2-stelligen Millionenumsatz, beschäftigen 35 Mitarbeiter und sind in 5 europäischen Ländern aktiv. Weitere Märkte wollen sie in Kürze angehen. Mit den beiden Fußballstars von Bayern München, Harry Kane und Serge Gnabry, als weiteren prominenten Investoren sollte der Expansion nichts im Weg stehen. „Zur Fußball-Weltmeisterschaft sind unsere Harry-Kane-Produkte an vielen Orten zu finden und man kann über die Website auch handsignierte Kane-Poster gewinnen“, so Nichols.
Hoher Wettbewerbsdruck bei Lebensmitteln
Profifußballer, die Marketing für ein gesundes Produkt machen, sind wie ein 6-er im Lotto. Und Marketing ist für alle Lebensmittelfirmen, die sich behaupten wollen, wichtig. Schließlich konkurrieren sie mit einer Vielzahl anderer innovativer Firmen. Vor allem bei Riegeln ist der Wettbewerbsdruck derzeit enorm.
Vertrieb als Knackpunkt
Aus diesem Grund ist es auch schwer, im Lebensmitteleinzelhandel gelistet zu werden. „Eine große Herausforderung ist, in den Handel hineinzukommen und sich dort zu halten“, sagt Crunchtaste-Gründerin Kniggendorf. Nichols stimmt zu: „Man bräuchte dafür eigentlich einen Außendienst.“ Zwar hilft auch der eigene Onlineshop beim Absatz der Produkte. Damit dieser gut angenommen wird, bieten die Firmen Kunden häufig eine sogenannte Clubmitgliedschaft an. Wer beitritt, bekommt Extras. Der Einzelhandel aber ist immens wichtig, um weiter zu wachsen.
Für Bastian Fisser ist es sogar der einzige Absatzkanal. Da seine Cookies gekühlt werden müssen, eignen sie sich nicht für den Versand. Der Münchner Unternehmer nimmt es gelassen. Erst kürzlich hat er wieder eine neue Platzierung abgeschlossen – in einer großen Supermarktkette im nachfragestarken Berlin.