Exportquote 2025 bei 58 Prozent / Aufruf zu Bayerischem Exportpreis
„Die Beliebtheit von Produkten ‚Made in Bavaria‘ bleibt weltweit ungebrochen. Während viele Unternehmen aufgrund der Wirtschaftskrise eine fehlende Inlandsnachfrage beklagen, erweist sich das Auslandsgeschäft als stabiler Anker für die bayerische Wirtschaft“, sagt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). Er weist zugleich daraufhin, dass ein erfolgreiches Exportgeschäft kein Selbstläufer sei. „Anhaltende geopolitische Konflikte, der wachsende Protektionismus und fortbestehende Unsicherheiten im transatlantischen Handel belasten den weltweiten Handel sehr. Die USA sind zwar weiterhin unser wichtigster Exportmarkt, aber das Vertrauen in ihre Verlässlichkeit als Handelspartner ist nachhaltig erschüttert.“
Der BIHK-Chef fordert vor diesem Hintergrund die Verbesserung der Rahmenbedingungen für exportorientierte Unternehmen und die uneingeschränkte Stärkung des europäischen Binnenmarkts. Bestehende Hürden für den Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen innerhalb der EU seien weiterhin viel zu hoch und müssten konsequent abgebaut werden, so der BIHK-Chef. Dasselbe gelte für eine Vielzahl an bürokratischen Vorgaben und nationalen Sonderregeln, die die Exportwirtschaft schwächen. Um weltweit neue Märkte zu erschließen, seien zudem die uneingeschränkte Unterstützung von Landes- und Bundespolitik in Richtung Brüssel erforderlich. Nur so könne der Abschluss weiterer Freihandelsabkommen durch die EU beschleunigt werden.
Die mehr als 8.100 bayerischen, im Jahresbericht statistisch erfassten Industriebetriebe mit mehr als 20 Beschäftigten erzielten von Januar bis Dezember 2025 Umsätze in Höhe von 486 Milliarden Euro. Davon entfielen 282,5 Milliarden Euro auf das Auslandsgeschäft. Gegenüber 2024 stieg der Auslandsumsatz um rund drei Prozent. Ein Teil dieses Anstiegs dürfte auf Preissteigerungen zurückzuführen sein, denen unter anderem höhere Produktions-, Beschaffungs- und Lohnkosten sowie Wechselkurseffekte zugrunde liegen. Als Exportschlager bewährten sich erneut Fahrzeuge, Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse.
Zu den fünf wichtigsten Exportländern für den Freistaat zählten im vergangenen Jahr die USA, Österreich, Frankreich, Italien und China. Während Ausfuhren in die USA oder China um jeweils rund 10 Prozent auf 26 beziehungsweise 14 Milliarden Euro zurückgingen, legten Exporte in wichtige Märkte wie Frankreich, Italien oder Polen deutlich zu. Insgesamt waren auch 2025 die EU-Länder mit einem Anteil von über 53 Prozent die wichtigste Zielregion für Ausfuhren aus dem Freistaat. So exportierte die bayerische Wirtschaft allein nach Österreich, Frankreich, Italien und Polen jeweils Waren im Wert von mehr als 10 Milliarden Euro.
Das Auslandsgeschäft ist jedoch nicht nur Sache klassischer Exportunternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe. Auch Dienstleistungsunternehmen sind international erfolgreich – etwa mit Software, Beratung, Engineering, Logistik oder spezialisierten Services. Wie stark der Export die gesamte Wirtschaft trägt, zeigt eine Prognos-Studie im Auftrag der bayerischen IHKs. Insgesamt hängen rund 1,4 Millionen Arbeitsplätze in Bayern sowie rund 16 Milliarden Euro Steueraufkommen direkt oder indirekt am Auslandsgeschäft der bayerischen Unternehmen.
Wie wichtig das Exportgeschäft für die bayerische Wirtschaft ist, unterstreicht zudem auch der Exportpreis Bayern 2026, der dieses Jahr zum 19. Mal vergeben wird. BIHK-Hauptgeschäftsführer Gößl weist darauf hin, dass sich noch bis zum 31. Juli innovative, exportstarke Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten um ihn bewerben können. Der renommierte Wettbewerb wird von den bayerischen IHKs, Handwerkskammern und Bayern International gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschaftsministeriums veranstaltet. Weitere Informationen unter www.exportpreis-bayern.de