IHK Ratgeber

Carnet A.T.A.

Trucks pass through the checkpoint of the customs logistics terminal.

Wer Messegut, Warenmuster und Berufsausrüstung nur vorübergehend ins Ausland mitnehmen möchte, muss normalerweise beim ausländischen Zoll eine Zollkaution in Höhe der Eingangsabgaben hinterlegen. Das internationale Zollpassierscheinheft Carnet erleichtert die vorübergehende Einfuhr im Ausland – ohne Hinterlegung einer Zollkaution.

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Bescheinigungsstelle für Exportdokumente

Die Bescheinigungsstelle für Exportdokumente der IHK für München und Oberbayern hier:

IHK für München und Oberbayern
Max-Joseph-Straße 2
80333 München

Öffnungszeiten:

  • Mo - Do: 08.30 bis 16.00 Uhr
  • Fr: 08.30 bis 14.00 Uhr

Mehr über den IHK Service beim Carnet A.T.A. (z.B. Kontaktdaten, Ausstellungsgebühr)

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Aktuelle Hinweise rund um das Carnet A.T.A.

Antragstellung Carnet A.T.A./C.P.D.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 verzichtet die IHK für München und Oberbayern bei der Beantragung von Carnet A.T.A./C.P.D. auf die Vorlage von sog. Unterschriftenproben und / oder Vollmachten. Allerdings muss der Antragsteller gegenüber der ausstellenden IHK seine Identität nachweisen. Die Identitätsprüfung geschieht grundsätzlich durch Vorlage des Personalausweises. Bitte beachten Sie, dass die IHK berechtigt ist, gegebenenfalls die Vorlage anderer und / oder weiterer Dokumente zur Identitätsprüfung zu verlangen.

Brexit / Vereinigtes Königreich und Carnets A.T.A

Am Tag seines Austritts wird das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland (VK) nicht mehr Mitglied der Europäischen Union (EU) sein. Ab diesem Stichtag („Austrittsdatum“) ist das VK als „Drittland“ zu behandeln. Für den Fall, dass sich die EU und das VK auf das Austrittsabkommen verständigen, ist die Ausstellung von Carnets A.T.A bis zum Ende der darin vereinbarten Übergangsphase nicht erforderlich. Kommt es dagegen zu einem ungeregelten Austritt ohne Austrittsabkommen und ohne Übergangsphase („Hard Brexit“), so hat dies Auswirkungen auf die Carnet-Ausstellung.

  • Formularvordrucke Carnets A.T.A für das VK

Gegenwärtige Vordrucke, in denen das VK als Mitglied der EU aufgeführt ist, können aufgebraucht werden. Allerdings sind ab dem Austritt Veränderungen auf dem grünen Deck- und Schlussblatt durchzuführen.

  • Ausstellung von Carnets für das VK

Die Ausstellung von Carnets für das VK ist ab dem Austrittsdatum generell möglich.

Weitere Informationen zum Brexit

China

Bisher war die Nutzung eines Carnets für die Volksrepublik China auf Ausstellungen/Messen beschränkt. Nun hat China den Anwendungsbereich des Carnet A.T.A. um Berufsausrüstung und Warenmuster erweitert.

Türkei

Folgende Sonderregelungen bei dem Carnet A.T.A. für die Türkei sind zu beachten:

  • Feld B: türkische Empfängeranschrift zusätzlich zum Vertreter angeben
  • 4 Transitblätter und 1 blauen Stammabschnitt einlegen
  • Vollmachten vom türkischen Konsulat legalisieren lassen
  • weiße Einlageblätter vorab vom Carnetinhaber unterschreiben lassen
  • Warenbeschreibung für den türkischen Zoll in einer Exelliste angeben und auf USB-Stick oder Flashdisc speichern (Beispiel einer Excelliste für ein Carnet A.T.A. mit Zielland Türkei)

Tipp: Um stets auf dem Laufenden zu sein: Abonnieren Sie unseren kostenlosen IHK Newsletter, der über aktuelle Änderungen beim Carnet A.T.A.informiert! (Wählen Sie hierfür bei "Themen" die Rubrik "Internationalisierung" aus.)

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3 gute Gründe für das Carnet A.T.A.

Es gibt viele gute Gründe, bei der vorübergehenden Verwendung ein Carnet Admission Temporaire (A.T.A.) zu nutzen. Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Schneller: zügige Grenzabfertigung
  • Einfacher: beliebig häufige Nutzung während der Gültigkeitsdauer von grundsätzlich einem Jahr
  • Weniger Aufwand: teilweiser Wegfall der üblichen Ausfuhrdokumente

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Vorübergehende Ausfuhr MIT einem Carnet A.T.A.

Bevor die Ware die Europäische Union verlässt

Der Carnet A.T.A. Vordruck wird von dem Carnet A.T.A.-Inhaber ausgefüllt und unterschrieben. Die Produkte müssen anhand von Serien- und Gerätenummern korrekt bezeichnet sein (Eintragung aller Warenpositionen und ihrer Erkennungsmerkmale in der „Allgemeinen Liste“). In der rechten Spalte finden Sie alle wichtigen Downloads – vor allem die „Anleitung zum Ausfüllen des Carnets A.T.A.“ mit Grundinformationen zum Aufbau des Carnets A.T.A. und zu den einzelnen Einlageblättern. Dort finden Sie auch Formularmuster – als Vorlage zum Ausfüllen der Carnet-Vordrucke an Ihrem PC.

Das Unternehmen legt den ausgefüllten Carnet A.T.A.-Vordruck der IHK vor, die die inhaltliche Richtigkeit prüft und Ausgabe- und Gültigkeitsdatum, Seitennummerierung, Stempel, Siegel und Unterschrift anbringt.

In der Nämlichkeitssicherung (Prüfung der Identität der Ware) überprüft und bestätigt die zuständige Ausfuhrzollstelle die Übereinstimmung der Ware mit den Angaben im Carnet. Das Carnet A.T.A.-Verfahren wird so eröffnet.

Die Grenzzollstelle (EU-Ausgangszollstelle) bestätigt die tatsächliche Ausfuhr durch Eintrag im Carnet. Im Bestimmungsland wird das Carnet A.T.A. durch die Zollbehörden abgefertigt.

Vorübergehende Einfuhr im Drittland

Der Grenzzoll (Drittland) entnimmt das Trennblatt Einfuhr und bestätigt die
Einfuhr mit einem Eintrag im weißen Stammabschnitt Einfuhr.

Wiederausfuhr aus dem Drittland

Bei der Rückreise entnummer der Grenzzoll (Drittland) das Trennblatt Wiederausfuhr und
bestätigt die Wiederausfuhr mit einem Eintrag im weißen Stammabschnitt
Wiederausfuhr.

Wiedereinfuhr in die Europäische Union

Nun bestätigt die EU-Grenzzollstelle die Wiedereinfuhr der Waren. Die im Carnet A.T.A. bestätigte Wiedereinfuhr gilt als Nachweis, dass die Ware sich wieder in der EU befindet. Das kann wichtig sein, wenn der Zoll aus dem Drittland beanstandet, die Ware sei nicht wieder ausgeführt worden.

Erledigte bzw. nicht mehr benötigte Carnets A.T.A. müssen an die IHK zurückgegeben werden. Die Carnets A.T.A. werden mit sämtlichen Unterlagen, die das Carnet A.T.A. betreffen, von der IHK mindestens drei Jahre - gerechnet vom Tag des Ablaufs der Gültigkeitsdauer - zuzüglich einer Frist von drei Monaten aufbewahrt und dann vernichtet. Sollten Sie das Carnet A.T.A. zur weiteren Ablage in Ihren Unterlagen wünschen, können wir es Ihnen innerhalb dieser dreimonatigen Frist zum endgültigen Verbleib aushändigen. Bitte setzen Sie sich diesbezüglich mit uns in Verbindung, z.B. über exportdokumente@muenchen.ihk.de.

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Carnet A.T.A. beantragen

Allgemeines zur Beantragung des Carnet A.T.A

  • Carnets A.T.A. werden in Deutschland ausschließlich von Industrie- und Handelskammern (IHK) ausgestellt.
  • Das Carnet ist in bald 80 Staaten möglich. Die meisten Staaten haben die drei „Basisanwendungen“ ratifiziert:
    • 1. Messe- und Ausstellungsgut: Waren, die auf Ausstellungen, Messen, Kongressen oder ähnlichen Veranstaltungen ausgestellt oder verwendet werden sollen. Hierzu gehören auch Standausrüstungen, zur Vorführung benötigte Maschinen, Geräte usw., ferner Übersetzungseinrichtungen, Tonbandaufnahmegeräte, Filme erzieherischen, wissenschaftlichen oder kulturellen Charakters.
    • 2. Warenmuster: Gegenstände, die eine bestimmte Art bereits hergestellter Waren darstellen oder Modelle von Waren sind, deren Herstellung vorgesehen ist. Diese Muster dürfen im Carnet-Verfahren nur zu Werbezwecken aus- bzw. eingeführt werden.
    • 3. Berufsausrüstung: Ausrüstungen für Montage, Erprobung, Messung, Prüfung oder Überwachung, sowie Rundfunk, Fernsehen usw. Ausgeschlossen sind Ausrüstungen, die der ausschließlichen Beförderung, der gewerblichen Herstellung oder dem Abpacken von Waren, der Ausbeutung von Bodenschätzen, der Errichtung, Instandhaltung von Gebäuden, der Ausführung von Erdarbeiten oder ähnlichen Zwecken dienen.
  • Keinesfalls kann ein Carnet ausgestellt werden für:
    • Verbrauchsgüter
    • ins Ausland gegen Entgelt vermietete Waren und
    • Waren, die im Ausland Veränderungen erfahren (Veredelung, Reparatur,...)
  • Reisende sollten Öffnungszeiten der Zollabfertigungsstellen beachten und Abfertigungsdauer auf der Reise (auch auf Flughäfen) einplanen.
  • Ohne Mitwirkung der ausgebenden IHK dürfen
    • keine Änderung oder Ergänzungen vorgenommen werden
    • keine Plomben entfernt werden
  • Geht ein Carnet A.T.A. verloren mit Waren, die sich noch im Ausland befinden, ist ein Ersatzcarnet A.T.A. bei der IHK zu beantragen. Setzen Sie sich in diesem Fall bitte umgehend mit der IHK in Verbindung.
  • Geht ein Carnet A.T.A. verloren mit Waren, die sich bereits wieder in der EU befinden, müssen die Waren beim zuständigen Zollamt zur Besichtigung vorgeführt werden. Das Zollamt bestätigt auf dem Bereinigungsbescheid, dass sich die Ware wieder in der EU befindet (dies ist wichtig, um mögliche Zollforderungen aus dem Ausland zu vermeiden).
  • Soll ein Carnet A.T.A. nochmals verwendet werden, obwohl ursprünglich nur eine Reise geplant war, besteht die Möglichkeit, die zusätzlich benötigten und bereits ausgefüllten Einlageblätter von der IHK einheften zu lassen.
  • Auf die Einhaltung der Fristen achten.
  • Bei nicht ordnungsgemäß abgefertigten Carnets A.T.A. (z.B. kein Vermerk von der Wiedereifuhr in die EU) ist mit der IHK umgehend Rücksprache zu halten. Keinesfalls die Sache auf sich beruhen lassen.
  • Bei Verkauf oder Verzollung von Carnet A.T.A.-Ware im Ausland ist in der Regel das Carnet A.T.A. vorzulegen und die Verzollung darin eintragen zu lassen. Es gibt jedoch Länder, bei denen ein Verkauf von Carnet A.T.A.-Ware nicht erlaubt ist. Gerne informiert die IHK über die jeweiligen Vorgehensweisen.
  • Beim Transit durch etwaige Länder wird wie bei einer normaler Ein- und Wiederausfuhr verfahren. Achten Sie auf die Einhaltung von Fristen und auf die entsprechend benötigten Ein- und Wiederausfuhrpapiere im Carnet A.T.A.!

Vorbereitung

Zunächst müssen für ein Carnet A.T.A. die entsprechenden Formulare gekauft werden.

Entsprechend der Reisehäufigkeit bitte genügend weiße Einfuhr-, weiße Wiederausfuhr und blaue Transitblätter einfügen (pro Bestimmungsland und Reise 1 Einfuhr- und 1 Wiederausfuhrblatt, pro Transitland 4 Transitblätter) sowie gelbe Ausfuhr- und Wiedereinfuhrblätter (pro Bestimmungsland und Reise 1 Ausfuhr- und 1 Wiedereinfuhrblatt). Bitte die dazugehörenden (Zoll)Stammabschnittsblätter in weiß, gelb und blau hinzufügen.

In manchen Fällen ist eine Sicherheitsleistung (Bürgschein, Kontoabtretung) vor Ausstellung des Carnet A.T.A. notwendig. Bitte setzen Sie sich deshalb rechtzeitig mit Ihrer IHK in Verbindung.

Ausfüllen des Carnets A.T.A.

Carnets A.T.A. sind sorgfältig und vollständig auszufüllen. Bitte verwenden Sie die Ausfüllhilfen. Handgeschriebene Carnets werden nicht akzeptiert. Achtung: Die Gültigkeitsdauer bitte nicht im Carnet A.T.A. eintragen!

In Block A „Inhaber und Anschrift“ auf dem grünen Deckblatt und sämtlichen Einlageblättern vollständige Anschrift der Person oder der Firma angeben, für die das CarnetA.T.A. ausgestellt wird. Firmenbezeichnung bitte so übernehmen, wie im Handelsregister verzeichnet.

In Block B „Vertreten durch“ auf dem grünen Deckblatt und sämtlichen Einlageblättern Vertreter angeben, die die Ware bei den in- und ausländischen Zollstellen vorführen werden. Sollten mehrere oder nicht im Vorfeld feststehende Personen in Frage kommen, schreiben Sie auf dem Carnet-Deckblatt bitte „gemäß besonderer Vollmacht“ und händigen dem Reisenden bzw. dem Beauftragten sodann eine entsprechende Vollmacht aus.

In Block C „Beabsichtigte Verwendung der Waren“ auf dem grünen Deckblatt und sämtlichen Einlageblättern ist anzugeben, zu welchem Zweck die Waren verwendet werden sollen, wie z. B. „Abkommen Warenmuster“, „Abkommen Berufsausrüstung“ oder „Abkommen Messe- und Ausstellungsgut“.

Das grüne Deckblatt ist in der Zeile „Unterschrift des Inhabers“ rechtsverbindlich zu unterschreiben.

Die Blöcke D, E und F auf den Einlageblättern sind vom Vertreter, der mit dem Carnet A.T.A. ins Ausland reist, erst unmittelbar vor Grenzübertritt auszufüllen und dann, wenn möglich in Gegenwart des Zollbeamten, zu unterschreiben. Über der Unterschrift muss der volle Name des Vertreters leserlich angegeben werden.

Jede Ware ist mit einer laufenden Nummer zu versehen. Für Waren, die aus mehreren verschiedenen Einzelteilen bestehen, genügt eine einzige laufende Nummer. Beim Ausfüllen der Allgemeinen Liste bitte beachten: Die Rückseiten des grünen Deckblattes, des Antrags, der gelben Aus- und Wiedereinfuhrblätter, der weißen Ein- und Wiederausfuhrblätter und (bei Bedarf) der blauen Transitblätter müssen völlig identisch sein.

Warenliste

Alle Waren, für die das Carnet A.T.A. erwendet werden soll, sind in dieser Allgemeinen Liste einzutragen. Reicht der Platz nicht aus, so sind Zusatzblätter nach dem amtlichen Vordruck zu verwenden, d. h. je nach Farbe der benötigten Einlageblätter grüne, weiße, gelbe und blaue Zusatzblätter. In keinem Fall ist es ausreichend, anstelle des Ausfüllens der Allgemeinen Listen lediglich Kopien von Warenaufstellungen einzuheften.

  • Spalte 2: Die Waren müssen nach dem Handelsbrauch so genau bezeichnet werden, dass sie identifiziert werden können. Hierzu dienen z.B. Seriennummer. Ansonsten sind Fotos (möglichst in dreifacher Ausfertigung) beizufügen.
  • Spalte 3: Anzahl gleichartiger Stücke
  • Spalte 4: Gewicht oder Menge
  • Spalte 5: Genauen Warenzeitwert jeder einzelnen laufenden Nummer in EUR ohne MwSt. angeben.
  • Spalte 6: Angabe des Ursprungslandes unter Verwendung des ISO-Ländercodes, der auf der Rückseite des blauen Hinweisblattes abgedruckt ist (z. B. für Deutschland: DE).

Anlässlich der Nämlichkeitssicherung beim Binnenzollamt wird das erste gelbe Ausfuhrblatt behandelt, d.h. das Zollamt entnimmt das erste gelbe Ausfuhrblatt und füllt den ersten Stammabschnitt auf dem zusätzlichen gelben Zollabschnittblatt aus. Lediglich
die Angaben über das Ausfuhrdatum bleiben offen. An der Außengrenze der Europäischen Union wird von der Ausgangszollstelle lediglich das Ausfuhrdatum in den ersten gelben Stammabschnitt eingetragen. Bei weiteren Reisen werden die gelben Ausfuhrblätter direkt bei der Ausgangszollstelle behandelt.

Antragssteller, die falsche Angaben machen, können von der Ausgabe weiterer Carnets A.T.A. ausgeschlossen werden.

Ausstellung durch die IHK

Das ausgedruckte und unterschriebene Carnet A.T.A. kann entweder per Post an die IHK zugestellt, oder persönlich vorbei gebracht werden. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten!

Bei gewünschter Rücksendung eines ausgestellten Carnet A.T.A., bitte einen adressierten und freigemachten (Einschreiben) Rückumschlag beifügen. Rücksendungen per Eilboten bzw. Weiterleitung an Dritte können nur vorgenommen werden, wenn ein adressierter und freigemachter Umschlag zur Verfügung gestellt wird.

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Vorübergehende Ausfuhr OHNE Carnet A.T.A.

Grundsätzlich ist die Abfertigung zur vorübergehenden einfuhrabgabenfreien Einfuhr in das Zielland nur mit Hinterlegung der Einfuhrabgaben (in voller Höhe) in bar möglich und kann nicht formlos geschehen. Dabei sind die jeweils geltenden einzelstaatlichen Rechtsbestimmungen einzuhalten.

Mit einem Carnet A.T.A. wird dieses Verfahren wesentlich erleichtert, vereinheitlicht und aufwändige Abfertigungsschritte, wie die Ermittlung der Höhe der eventuellen Einfuhrabgaben oder die Hinterlegung der Sicherheit in der Landeswährung, werden vermieden.

Bevor die Ware die Europäische Union verlässt

  • Ab einem Warenwert von 1.000 EUR die vorübergehende Ausfuhr der Ware beim Zoll anmelden. Zollanmeldung erfolgt elektronisch über das Zollsystem ATLAS-Ausfuhr oder über die Internet-Ausfuhranmeldung-Plus (IAA Plus). (Für persönliche Berufsausrüstung (Kamera-Equipment, Notebook,...) keine Ausfuhranmeldung notwendig!)
  • Auskunftsblatt INF 3 für die Rückwarenregelung: Das INF 3 wird benötigt, um bei der Wiedereinfuhr der Waren nachzuweisen, dass die Ware zuvor ausgeführt wurde. INF 3 ist ein Nämlichkeitsschein und muss von der für den Ausführer zuständigen Zollstelle abgestempelt werden. Die Ausfuhrware ist dem Zollamt vorzuführen. Das Formular kann bei einem Formularverlag bestellt werden.

Vorübergehende Einfuhr im Drittland

  • Anmeldung der Ware zur vorübergehenden Einfuhr nach nationalen Vorschriften mit Hinterlegung einer Zollkaution in Höhe der Einfuhrabgaben (Barsicherheit in der Landeswährung bzw. Bürgschaft eines nationalen Bankinstituts).
    Der ausländischen Zollstelle ist eine Proformarechung (mit dem Vermerk „For customs purposes only“) über den Wert der Waren vorzulegen. Bei Ländern mit Präferenzabkommen ist ggf. ein Präferenznachweis vorteilhaft. Verfahren der vorübergehenden Einfuhr werden meistens über Zollspeditionen an der Grenze abgewickelt. (Kosten beachten!)

Wiederausfuhr aus dem Drittland

  • Gestellung der Waren mit Vorlage des Einfuhrzollpapiers.
  • Antrag auf Erstattung der hinterlegten Zollkaution. Bei vollständiger und unveränderter Wiederausfuhr der vorübergehend importierten Ware wird die Kaution (teilweise) wieder freigegeben.

Wiedereinfuhr in die Europäische Union

  • Vorlage des Auskunftsblatts INF 3. Die Einfuhr von Waren als Rückware ohne Zollabgaben ist nur unter folgenden Bedingungen möglich: Ware muss in unverändertem Zustand sein; Wiedereinfuhr muss innerhalb von 3 Jahren ab Ausfuhrdatum erfolgen.
  • Einfuhranmeldung. Bis zu einem Warenwert von 1.000 EUR genügt die mündliche Anmeldung.

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Carnet C.P.D.

Das Carnet C.P.D. (Carnet de Passage en Douane) ermöglicht es, Waren vorübergehend nach Taiwan einzuführen. Das Verfahren beruht auf einer Vereinbarung zwischen der EU und Taiwan und kann auch nur in diesem Verhältnis angewendet werden.

Ein Carnet C.P.D. kann nur für eine einzige Einfuhr und Wiederausfuhr benutzt werden.

Der Ablauf des Carnet C.P.D. und das Ausfüllen der Formulare läuft ähnlich wie beim Carnet A.T.A., die Formulare unterscheiden sich jedoch!

Falls außer Taiwan noch andere Länder besucht werden, ist zusätzlich ein Carnet A.T.A. zu verwenden.

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