Wirtschaftsempfang von IHK und Handwerkskammer beleuchtet Kehrseite der Digitalisierung
Der Abend in der Tiefstollenhalle Peißenberg stand einerseits im Zeichen von Veränderung und Aufbruch: Im Wirtschaftstalk diskutierten Handwerkspräsident Peteranderl und Stefan Schleicher, neugewählter Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Weilheim-Schongau, mit Landrat Bertl, wo die Betriebe der Schuh drückt und was der Landkreis verändern kann, um für die heimische Wirtschaft die Rahmenbedingungen zu verbessern. Andererseits widmete er sich dem noch immer von vielen Unternehmen unterschätzten Thema Cybersicherheit. Wie können sich Unternehmen in unserer digitalisierten Welt vor Angriffen auf ihre Daten und Netze schützen? Wie sollten sie sich im Falle eines gelungenen Angriffs und von Erpressung verhalten? Und was passiert eigentlich mit dem Diebesgut im Darknet, diesem den meisten Menschen verborgenen Teil des Internet?
Antworten auf diese Fragen gab IT-Sicherheitsexperte Rüdiger Trost. Er entführte das Publikum in die Welt der Hacker, Cyber-Betrüger und Online-Kriminellen. Im Fokus seines Vortrags stand der Umgang mit Deep Fakes, Erpressungen und Drohungen, aber er gab auch Verhaltensempfehlungen, die sich aus Vorfällen in der Vergangenheit ableiten lassen. Trost führte vor, wie leicht es mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ist, eine menschliche Stimme nachzustellen, so dass eine Sprachnachricht täuschend echt klingt. „Unternehmen werden rund um die Uhr angegriffen, die digitale Bedrohung ist real“, bestätigte auch IT-Sicherheitsexperte Bernhard Kux von der IHK München. „Umso wichtiger ist es, dass es in jedem Betrieb jemanden gibt, der sich um die IT-Sicherheit kümmert und Vorsorge betreibt. Dazu gehört auch, im Ernstfall mit einem Notfallplan vorbereitet zu sein.“
„Wir freuen uns sehr, dass so viele Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Partner der heimischen Wirtschaft der Einladung von Handwerkskammer und IHK gefolgt sind“, erklärt Regionalausschussesvorsitzender Stefan Schleicher. „Die Gespräche haben gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, nicht nur über die Notwendigkeit von Digitalisierung zu sprechen, damit vieles schneller und besser gelingt – denken wir nur an den Bürokratieabbau – sondern auch die damit verbundenen Risiken in den Blick zu nehmen. Angesichts zunehmender Cyberangriffe und hybrider Kriegsführung müssen wir umso wachsamer sein, je digitaler wir werden“, so sein Fazit.
Bildunterschrift (Copyright: Kröck / IHK): Diskutierten, wie die Wirtschaft im Landkreis zukunftsfit aufgestellt werden kann - Bernhard Kux (IHK), Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl, Landrat Johann Bertl, IHK-Regionalausschussvorsitzender Stefan Schleicher und Andreas Korn von der IHK-Geschäftsstelle Weilheim (v.l.n.r.)
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