Pressemeldung vom 29.05.2026

Wirtschaft in der Region München: Hoffnung zerschlägt sich

Die Folgen des Iran-Kriegs haben die Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft in der Region München zerschlagen. Die Stimmung verschlechtert sich, wie der regionale IHK-Konjunkturbericht zum Frühjahr zeigt. Der Stellenabbau gewinnt an Tempo, die Investitionsbereitschaft der Unternehmen bleibt schwach.

Sorge vor steigenden Energie- und Rohstoffpreisen nimmt spürbar zu

Ihre aktuellen Geschäfte beurteilen die Betriebe etwas schlechter als zuletzt: 33 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Lage als gut, 23 Prozent als schlecht. ​Größter Bremsklotz bleibt nach wie vor die fehlende Nachfrage, die 67 Prozent der Betriebe in der Region München berichten. Zwei Belastungen steigen sprunghaft an: Hohe Preise bei Energie (66 Prozent) und bei Rohstoffen (62 Prozent) – beide lagen zuvor bei 45 Prozent beziehungsweise bei 41 Prozent. Der Angebotsschock durch die Sperrung der Straße von Hormus hat Preissprünge vor allem auf den internationalen Energiemärkten ausgelöst, die die Unternehmen akut spüren.​

Die geopolitischen Verwerfungen wirken sich auch auf die Geschäftserwartungen aus, die deutlich einbrechen – auch wenn immer noch mehr Unternehmen von besseren als von schlechteren Geschäften ausgehen. 19 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Belebung, 16 Prozent mit einer Verschlechterung ihrer Geschäfte.​ Die Risiken für die kommenden Monate spielen bei der Abwärtsbewegung eine zentrale Rolle: 63 Prozent sehen in der fehlenden Inlandsnachfrage ein Geschäftsrisiko, 60 Prozent klagen über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die Nennung der Energie- und Rohstoffpreise verdoppelt sich seit der letzten Umfrage von 28 Prozent auf 56 Prozent. Die Arbeitskosten bezeichnen 53 Prozent als Risiko, das ist das gleiche Niveau wie zu Jahresbeginn. ​

​Die schwierige wirtschaftspolitische Gemengelage führt dazu, dass sich die Unternehmen bei Investitionen stärker zurückhalten als zuletzt: 21 Prozent der Unternehmen wollen Investitionen ausweiten, 20 Prozent wollen weniger investieren. Auch der Stellenabbau verschärft sich weiter: Nur elf Prozent rechnen mit einer steigenden Beschäftigung, 21 Prozent hingegen mit einer sinkenden Zahl an Beschäftigten. ​

IHK-Vizepräsident Heinz: Wirtschaft sehnt sich nach großem Reformaufschlag

„Die Wirtschaft in der Landeshauptstadt und im Umland erlebt seit Jahren immer wieder neue Dämpfer“, erklärt IHK-Vizepräsident Otto Heinz. „Ging es zum Jahresbeginn noch kleine Schritte nach vorn, ist die Hoffnung auf eine Trendwende jetzt erneut zerschlagen. Vor allem die steigenden Kosten bei Energie und Rohstoffen – getrieben vom Iran-Krieg – treffen unseren heimischen Wirtschafsstandort mit voller Wucht. Aber auch die hausgemachte Strukturkrise im Land macht den Firmen zu schaffen – etwa die hohen Lohnnebenkosten. Die Wirtschaft in der Region wartet sehnlichst auf einen großen Reformaufschlag der Bundesregierung, damit die Wirtschaft wieder hochlaufen kann!“

Heinz macht deutlich, dass es aus der Region München aber auch gute Nachrichten gebe. „Wir sind Startup-Hochburg und inzwischen auch die Innovationsschmiede Europas. Wir erleben eine neue Gründungsepoche in der gesamten Region. Umso wichtiger ist es, Unternehmertum in der ganzen Breite zu fördern und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern. Denn die Startups haben das Potenzial, unsere Wirtschaft in der ganzen Breite wieder mit anzukurbeln“, so der IHK-Vizepräsident.

Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht Mitte bis Ende April zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg sowie in der Landeshauptstadt befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht veröffentlicht.

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