Pressemeldung vom 29.05.2026

IHK-Konjunkturumfrage: Wirtschaftliche Erholung zerschlagen

Sprunghaft gestiegene Energie- und Rohstoffpreise verpassen der wirtschaftlichen Stimmung im Oberland einen deutlichen Dämpfer. Der regionale IHK-Konjunkturindex fällt um sechs Zähler auf 100 Punkte und liegt damit seit fast drei Jahren unter dem Langzeitdurchschnitt von 117 Punkten. Die Geschäftslage der Unternehmen verschlechtert sich ebenso wie die Erwartungen.

Steigende Energie- und Rohstoffpreise belasten sehr

Zu ihrer Lage befragt bezeichnen 31 Prozent der Betriebe ihre Geschäfte als gut und 22 Prozent als schlecht. Damit ist im Vergleich zum Jahresanfang eine leichte Verschlechterung zu beobachten. Die Sperrung der Straße von Hormus belastet die Geschäfte der heimischen Wirtschaft jedoch spürbar. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Betriebe beklagen Preissteigerungen bei Energie und 68 Prozent bei Rohstoffen und Waren. Zu Jahresbeginn waren es noch 58 beziehungsweise 50 Prozent. Darüber hinaus leiden 54 Prozent der Unternehmen unter einer fehlenden Nachfrage.

Die Geschäftserwartungen brechen deutlich ein. Mit Blick auf die kommenden Monate rechnet nur noch jeder fünfte Betrieb (18 Prozent) mit einer Belebung seiner Geschäfte. Ein Viertel geht von einer Verschlechterung aus.

Die Risiken, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen, sind vielschichtig. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen dominieren mit 67 Prozent der Nennungen, dicht gefolgt von den Arbeitskosten (65 Prozent), die gegenüber dem Jahresbeginn deutlich häufiger genannt werden (52 Prozent). Auch die Energie- und Rohstoffpreise steigen in der Risikonennung stark an (von 40 Prozent auf 62 Prozent).

Angesichts dieser breiten Risikogemengelage fallen auch die Beschäftigungs- und Investitionspläne zurückhaltend aus. 22 Prozent der Unternehmen wollen weniger investieren, nur noch 22 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten. Am Arbeitsmarkt setzt sich der Stellenabbau fort. Hohe Arbeitskosten und schwache Aussichten zwingen viele Unternehmen dazu, Stellen zu streichen. Nur acht Prozent der Befragten streben einen Stellenaufbau an. 23 Prozent hingegen einen Stellenabbau. Der Druck auf dem Arbeitsmarkt steigt damit weiter an.

Bauer: „Durchschlagende Reformen gefordert“

„Die Zeichen in der Wirtschaft stehen nicht mehr auf Erholung. Die noch zu Jahresbeginn in der Wirtschaft spürbaren Hoffnungen haben sich leider komplett zerschlagen. Auch die Folgen aus dem Iran-Krieg wie vor allem die steigenden Kosten bei Energie und Rohstoffen spüren unsere Unternehmen“, erklärt Klaus Bauer, Sprecher für das IHK-Forum Region Oberland. „Hinzu kommt die hausgemachte Strukturkrise – insbesondere die international nicht wettbewerbsfähigen Arbeitskosten. Sie macht den Betrieben enorm zu schaffen. Um der alles beherrschenden Unsicherheit endlich die Stirn zu bieten, brauchen wir ohne Wenn und Aber mehr Kompromissbereitschaft und Bewegung in der Politik. Für die Wirtschaft geht es um alles. Sie braucht jetzt ein überzeugendes Reformpaket bei Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau. Nur mit durchschlagenden Reformen wird die Wirtschaft wieder hochlaufen können“, so Bauer.

Am Konjunkturbericht der IHK für München und Oberbayern für das Oberland haben sich Unternehmen aus den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen beteiligt. Die Umfrage fand im April dieses Jahres statt. Der Bericht wird drei Mal im Jahr veröffentlicht.

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