IHK-Wirtschaftsempfang im Stadttheater Landsberg: „Mehr Vorfahrt für die Wirtschaft!“
In ihrem Grußwort betonte Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl, wie wichtig eine gute Partnerschaft zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik sei. Dafür brauche es den Dialog und das Miteinander. Das gemeinsame Ziel müsse sein, der Wirtschaft gute Rahmenbedingungen zu ermöglichen. „Wenn es um Wirtschaftspolitik geht, muss die Politik mit den Unternehmen sprechen und nicht über sie“, so Baumgartl.
Zur Diskussionsrunde auf dem Podium begrüßte Reinhard Häckl, Vorsitzender des Ausschusses, anschließend Heidrun Hausen, Mitglied der Geschäftsleitung von DELO Industrie Klebstoffe in Windach, Markus Wasserle, Geschäftsführer der Gebäudereinigung Wasserle in Kaufering und Kreishandwerksmeister, Stephan Herrmann, Gründer des Cleantech-Startups Reverion in Eresing, sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl.
Mehr Pragmatismus und gesunder Menschenverstand gefordert
Im Austausch darüber, wie bürokratische Auflagen, Regularien und Vorschriften den unternehmerischen Arbeitsalltag beeinträchtigen, kristallisierte sich unter der Moderation von BR-Reporterin Monika Haugg schnell heraus, dass es auf jeden Fall einige Hebel gibt, die der einzelne in Bewegung setzen kann. „Schimpfen hilft uns nicht weiter, denn die Bürokratie – das sind wir alle“, brachte es Heidrun Hausen gleich zu Anfang auf den Punkt.
Was letztendlich den Unterschied machen kann, so der Tenor in der Runde, ist es, in Konfliktsituationen zügig das Gespräch mit den Zuständigen in den Verwaltungen zu suchen oder sich bei großen Projekten von Anfang an an einen Tisch zu setzen. Einhellig war der Appell aus dem Podium, dass die Menschen in den Verwaltungen von ihren Vorgesetzten wieder mehr dazu ermutigt werden müssen, risikobereiter zu handeln, vorhandene Spielräume auszuloten, den gesunden Menschenverstand und mehr Pragmatismus walten zu lassen. Und die Unternehmer riefen die Politik dazu auf, mutig zu entbürokratisieren, auch wenn es für den Bürokratieabbau einen langen Atem brauche.
Mehr Vorfahrt für die Wirtschaft
Moderatorin Haugg fasste abschließend zusammen: „Es braucht allerdings nicht nur in den Verwaltungen sondern auch in unserer Gesellschaft generell mehr Verständnis und Leidenschaft für die Wirtschaft und mehr Anerkennung dafür, was sie zum Wohle aller leistet.“ Mit Blick auf die Bedeutung von jungen innovativen Unternehmen wie Reverion für den Wirtschaftsstandort Landsberg im Kleinen wie Bayern und Deutschland im Großen betonte IHK-Chef Gößl, wie entscheidend gute wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen seien, damit Unternehmen sich entwickeln können: „Wir müssen diese Schätze hier wachsen lassen und ihnen Raum geben. Start-ups und Scale-ups sind die Zukunft.“
Im Foyer des Stadttheaters klang der Abend bei geselligem Austausch und Netzwerken aus. Die Themen aus dem Diskussionspanel sorgten für angeregte Gespräche unter über 140 Gästen aus Wirtschaft, Kommunalpolitik sowie Verwaltung und Gesellschaft.
Bildunterschrift (Copyright: Kröck / IHK): Diskutierten, wie man der Bürokratie erfolgreich die Stirn bieten kann - IHK-Chef Manfred Gößl, Heidrun Hausen von Delo, Kreishandwerksmeister Markus Wasserle und Stephan Herrmann von Reverion