Pressemeldung vom 29.05.2026

Wirtschaft in der Region Inn-Salzach erwartet drastische Verschlechterung

In der Region Inn-Salzach bleibt die wirtschaftliche Stimmung weiter angespannt. Die Unternehmen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf beurteilen zwar dank etwas stabileren Aufträgen ihre laufenden Geschäfte besser als zuletzt. Die Erwartungen brechen hingegen regelrecht ein. Entsprechend sind die Unternehmen bei Investitionen und Personal noch zurückhaltender als noch zu Jahresbeginn, wie der regionale Konjunkturbericht der IHK für München und Oberbayern zum Frühjahr zeigt.

Vor allem steigende Kosten für Energie und Rohstoffe treffen Chemiedreieck ins Mark

Die Geschäftslage erholt sich aktuell vom schlechtesten Wert seit Beginn der regionalen Aufzeichnung im Jahr 2015, den sie zu Jahresbeginn erreicht hatte. Gute Geschäfte melden 26 Prozent der Betriebe, bei 28 Prozent der Unternehmen laufen sie schlecht.​ 74 Prozent der Unternehmen nennen die hohen Energiepreise am energieintensiven Standort als Belastung – ein Sprung von elf Prozentpunkten. Hohe Preise bei Rohstoffen und Waren melden 66 Prozent der Unternehmen und damit auch deutlich mehr als zuletzt. Die schwache Nachfrage verliert hingegen etwas an Dramatik, bleibt aber für etwa jedes zweite Unternehmen ein Bremsfaktor. 40 Prozent der Unternehmen in der Region sehen sich zudem von Handelshemmnissen wie etwa Zöllen beeinträchtigt. ​

​Für die kommenden Monate erwarten die Unternehmen vor dem Hintergrund wohl weiter steigender Preise und schwierigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen eine drastische Verschlechterung. Jedes vierte Unternehmen in der Region rechnet mit schlechteren Geschäften, nur noch jedes zehnte mit einer Verbesserung. ​Mit Blick auf die Risiken zeichnen sich zwei Hauptsorgen ab: Erstens steigt die Nennung von Energie- und Rohstoffpreisen sprunghaft von 57 Prozent auf 76 Prozent an. Zweitens sehen 71 Prozent der Unternehmen, und damit ähnlich viele wie zuletzt, in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko. Die Arbeitskosten (48 Prozent), schwache Nachfrage (46 Prozent) und Arbeitskräftemangel (44 Prozent) belasten nach wie vor jeweils knapp die Hälfte der Unternehmen, sind aber im Vergleich zum Jahresbeginn zumindest nicht gestiegen. ​

​Die Investitions- und Beschäftigungspläne der regionalen Unternehmen stehen klar im Zeichen einer Zurückhaltung: 22 Prozent wollen Investitionen steigern, 25 Prozent wollen weniger investieren. Auch Stellen werden verstärkt abgebaut: Nur elf Prozent der Unternehmen planen einen Stellenaufbau, 25 Prozent rechnen dagegen mit weniger Beschäftigung.

Obermeier-Osl: Wirtschaft wartet sehnlichst auf Reformpaket

„Die Ergebnisse der vergangenen IHK-Konjunkturberichte für die Region Inn-Salzach sind beispiellos. Die seit Jahren anhaltenden Warnsignale aus den Unternehmen lassen nicht nach. Anstatt des dringend benötigten Wachstums wird die Sorge immer größer, dass die Talfahrt ungebremst weiter geht“, sagt Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf und IHK-Vizepräsidentin. „Vor allem die steigenden Kosten bei Energie und Rohstoffen – getrieben vom Iran-Krieg – treffen unseren heimischen Wirtschafsstandort mit voller Wucht. Aber auch die hausgemachte Strukturkrise im Land macht den Firmen zu schaffen. Die Wirtschaft in der Region wartet sehnlichst auf ein wuchtiges Reformpaket der Bundesregierung, damit die Wirtschaft wieder hochlaufen kann!“

Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht Mitte bis Ende April zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht veröffentlicht.

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