Keine Entwarnung bei den Geschäftsaussichten – Pessimismus lässt nach
Zu ihrer Geschäftslage befragt bezeichnen 30 Prozent der Betriebe diese als gut, 18 Prozent als schlecht. Damit ist im Vergleich zur Herbstumfrage eine Verbesserung zu beobachten. Als größte Bremsklötze nennen die Unternehmen die anhaltend schwache Nachfrage (66 Prozent) sowie die hohen Energie- (58 Prozent) und Rohstoffpreise (51 Prozent). Handelshemmnisse wie etwa Zölle beeinträchtigen die Geschäfte bei 4 von 10 Unternehmen.
Mit Blick auf die kommenden Monate rechnen 22 Prozent der Betriebe mit einer Belebung ihrer Geschäfte. 23 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Die Erwartungen an die Zukunft sind damit weiterhin eingetrübt, aber weniger pessimistisch als noch im Herbst 2025.
Bei den Hauptrisiken, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen, dominieren die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 68 Prozent der Nennungen. An zweiter Stelle folgen die Arbeitskosten mit 65 Prozent der Nennungen und die fehlende Inlandsnachfrage (60 Prozent). Auch die Energie- und Rohstoffpreise
(46 Prozent) sind für die industriestarke Region weiterhin ein Risiko. Der Arbeitskräftemangel (38 Prozent) verliert angesichts des schwachen Beschäftigungsaufbaus an Relevanz.
Schlechte Rahmenbedingungen, hohe Arbeitskosten und eine schwache Nachfrage dämpfen die Investitionsabsichten: 19 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten, 23 Prozent wollen hingegen weniger investieren. Am Arbeitsmarkt setzt sich der Stellenabbau fort, wenn auch etwas langsamer als noch im Herbst. 13 Prozent der Befragten streben einen Stellenaufbau an, 23 Prozent wollen Stellen abbauen.
Schabmüller: „Lage in der Wirtschaft bleibt herausfordernd“
„So richtig Licht am Ende des Tunnels ist nicht zu sehen“, erklärt Franz Schabmüller, Sprecher des IHK-Forums für die Region Ingolstadt. „Zwar haben sich die aktuellen Umfragewerte zur Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen verbessert, aber von einer wirklichen Erholung sind wir noch weit entfernt“, so Schabmüller. Der Sprecher für die regionale Wirtschaft sieht den Grund dafür in den weiter die Unternehmen schwer belastenden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Hinzu kommen steigende Arbeitskosten, die überbordende Bürokratie, fehlende strukturelle Reformen und die anhaltend schwache Nachfrage. Schabmüller erklärt: „Wenn sich die Rahmenbedingungen, unter denen die Betriebe arbeiten, nicht entschieden verbessern, wird es keine Belebung bei den privaten Investitionen geben und damit auch keinen spürbaren Aufschwung.“ Schabmüller zufolge fehle es nach wie vor am politischen Reformwillen, der Wirtschaft entschlossen den Rücken zu stärken. „Das A und O für die Wirtschaft sind Reformen in unserem Steuer- und Sozialsystem. Die Arbeitskosten dürfen nicht weiter davongaloppieren und es braucht die richtigen Anreize, damit die Menschen wieder mehr arbeiten. Ebenso brauchen die Unternehmen einen spürbaren Bürokratieabbau sowie wettbewerbsfähige Energiepreise.
Am Konjunkturbericht der IHK für München und Oberbayern für die Region Ingolstadt haben sich zahlreiche Unternehmen aus der Kreisfreien Stadt Ingolstadt und den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen an der Ilm beteiligt. Die Umfrage fand im Januar dieses Jahres statt. Der Bericht wird drei Mal im Jahr veröffentlicht.