Bayernweit rund 245.000 Schülerbesuche
Bisher besuchten die AusbildungsScouts insgesamt fast 90.000 Schüler im Kammerbezirk München und Oberbayern, in ganz Bayern waren es rund 245.000. Wie erfolgreich sie dabei waren, zeigen die Rückmeldungen der Unternehmen, die bislang teilgenommen haben. „Das Konzept ist super“, meint Edith Herrmann, Assistentin der Geschäftsleitung und verantwortlich für Personalwesen und Ausbildung bei Herrmann CNC-Drehtechnik. „Azubis, die selbst gerade den Beruf erlernen, können ihn den Schülern aus einer einzigartigen, nämlich der eigenen Perspektive heraus näherbringen.“ Außerdem würden sich die Schüler in diesem Rahmen eher trauen, Fragen zu stellen.
Das Unternehmen beteiligt sich seit 2019 jährlich mit stets neuen Auszubildenden. „Vergangenes Jahr im November haben wieder 2 junge Menschen aus unserem Betrieb das Vorbereitungsseminar durchlaufen. Sie warten auf den ersten Einsatz“, sagt Herrmann. Der letzte Punkt ist nicht unwichtig: Kein Azubi wird ins kalte Wasser geworfen. In von der IHK durchgeführten Schulungen erhalten die jungen Menschen Tipps, was zu einer guten Präsentation gehört. Auch viele Unternehmen unterstützen ihre Scouts.
Generalprobe inhouse
Herrmann zum Beispiel stellte seinem damaligen AusbildungsScout Matthias Fronauer für die Präsentation in den Schulen das Imagevideo der Firma mit kurzen Clips zur Verfügung. „Wir haben auch eine Art Generalprobe gemacht, in der Scouts die Präsentation das erste Mal intern vor der gesamten Azubigruppe vortragen durften. Die Azubis spielten die Schüler, stellten Fragen und gaben anschließend Feedback.“
Mit Erfolg. „Anfangs war ich noch etwas zögerlich“, erinnert sich Fronauer, „doch dann wurde ich immer selbstsicherer.“ Dies ist ein nicht zu unterschätzender Nebenaspekt, den viele Firmen an dem Projekt hervorheben: Die Auszubildenden lernen selbst eine Menge bei ihren Einsätzen. Sie gewinnen an Selbstvertrauen.
Selbstsicherer durch Aufgabe als Scout
Mehr Sicherheit im Auftreten bei den eigenen Auszubildenden beobachtet auch Martina Brunner (56), Leiterin Ausbildung bei der BRUNATA-METRONA GmbH & Co. KG in München. Das Unternehmen für Mess- und Energiedienstleistungen beteiligt sich fast seit Beginn an dem Projekt. Seine angehenden Kaufleute für Büromanagement sowie Fachinformatiker gehen in die Vorabgangsklassen der Realschulen, Gymnasien und Fachoberschulen, um für die duale Ausbildung zu werben.
Mehr eingehende Bewerbungen nach Scout-Besuchen
„Die AusbildungsScouts zeigen den Schülern, dass wir ein modernes Unternehmen sind, das Themen wie Digitalisierung, Klimawandel und Energiewende im Fokus hat“, sagt Brunner. Ihre Erfahrungen nach fast 1 Jahrzehnt: „Durch das Projekt AusbildungsScouts erhalten wir immer wieder Bewerbungen für Praktika oder Ausbildungsstellen.“ Das ist keine Ausnahme. Insgesamt berichtet mehr als jedes 5. Unternehmen von eingehenden Bewerbungen nach den Scout-Besuchen.
Informierte Azubis, mehr Vertragsabschlüsse
Das Hauptanliegen der Initiative sei „voll aufgegangen“, findet Ausbildungsleiterin Brunner. Die Interessenten für Ausbildungsplätze seien außerdem viel informierter, wegen der Veranstaltungen in den Schulen und „weil unsere Azubis aus ihrem Alltag erzählen“. Die Bilanz daraus – und aufgrund der Expansion des Unternehmens: 2025 hat BRUNATA-METRONA in München 15 Auszubildende eingestellt. In diesem Jahr werden es voraussichtlich sogar 22 sein.