Es handelt sich im Kern um eine Statistikplattform. Sie stellt auf Basis der 96 Städte und Landkreise im Freistaat touristische und tourismusrelevante Kennzahlen gebündelt dar. Es gibt 6 Hauptkategorien: Tourismus, Demografie, Wirtschaft, Wetter, Infrastruktur und Umwelt. Neu ist dabei der 360-Grad-Blick: Neben Übernachtungen und Ankünften – sozusagen den Datenklassikern im Tourismus – fließen weitere Daten ein, die bislang nicht automatisch mit Tourismus in Verbindung gesetzt wurden.
Offizielle Zahlen bilden Basis
Mehr als 30 Indikatoren liefern Einblicke in Themen wie Herkunft und Zufriedenheit der Gäste, Tourismusintensität und Beherbergungskapazitäten, aber auch Arbeitslosigkeit oder Einkommenssituation im jeweiligen Gebiet. Abrufbar sind etwa Fakten zur Entwicklung der Ladesäulen-Infrastruktur zwischen 2017 und 2024 oder Kaufkraft-Indizes für 2025. Die Basis bilden ausschließlich offiziell erhobene, verlässliche Daten – etwa von dem Bayerischen Landesamt für Statistik, dem Statistischen Bundesamt, der Bundesagentur für Arbeit, dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung sowie von Wetter.com und der Bewertungsplattform TrustYou.
Eine einheitliche geografische Ebene gewährleistet Vergleichbarkeit. „Die Daten sind frei zugänglich, grafisch aufbereitet und stehen zum Download zur Verfügung“, sagt Wagner. „Es entsteht erstmals ein integrierter, langfristig angelegter Datenpool für den bayerischen Tourismus.“ Unternehmen erhielten so eine gebündelte Übersicht relevanter Standortdaten, „die bislang oft nur mit erheblichem Rechercheaufwand zugänglich waren“.
Analysen zu Regionen und Zeitreihen
Der Monitor zeigt regionale Unterschiede und ermöglicht Zeitreihenanalysen sowie Vergleiche zwischen Städten und Landkreisen. „Das hilft unter anderem bei Investitionsentscheidungen oder in Gesprächen mit Politik und Finanzierungspartnern“, erläutert Wagner.
Zudem könnten Betriebe eigene Kennzahlen besser im regionalen Vergleich einordnen und strukturelle Entwicklungen wie Bevölkerungsdynamik oder die Arbeitsmarktsituation vor Ort fundierter bewerten. „Durch die Verbindung touristischer Kennzahlen mit übergeordneten Rahmenbedingungen entsteht insgesamt ein belastbares Fundament für strategische Entscheidungen“, betont Wagner.
Überzeugt vom Mehrwert des Tourismusmonitors ist auch Oswald Pehel, Geschäftsführer der Tourismus Oberbayern München (TOM) e.V., der touristischen Dachorganisation der Region: „Wir und unsere Destinationen erhalten dadurch die Möglichkeit, tourismusrelevante Entwicklungen zeitlich und räumlich zu analysieren. Beispielsweise, wie sich das Interesse von Gästen aus bestimmten Ländern in den oberbayerischen Landkreisen in den vergangenen 5 Jahren entwickelt hat.“ Daraus ließen sich wertvolle Schlüsse ziehen.