Hohes Interesse besteht laut Egermeier immer an konkreten praktischen Anwendungen im Tagesgeschäft. Die Herausforderung: „KI wird zwar heute schon an vielen Stellen täglich eingesetzt. Doch es wird selten hinterfragt, ob es nicht auch andere, sprich: bessere Wege gebe, sie zu nutzen. So bleibt viel Potenzial liegen“, sagt Egermeier.
Das Team befähigen, Tool-Potenziale auszuschöpfen
„Konkret geht es häufig um 2 Ebenen“, ergänzt HYVE-Experte Schurer. Es beginne mit dem Verständnis der Materie: „Viele Kunden wollen ein realistisches Bild davon, was KI leisten kann, wo Grenzen liegen und wie man Risiken im Griff behält.“
An 2. Stelle stehe die Befähigung im Team: „Unternehmen stellen Tools bereit, aber die Mitarbeitenden nutzen sie oft sehr unterschiedlich und schöpfen Potenziale nicht aus.“ Deshalb gehe es in Projekten meist darum, gute Anwendungsfälle zu identifizieren, die Nutzung in den Alltag zu integrieren und Mitarbeitende so zu schulen, dass sie die Tools wirklich produktiv einsetzen können. Kurz gesagt: weg von „Wir haben KI“ hin zu „Wir arbeiten mit KI messbar besser“.
Schneller generieren, vergleichen, entwickeln
Auf welchem KI-Level sich das einzelne Unternehmen auch befindet: Das Thema hat inzwischen einen enormen Stellenwert. „Der Einfluss von KI auf kleine und große Unternehmen ist riesig. Sie beeinflusst nahezu jeden Schritt im Innovationsprozess“, betont Egermeier.
„Noch nie zuvor ging es so einfach und so schnell, aus einer initialen Idee eine konkrete erste Lösung im Sinne eines Machbarkeitsnachweises oder eines minimal funktionsfähigen Produkts abzuleiten.“ Dies gelte im Besonderen für Software, aber allgemein auch für alle anderen Produkte. „Man kann mittels KI schneller Ideen generieren, schneller Varianten vergleichen und schneller Prototypen erstellen“, sagt HYVE-Experte Schurer. „Dadurch lassen sich in derselben Zeit mehr Iterationen durchlaufen, was die Chance erhöht, tragfähige Lösungen zu finden.“
„KI ersetzt nicht das Urteilsvermögen von Menschen“
Gleichzeitig wird KI selbst zunehmend Teil neuer Angebote. „Unternehmen entwickeln Produkte oder Services, die ohne KI so nicht möglich wären. Oder sie erweitern bestehende Leistungen um intelligente Assistenzfunktionen“, sagt Schurer. Er betont dabei: „KI ersetzt nicht das Urteilsvermögen von Menschen.“ Sie könne Geschwindigkeit und Optionen erhöhen, aber Entscheidungen, Priorisierung und Verantwortung blieben menschliche Aufgaben. „Ein KI-Workflow ist nur dann wirklich wertvoll“, so der IT-Fachmann, „wenn Menschen im Fachgebiet beurteilen können, ob das Ergebnis richtig und nützlich ist.“