IHK Ratgeber

Marketing für Existenzgründer: Schon vor ‎der Gründung planen

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© Nicolas Herrbach

Ohne Marketing ist die beste Gründungsidee zum Scheitern verurteilt. Erfahren Sie hier, wie Sie als Existenzgründer Kunden gewinnen.

Inhalt

Einführung

Eine gute Geschäftsidee ist die Basis jeder Existenzgründung. Doch die Idee allein reicht nicht aus. Bereits vor der Gründung sollten Sie sich Gedanken machen, wie Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung verkaufen. Stellen Sie sich bei der Konzeption der Geschäftsidee folgende Fragen: Warum sollen potenzielle Kunden Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung kaufen? Was hebt Ihr Angebot von möglichen Mitbewerbern ab? Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe und wie machen Sie Ihr Geschäft bekannt? Um erfolgreich am Markt zu bestehen, benötigt jedes Unternehmen – ob neugegründet oder seit Jahren am Markt – ein ausgefeiltes Konzept für das Marketing. Hier erfahren Sie, wie Sie ein solches Marketing-Konzept strategisch planen und nach der Gründung umsetzen.

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Was ist Marketing?‎

Viele Existenzgründer und Kleinunternehmer stufen Marketing als modernen Begriff für Werbung ein. Das ist aber nur teilweise richtig. Zwar beschäftigt sich Marketing auch mit der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen, aber eigentlich verfolgt das Marketing ein ganzheitliches Konzept zur marktorientierten Unternehmensführung. Unter Marketing-Aspekten dient jede Entscheidung der Unternehmensführung dazu, die Bedürfnisse der Kunden und des Marktes zu erfüllen.

Der Marketing-Mix mit den vier „P“ als wichtigste Werkzeuge

Alle Maßnahmen und Instrumente, die Unternehmer nutzen, um Marketing-Ziele umzusetzen, werden als Marketing-Mix bezeichnet. Die wichtigsten sind die aus dem Englischen stammenden vier „P“.

  • Product (Produkt oder Dienstleistung)
    Die Produktpolitik ist bereits vor der Gründung Teil des Marketings. In der Regel kennen Sie zwar Ihre Geschäftsidee – aber wissen Sie auch, welche Kundenbedürfnisse Sie genau erfüllen möchten? Hier legen Sie fest, welche USPs (Unique Selling Points = Alleinstellungsmerkmale) Ihr Angebot auszeichnen und wie Sie Ihr Unternehmen im Markt positionieren.
  • Price (Preisgestaltung)
    Die Preispolitik ist ein wichtiger Faktor im Marketing, den Sie bereits vor der Gründung definieren sollten. In die Preisgestaltung fließen alle Punkte mit ein, die für die Festlegung wichtig sind. Das sind unter anderem Ihre Profitabilitätsgrenze, die marktüblichen Preise der Mitbewerber sowie die Kaufkraft Ihrer Zielgruppe. Dazu sollten Sie auch bedenken, dass der Preis unterschwellig eine Aussage zu Ihrem Angebot macht. Möchten Sie sich durch besonders hochwertige Lösungen von Mitbewerbern absetzen, dürfen die Preise nicht zu niedrig sein. Denn potenzielle Kunden verbinden mit Billigpreisen eine mindere Qualität.
  • Place (Distribution)
    Die Distributionspolitik umfasst alles, was für den Vertrieb Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung relevant ist. Auch dieser Teil des Marketings ist bereits vor der Existenzgründung wichtig. Wo möchten Sie Ihr Angebot verkaufen? Vertreiben Sie nur im Internet, eröffnen Sie ein Ladenlokal oder besuchen Sie ausschließlich Märkte und Messen? Benötigen Sie Zwischenhändler? Überprüfen Sie dabei auch, ob die gewählten Vertriebskanäle zum Angebot und zur gewünschten Zielgruppe passen.
  • Promotion (Kommunikation)
    In der Kommunikationspolitik geht es tatsächlich um Werbung, also klassisches Marketing im Verständnis der Allgemeinheit. Hier entscheiden Sie, über welche Kanäle Sie mit Ihren möglichen Kunden in Kontakt treten und wie Sie Ihr Unternehmen und Ihr Angebot darstellen. Legen Sie einen Schwerpunkt auf eine sehr seriöse Darstellung oder bevorzugen Sie eine humorvolle Kommunikation? Möchten Sie auf Augenhöhe kommunizieren oder das Unternehmen als Experten darstellen? Passt Ihr Kommunikationsstil zu Ihrer Zielgruppe und Ihrem Angebot? Die Grundzüge Ihrer Kommunikationspolitik im Marketing sollten Sie bereits vor der Gründung festlegen.

Der Marketing-Mix ist fester Bestandteil des Business-Plans, den Sie vor der Gründung entwickeln. Wie Sie einen Businessplan erstellen, erfahren Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.

Im Folgenden liegt der Schwerpunkt auf der Kommunikationspolitik als Kernpunkt des Marketings.

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Wie lege ich die Basis für ein erfolgreiches Marketing?‎

Ähnlich wie bei der Gründungsidee haben viele Selbstständige auch beim Marketing plötzlich eine zündende Eingebung. Lassen Sie sich davon nicht verleiten, denn Marketing kostet Zeit, Energie und Geld. Daher ist es unerlässlich, für Marketing-Strategien vernünftige Grundlagen zu schaffen. So vermeiden Sie, dass die vermeintlich geniale Maßnahme wirkungslos verpufft oder gar schlecht beim Kunden ankommt.

Zur Entwicklung von zielgerichtetem Marketing sind folgende Werkzeuge empfehlenswert:

  • Zielgruppenanalyse
  • USP
  • Corporate Identity

1. Wie funktioniert die Zielgruppenanalyse?

Je besser Sie Ihre Zielgruppe kennen, desto maßgeschneiderter stimmen Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung sowie das Marketing auf die potenziellen Kunden ab. Eine möglichst große Zielgruppe wirkt nur auf den ersten Blick attraktiv. Denn theoretisch verfügen Sie damit über eine große Käufergruppe für Ihr Angebot, praktisch werben Sie so schwammig, dass Sie kaum Kunden gezielt erreichen. Um viel zu verkaufen, müssen Sie Ihre Kunden kennen. Dabei unterscheidet sich die Zielgruppenanalyse danach, ob Sie an gewerbliche Kunden (B2B) oder an Endverbraucher (B2C) verkaufen.

Die Zielgruppenanalyse im B2B-Bereich

Um potenzielle Kunden im gewerblichen Bereich zu werben, analysieren Sie folgende Aspekte:

  • Organisatorische Merkmale: Stellen Sie Branche und Unternehmenssitz, die Anzahl der Mitarbeiter und den Marktanteil fest und in welcher Phase (z. B. Gründung, Wachstum etc.) sich die Firma befindet.
  • Ökonomische Merkmale: Hier sind Umsatz, Gewinn, Kaufkraft und Wachstum interessant.
  • Kaufverhalten: Ebenso wie Endverbraucher zeichnen sich auch Unternehmen durch ein bestimmtes Kaufverhalten aus. Achten Sie auf die Kauffrequenz, den Kaufzeitpunkt, die Empfindlichkeit gegenüber Preisen sowie den Kaufort.
  • Personenbezogene Merkmale: Entscheidend für ein erfolgreiches Marketing ist auch, den Entscheidungsträger in der Firma richtig einzuschätzen. Hier gehen Sie ebenso vor wie bei der Zielgruppenanalyse im B2C-Bereich. Dazu mehr im folgenden Absatz.

Die Zielgruppenanalyse im B2C-Bereich

Anders als bei der Analyse von Unternehmen betrachten Sie bei der B2C-Analyse sowie bei der personenbezogenen Analyse von Entscheidungsträgern nicht mehr ganze Firmen oder Gruppen. Sie richten Ihr Augenmerk vielmehr auf einzelne Individuen. Mit einer ausführlichen Zielgruppenanalyse erhalten Sie ein genaues Bild Ihrer Kunden und können das Marketing genau auf diese Menschen abstimmen. Prüfen Sie dazu folgende Aspekte:

  • Demografische Merkmale: Beispielsweise: Wo lebt Ihr typischer Kunde (Zielperson) und wie alt ist er? Welches Geschlecht spricht Ihr Angebot an?
  • Sozioökonomische Merkmale: Wie hoch fällt das Einkommen der Zielperson aus? Über welchen Bildungsgrad verfügt ein typischer Käufer Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung?
  • Psychografische Merkmale: Wie ist die Persönlichkeit Ihrer Zielperson? Welche Wünsche hat sie und welche Meinungen vertritt sie?
  • Kaufverhalten: Welches Kaufverhalten zeigt Ihre Zielperson? Kauft sie spontan oder überlegt? Welche Preisschwelle besteht? Wie viel Geld gibt sie bisher für ähnliche Produkte aus?

Tipp: Mit CRM-Software (Customer Relationship Management) führen Sie nicht nur Zielgruppenanalysen durch, Sie erfassen und pflegen auch Ihre Kundendaten, um zielgerichtete Marketing-Maßnahmen durchzuführen.

2. USP – was hebt Ihr Angebot von allen anderen ab?

Während Gründer ihre Geschäftsidee konzipieren, sollten sie bereits ein großes Augenmerk auf das Alleinstellungsmerkmal des geplanten Angebots richten. Der Unique Selling Point, auch Unique Selling Proposition (USP), ist das überzeugende Argument, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen. Denn jeder Kunde möchte wissen, warum er bei Ihrem Unternehmen und nicht bei einem Ihrer Mitbewerber kaufen soll. Im Marketing ist es ein echter Vorteil, wenn Sie mit einem USP werben können. Um Ihr Alleinstellungsmerkmal zu erkennen, stellen Sie sich folgende Fragen zu Ihrem Angebot:

  • Welche besonderen Funktionen oder Eigenschaften haben Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung?
  • Sind Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung neu und ohne Konkurrenz?
  • Zeichnet eine besonders hohe Qualität Ihr Angebot aus?
  • Bieten Sie ein bisher unerreichtes Preis-Leistungs-Verhältnis?
  • Übernimmt Ihr Produkt die Preisführerschaft, d. h., ist es besonders günstig?

3. Corporate Identity festlegen

Jedes Unternehmen benötigt eine eigene, für Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner sichtbare und zuverlässige Identität. Nur so bleibt Ihre Firma glaubwürdig. Welche Identität zum jeweiligen Gründer passt, hängt von der Branche, der Persönlichkeit und der Unternehmensstruktur ab. Eine Unternehmensberatung oder eine Immobilienverwaltung benötigen einen seriösen Anstrich, während ein kleiner Händler durchaus hemdsärmelig und ein trendiges Start-up lässig und unkonventionell wirken können. Das Marketing muss jederzeit auf die Corporate Identity abgestimmt sein.

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Welche Ziele möchte ich erreichen?‎

Die Marketing-Instrumente, das Alleinstellungsmerkmal und die Zielgruppe zu kennen, ist nur der erste Schritt auf dem Weg zum zielgerichteten Marketing. Bevor Sie beginnen zu werben, eine Kampagne bei Facebook starten oder Kugelschreiber mit Ihrem Logo in Auftrag geben, legen Sie fest, welche Ziele Ihre Marketing-Strategie erreichen soll. Es gibt zwei Arten von Zielen:

  • quantitative Marketing-Ziele
  • qualitative Marketing-Ziele

Das Festlegen einer Strategie bietet zwei Vorteile: Sie werben gezielt und wenden sich direkt an die vorher definierte Zielgruppe, und Sie können die Wirksamkeit und den Erfolg des Marketings messen.

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Was ist der Unterschied zwischen quantitativen und ‎qualitativen Zielen im Marketing?‎

Marketing-Maßnahmen können unterschiedliche Ziele verfolgen. Die Einteilung erfolgt in quantitative und qualitative Strategien.

  • Quantitative Marketing-Ziele beziehen sich immer auf messbare Kennzahlen. Sie verfolgen immer das Ziel, eine konkrete Veränderung herbeizuführen. Dazu gehört z. B., mehr Anhänger in den Social-Media-Kanälen zu gewinnen oder mehr Besucher auf der eigenen Homepage zu generieren. Auch das Ausbauen der Reichweite oder die Erschließung neuer Kundengruppen gehören dazu. Quantitative Ziele zeichnen sich durch eine Aktion aus, der eine Reaktion folgt.
  • Qualitative Marketing-Ziele verfolgen zunächst keine ökonomische Strategie. Experten sprechen auch von Wahrnehmungszielen. Hier geht es um Maßnahmen, die die Wahrnehmung des Unternehmens bei den Kunden positiv beeinflussen. Sie können z. B. die Betreuung der Bestandskunden verbessern oder Ihr Image durch die Unterstützung lokaler Sport- oder Wohltätigkeitsveranstaltungen aufpolieren.

Der Erfolg qualitativer Marketing-Strategien ist nicht direkt messbar. Aber die Maßnahmen zahlen sich langfristig aus.

Agieren Sie SMART

Bei der Ausarbeitung Ihrer Marketing-Ziele halten Sie sich am besten an die Formel SMART.

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Akzeptiert
  • Realistisch
  • Terminiert .

Das stellt sicher, dass Sie Ihre Ziele genau und gut umsetzbar definieren. Sie werben gezielt und können messen, ob Sie durch diese Maßnahmen mehr verkaufen.

Tipp: Überlegen Sie sich bei der Ausarbeitung Ihrer Ziele genau, wie viel Zeit Sie für Marketingaktivitäten einplanen können. Es nützt nichts, die Ziele zu hoch zu stecken und zum Beispiel auf mehreren Online-Marketing-Kanälen gleichzeitig angemeldet zu sein, wenn Sie es nicht schaffen, diese auf regelmäßig zu bespielen. Konzentrieren Sie sich gerade am Anfang erstmal auf eines.

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Welche Kanäle sind für das Marketing die richtigen?‎

Wie Sie Werbung als Marketing-Instrument einsetzen, das hängt stark von der Zielgruppe, dem Geschäftsmodell und Ihrem Angebot ab.

Tipp: Werbung soll Ihr Unternehmen und Ihr Angebot in Ihrer Zielgruppe bekannt machen und gleichzeitig ein Bedürfnis oder einen Wunsch bei den potenziellen Kunden wecken.

Gute Werbung spricht die Zielgruppe genau an und hat kaum Streuverluste. Werbung als Marketing übernimmt einen Großteil der Akquise von Kunden und hilft Ihnen, mehr zu verkaufen. Damit steigt der Umsatz. Schlechte Werbung hat hohe Streuverluste und kostet viel Geld.

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Klassische Werbung oder Online-Marketing?‎

Wichtig ist, dass Sie die Kanäle Ihrer Marketing-Strategie für die Werbung auf die Zielgruppe abstimmen. Sie haben die Wahl zwischen zwei Varianten:

  • Klassisches Marketing: Sie werben über die altbekannten Kanäle wie Telefon-Marketing, Briefwerbung, Direkt-Marketing oder Spots in Funk und Fernsehen sowie Anzeigen in Zeitungen und Magazinen.
  • Online-Marketing: Sie erreichen Ihre Kunden über E-Mail-Marketing und Newsletter, Social-Media-Kanäle, über Suchmaschinen-Marketing oder mithilfe von Influencern.

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Welche Marketing-Ziele verfolgen Sie?‎

Um erfolgreich zu werben und damit mehr zu verkaufen, ist eine gezielte Marketing-Strategie wichtig. Stellen Sie sich Ihr Marketing-Ziel wie die Fahrt von Hamburg nach München vor. Sie werden nicht einfach ins Auto steigen und die nächstbeste Autobahn nutzen, sonst landen Sie vielleicht in Dänemark. Sie planen die Fahrt, legen Zwischenziele fest und kontrollieren immer wieder, ob Sie noch auf dem richtigen Weg sind. Ebenso konstruieren Sie die passende Marketing-Strategie, um Ihr Ziel zu erreichen:

  • Bestandsaufname vornehmen, insbesondere: Wo steht das Unternehmen jetzt und wo stehen die Mitbewerber?
  • Realistische Ziele setzen
  • Meilensteine auf dem Weg dahin definieren
  • Geeignete Maßnahmen auswählen
  • Erfolge kontrollieren
  • Bei Bedarf die Strategie anpassen .


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Marketing-Controlling: So messen Sie den Erfolg des ‎Marketings

Besonders einfach ist es, den Erfolg von Maßnahmen im Online-Marketing zu messen. Für den Betreiber eines Onlineshops ist die Konversionsrate die wichtigste Kennzahl. Die Konversion beschreibt die Veränderung beim Status einer Person. Im Onlineshop kann die Konversionsrate z. B. dazu dienen, zu erfassen, wie viele Besucher der Shopseite tatsächlich zu Käufern werden. An je mehr Interessenten Sie tatsächlich verkaufen, desto besser. Sie können auch messen, wie viele der Personen, die aus Social-Media-Kanälen oder durch Online-Anzeigen auf Ihre Seiten geleitet werden, kaufen. So sehen Sie jederzeit, ob Sie erfolgreich um Kunden werben. Die Konversionsrate berechnen Sie nach der einfachen Formel Anzahl der Konversionen (z. B. Shopbesuche) geteilt durch Anzahl der Kaufaktionen.

Im klassischen Marketing ist es schwieriger, den Erfolg zu messen. Anhand einer CRM-Software mit einer gut geführten Kundendatenbank können Sie ermitteln, wie oft Mailings oder Anrufe zum Erfolg führen. Ob Anzeigen in Zeitungen oder Werbespots sich auszahlen, das lässt sich dagegen kaum schlüssig ermitteln.

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Das After Sales Management als Werkzeug zum Marketing

Das Marketing endet nicht nach dem Kauf. Denn wenn der Verkaufsabschluss geschafft ist, eröffnet sich Gründern eine großartige Möglichkeit zur Kundenbindung. Tatsächlich besteht zwischen dem Unternehmen und dem Kunden über den gesamten Produktlebenszyklus eine Bindung. Rückfragen, Retouren, Verbesserungsvorschläge, Anmerkungen und natürlich Gewährleistungsfälle bringen den Kunden wieder in Kontakt mit Ihrem Unternehmen. Und all diese Anliegen sollten schnell, professionell und im Idealfall zur Zufriedenheit des Kunden erledigt werden. Das After Sales Management beinhaltet diese Aufgaben, es gibt Ihnen aber noch mehr Möglichkeiten zum gezielten Marketing. Dazu gehören Folgende:

  • Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft: Bleiben Sie mit Ihren Kunden in Kontakt und bieten Sie ihnen Aktionen mit Sonderrabatten oder dem Verzicht auf die Versandkosten an. Auch kostenlose Zugaben können sinnvoll sein.
  • Vergiss mein nicht: Im Online-Marketing bringen Sie sich durch Suchmaschinenoptimierung, Affiliate Marketing und Social-Media-Marketing immer wieder in Erinnerung. Zeigen Sie Ihren Kunden neue oder ähnliche Produkte zu den bereits bestellten.
  • Erlebnisse schaffen: Durch die Zielgruppenanalyse kennen Sie Ihre Kunden genau. Mit dem Customer Experience Management (CEM) finden Sie möglichst viele Berührungspunkte mit Ihren Kunden und machen den Einkauf bei Ihnen und den Kontakt zu Ihrem Unternehmen zu einem möglichst angenehmen Erlebnis. Dieses Vorgehen fördert zugleich die Mundpropaganda, denn wer angenehme Erlebnisse hatte, möchte diese mit Freunden und Bekannten teilen.

Tipp: Übertreiben Sie es nicht. Das After Sales Management erfordert eine ausgewogene Balance. Der Kunde soll sich wertgeschätzt, aber nicht überrumpelt oder gedrängt fühlen. Daher gilt es, die passende Frequenz für Anrufe oder Mailings zu finden.

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Welche Marketing-Kanäle stehen zur Wahl und wann ‎sind sie geeignet?‎

Alle Unternehmen haben die Wahl zwischen modernem Online-Marketing und den klassischen Marketing-Kanälen.

Was ist Online-Marketing?

Online-Marketing beschreibt alle Maßnahmen, die sich in der Welt des Internets abspielen. Was mit einer Homepage des Unternehmens und Werbe-E-Mails begonnen hat, bietet heute eine Fülle an Möglichkeiten.

Übersicht der Online-Marketing-Kanäle:

  • Die eigene Webseite: Ihre Homepage ist der Kern des Online-Marketings. Sie ist sozusagen Ihr Ladengeschäft und Ihre Unternehmenspräsenz in der virtuellen Welt und daher unverzichtbar.
  • Suchmaschinen-Marketing (SEM): Damit Ihre Homepage auch gefunden wird, betreiben Sie Suchmaschinen-Marketing. Damit decken Sie zwei Bereiche ab: die Suchmaschinenwerbung und die Suchmaschinenoptimierung. Relevante Suchbegriffe helfen Ihnen, damit Google und andere Suchmaschinen potenzielle Kunden auf Ihre Seite leiten.
  • Social-Media-Marketing: Die meisten Unternehmen sind heute in den Social-Media-Plattformen vertreten und nutzen die Möglichkeiten, ihr Unternehmen und ihr Angebot bekannt zu machen. Zu den wichtigsten Plattformen gehören Facebook, XING, LinkedIn, YouTube und Instagram. Ob sich ein Auftritt lohnt, das hängt stark von der Branche und dem Produkt ab. Für niedliches Hundezubehör ist ein Account bei Facebook oder Instagram geradezu ein Muss, bei industriellen Schleifbändern eher weniger, hier bietet sich XING an.
  • Newsletter-Marketing: Newsletter sind billig, flexibel und in Sekundenschnelle zu Tausenden versandt. Damit die Mails nicht im Spam-Ordner landen und tatsächlich gelesen werden, sollte der Inhalt genau auf die Zielgruppe abgestimmt sein.
  • Affiliate Marketing: Beim Affiliate Marketing werben Sie über „verbundene Unternehmen“. Das Prinzip funktioniert ganz einfach. Sie werben bei einem Affiliate-Partner als sogenannter Advertiser für Ihr Angebot. Klickt ein Nutzer der Partnerseite auf Ihr Angebot, wird er auf Ihre Seiten weitergeleitet und der Inhaber der Partnerseite erhält eine Vergütung. Sie könnten z. B. Hundefutter auf einem Hundeerziehungs-Blog bewerben.
  • Influencer-Marketing: Influencer sind einflussreiche Persönlichkeiten auf Social-Media-Plattformen. Blogger oder Vlogger (Video-Blogger) verbreiten Ihre Inhalte an viele Interessierte, die meist gleich eine Zielgruppe bilden. Stellen Influencer Ihr Produkt vor, erhalten Sie viel Aufmerksamkeit.
  • Multi-Level-Marketing: Diese Art des Marketings wird auch als Strukturvertrieb bezeichnet. Es handelt sich um eine Sonderform des Direktvertriebs, bei der es nicht nur Ziel ist, Produkte zu verkaufen. Vielmehr sollen auch neue Verkäufer gewonnen werden. Strukturvertrieb ist eine kritische Strategie, die schnell zum verbotenen Schneeballsystem werden kann, wenn das System es nur darauf anlegt, neue Teilnehmer zu gewinnen und dafür Vergütungen auszuschütten. Mehr dazu in diesem Merkblatt.

Exkurs Suchmaschinenoptimierung

Die Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, SEO) zielt darauf, in Ihren Online-Inhalten relevante Schlüsselbegriffe (Keywords) zu platzieren, um Ihre Seiten in Suchmaschinen wie Google möglichst weit oben zu platzieren. Wie genau der Algorithmus der Suchmaschinen funktioniert, ist ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis, aber es gibt einige Tipps für die erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung:

  • genaue Recherche von Keywords
  • hochwertige Inhalte mit Nutzen für den Leser
  • sinnvolle Seitenstruktur
  • sauberer interner Linkaufbau
  • starke externe Verlinkungen

Tipp: Sie müssen die Suchmaschinenoptimierung nicht selbst vornehmen. Agenturen beraten Sie zum passenden Seitenaufbau und generieren die nötigen Inhalte.

Klassische Marketing-Kanäle

Zu den klassischen Marketing-Kanälen gehören alle, die es bereits vor dem Internet gegeben hat. Hier folgt eine Übersicht:

  • Printanzeigen in Zeitungen und Magazinen: Mit der guten alten Anzeige zu werben, das funktioniert noch heute. Suchen Sie das Medium passend zur Zielgruppe aus.
  • Werben im Radio: Spots im regionalen oder überregionalen Radio nehmen die Hörer nur unterbewusst wahr. Aber nach mehrmaligem Hören stellt sich eine subtile Markenbindung ein.
  • Marketing im TV: Theoretisch sind TV-Werbespots auch für Gründer geeignet. Die hohen Kosten sind allerdings eine große Hürde. Dafür erreichen Sie Ihre Zielgruppe sehr genau, wenn Sie die richtigen Sendezeiten und Programmplätze auswählen.
  • Außenwerbung: Flyer und Plakate sind in einigen Branchen eine durchaus gute Wahl.
  • Direkt-Marketing: Für einige Produkte bietet sich das Direkt-Marketing an. Im direkten Kontakt zum Kunden – sei es per Telefon, auf Messen oder Veranstaltungen – lassen sich manche Artikel hervorragend verkaufen.
  • Netzwerk-Marketing: Hier handelt es sich um eine Unterart des Direkt-Marketings, das mit Empfehlungen arbeitet, z. B. Tupper-Partys mit Empfehlungen für weitere Veranstalterinnen.
  • PR (Public Relations): Das ist keine klassische Form des Marketings, bietet sich aber für Gründer mit kleinem Werbebudget an. Über Pressemitteilungen und Artikel in passenden Medien lässt sich Aufmerksamkeit erzeugen.

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Marketing-Controlling

Ohne Marketing-Controlling erhalten Sie keine vernünftige Marketing-Strategie und können die Ergebnisse Ihrer Werbemaßnahmen nicht überprüfen.

Die folgenden Schritte sind notwendig:

  • Marketing-Budget festlegen – wie viel Werbung können Sie sich leisten?
  • Geeignete Maßnahmen auswählen und die Kosten planen
  • Die verschiedenen Maßnahmen und Kampagnen starten und den Verlauf kontrollieren
  • Erfolge der Maßnahmen überprüfen
  • Eventuell nötige Anpassungen vornehmen und das Budget in andere Maßnahmen verschieben, wenn sich Aktionen als unwirksam erweisen.

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Welchen Stellenwert haben Logo, Design und ‎Markenschutz im Marketing?‎

Ihr Logo und das Design von Homepage, Verpackungen, Produkten etc. haben einen großen Einfluss auf die Markenwirkung. Der Auftritt eines Steuerberaters spricht Kunden durch Klarheit und eine seriöse Ausstrahlung an, Kinderspielzeug punktet mit einem bunten, fantasievollen Rahmen. Doch bei Ihrer individuellen Gestaltung sollten Sie nicht nur an Ihre Kunden, sondern auch an Mitbewerber denken. Eine erfolgreiche und prägnante Marke wird schnell kopiert.

Markenschutz beantragen

Mit dem Markenschutz schützen Sie Ihr geistiges Eigentum wie beispielsweise ein Logo vor Nachahmern. Ihnen stehen verschiedene Schutzmöglichkeiten zur Wahl. Das Thema ist sehr komplex, daher finden Sie hier einen ausführlichen Markenschutz-Ratgeber.

Tipp: Hier finden Sie mehr Informationen zum Schutz von Marken

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Marketing: Was ist in der Werbung erlaubt?‎

Die Werbung unterliegt zahlreichen Regeln und Gesetzen, mit denen Sie sich befassen müssen, bevor Sie eine Kampagne planen.

Grundsätzlich gilt: Werbung darf nicht

  • irreführend sein oder
  • Selbstverständlichkeiten als Besonderheit „verkaufen“.

Vergleichende Werbung ist seit der Jahrtausendwende durch eine EU-Richtlinie erlaubt, unterliegt aber deutlichen Bedingungen und Vorgaben. Diese kurzen Hinweise sind nur die Spitze des Eisbergs, weitere Informationen bietet unsere Service-Seite „Richtig werben von A bis Z“.

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Häufige Fragen zum Marketing für Gründer

Welche Möglichkeiten bieten Facebook-Gruppen für das Marketing von Unternehmen?

Gruppen auf Facebook ermöglichen Fans der Marke, sich ans Unternehmen zu binden, Reichweite durch den Austausch der Nutzer zu generieren und einen Expertenstatus auf einem bestimmten Gebiet zu erlangen.

Warum ist Content-Marketing empfehlenswert?

Content-Marketing lässt sich genau passend zur Zielgruppe steuern. Außerdem kaufen Menschen gern bei Menschen, die sie kennen. Content-Marketing gibt Ihrem Shop oder Ihrem Unternehmen ein Gesicht wie damals bei „Tante Emma“ und erhöht zugleich die Reichweite.

Multi-Level-Marketing (MLM): eine Chance für Gründer?

MLM kann sicherlich in Einzelfällen zum Erfolg führen. Aber Ihnen sollte bewusst sein, dass es gerade in diesem Bereich schwarze Schafe gibt. Und selbst mit einem seriösen Anbieter sind Sie ähnlich abhängig und gebunden wie beim Franchising, und viele Entscheidungen sind vorgegeben. Trotzdem investieren Sie nicht weniger Zeit und Energie als bei einer Gründung in Eigenregie.

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