Umsatzbesteuerung von Dienstleistungen

Dienstleistungen über die Grenze

Dienstleistungen werden umsatzsteuerlich anders behandelt als Warenlieferungen. Was gibt es zu beachten?

Grenzüberschreitender Dienstleistungsverkehr

Werden Dienstleistungen über die Grenze erbracht, stellt sich immer auch die Frage, wie die korrekte umsatzsteuerliche Behandlung der grenzüberschreitenden Leistungen aussieht. Hierbei spielt vor allem eine Rolle,

  • in welchem Land die erbrachte Leistung umsatzsteuerlich erfasst wird
  • und wie als Folge dessen die jeweilige Rechnungstellung auszusehen hat
  • wer die Bezahlung der Steuer übernimmt.

Ein Merkblatt zum grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr gibt Ihnen einen Überblick über die Grundzüge der umsatzsteuerlichen Behandlung von Dienstleistungen, die an unternehmerische Leistungsempfänger erbracht werden.

Spezielle Abrenzungskriterien bestehen bei der Softwareüberlassung. Ein Merkblatt gibt Ihnen darüber Auskunft.

Umsetzung des MwSt-Digitalpakets zum 1. Januar 2019: Das Bundesfinanzministerium hat in seinem Schreiben vom 14. Dezember 2018 die Änderungen des Umsatzsteueranwendungserlass bzgl. des Orts der Dienstleistung durch das MwSt-Digitalpakets zum 1. Januar 2019 erläutert:

"Mit Wirkung vom 1. Januar 2019 wird die Regelung zur Bestimmung des Orts von sonstigen Leistungen auf dem Gebiet der Telekommunikation, von Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und von auf elektronischem Weg erbrachten sonstigen Leistungen (§ 3a Abs. 5 UStG) geändert. Der Leistungsort der vorgenannten sonstigen Leistungen, die von einem Unternehmer, der über eine Ansässigkeit in nur einem Mitgliedstaat verfügt, an Nichtunternehmer erbracht werden, die in anderen Mitgliedstaaten ansässig sind, liegt an dem Ort, der sich nach § 3a Abs. 1 UStG bestimmt (Ort, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt oder Betriebsstätte, von der die sonstige Leistung ausgeführt wird), wenn der Gesamtbetrag der Entgelte der bezeichneten sonstigen Leistungen insgesamt 10 000 Euro im vorangegangenen Kalenderjahr nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr nicht überschreitet. Der leistende Unternehmer kann auf die Anwendung dieser Umsatzschwelle verzichten mit der Folge, dass sich der Leistungsort der bezeichneten Leistungen (weiterhin) stets an dem Ort befindet, an dem der Leistungsempfänger seinen Wohnsitz, seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort oder seinen Sitz hat. Die Verzichtserklärung bindet den Unternehmer mindestens für zwei Kalenderjahre."

Mit Schreiben vom 10. Februar 2017 hat das Bundesfinanzministerium erneut zum Ort der Dienstleistungen im Zusammenhang mit Grundstücken Stellung genommen. Auch wurden Regelungen zur Personalgestellung festgelegt.

Das Bundesfinanzministerium hat in einem Schreiben vom 28. Februar 2014 festgelegt, dass Dienstleistungen nun einen ausreichend direkten Zusammenhang mit einem Grundstück aufweisen müssen:

  • Die Dienstleistung muss mit einem ausdrücklich bestimmten Grundstück in Zusammenhang stehen,
  • und das Grundstück muss selbst Gegenstand der Dienstleistung sein. Dies ist u. a. dann der Fall, wenn ein ausdrücklich bestimmtes Grundstück als wesentlicher (= zentraler und unverzichtbarer) Bestandteil einer Dienstleistung anzusehen ist.
  • Ferner wurde explizit mit aufgenommen, welche Leistungen bei der Errichtung eines Windparks (insbesondere Offshore-Windparks) im Zusammenhang mit einem bestimmten Grundstück stehen und welche nicht.