Ihre aktuellen Geschäfte beurteilen die Betriebe etwas besser als zuletzt, auch wenn die Bäume im langjährigen Vergleich nicht in den Himmel wachsen: 31 Prozent bezeichnen ihre Lage als „gut“, 19 Prozent als „schlecht“. Jedoch zeigt sich gerade der Handel in der Region zum Jahresbeginn unzufrieden. Zentraler Bremsklotz bleibt die fehlende Nachfrage, die 62 Prozent der Unternehmen als Problem melden. Auch die hohen Preise bei Energie (45 Prozent) und Rohstoffen (40 Prozent) belasten die regionale Wirtschaft weiterhin. Handelshemmnisse wie etwa Zölle beeinträchtigen mehr als jedes vierte Unternehmen.
In den kommenden Monaten erwarten die Unternehmen bessere Geschäfte. 23 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Belebung, zwölf Prozent mit einer Verschlechterung ihrer Geschäfte. Trotz der besseren Aussichten bleibt die Risikogemengelage für die kommenden Monate bestehen: 66 Prozent sehen in der fehlenden Inlandsnachfrage ein Geschäftsrisiko, 60 Prozent klagen über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die steigenden Arbeitskosten gewinnen an Dramatik: 52 Prozent sehen darin ein Geschäftsrisiko – damit zehn Prozentpunkte mehr als noch im Herbst. Die Belastung durch hohe Lohnnebenkosten und die Mindestlohnerhöhung spielen neben dem schwächeren Absatz dabei eine entscheidende Rolle. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch im Herbst.
Die schwierige wirtschaftspolitische Gemengelage führt dazu, dass sich die Unternehmen bei Investitionen wieder stärker zurückhalten: 24 Prozent der Unternehmen wollen Investitionen ausweiten, 18 Prozent wollen weniger investieren. Auch der Stellenabbau geht weiter. Nur 13 Prozent rechnen mit einer steigenden Beschäftigtenzahl, 18 Prozent hingegen wollen Stellen streichen.
IHK-Vizepräsident Heinz: Es braucht Strukturreformen – und zwar jetzt
„Nur in kleinen Schritten geht es für die Wirtschaft nach oben, eine Trendwende und ein Wirtschaftsaufschwung schaut anders aus“, erklärt IHK-Vizepräsident Otto Heinz. „Die Unternehmen in der Region München kämpfen weiter mit einer Flut an Bürokratie, international nicht wettbewerbsfähigen Energiekosten, einer schwächelnden Konsumlaune im Land und den weiter steigenden Lohnnebenkosten. Um aus dieser Situation herauszukommen und die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen, braucht es endlich Strukturreformen – und zwar jetzt.“
Heinz fordert vor allem von der Bundespolitik, die Kosten für die Sozialversicherungsbeiträge einzubremsen. „Die Menschen brauchen mehr Anreize, mehr zu arbeiten. Dazu dürfen die Arbeitskosten nicht weiter davon galoppieren“, so der IHK-Vizepräsident. „Es braucht an allen Ecken und Enden eine Entlastung der Wirtschaft. Gerade mit Blick auf unsere europaweit einmalige und international angesehene Start-up-Szene in München und der Region muss die Politik mehr Unternehmertum fördern, Gründungen erleichtern und jungen – genauso wie alteingesessenen Unternehmen – das Leben einfach leichter machen. Denn wir haben so viel Potenzial und so viele Innovationen, die unseren Wirtschaftsstandort voranbringen und Wirtschaftswachstum ermöglichen können - wenn wir ihnen keine Steine in den Weg legen!“
Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht Anfang bis Mitte Januar zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg sowie in der Landeshauptstadt befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht veröffentlicht.