Über eine halbe Million Arbeitsplätze im Auslandsgeschäft
Die Prognos-Studie ermittelt erstmals die direkte und indirekte volkswirtschaftliche Relevanz des Warenexports bis auf Landkreisebene: Mit 47 Prozent regionaler Exportwertschöpfung steht die Stadt Ingolstadt sowohl in Oberbayern als auch in ganz Bayern an erster Stelle. Weitere oberbayerische Gebietseinheiten mit überdurchschnittlicher Exportorientierung sind der Landkreis Altötting (26 Prozent) sowie die Landkreise Traunstein und Weilheim-Schongau (jeweils 22 Prozent). Für diese Analyse betrachtet die Prognos-Studie nicht nur die Wertschöpfung durch industrielle Fertigung und Zulieferer, sondern auch Dienstleistungen wie Softwareentwicklung, Engineering, Logistik und Forschung.
Die Landeshauptstadt München verzeichnet zwar in der Studie einen Wert der Exportrelevanz von lediglich 16 Prozent, steht aber bei den Steuereinnahmen aus der Exportwirtschaft mit 2,8 Milliarden Euro bei weitem an erster Stelle. Die Zahl ergibt sich aus der Addition der kommunalen Anteile von Gewerbe- und Körperschaftsteuern sowie Einkommensteuern der Unternehmer und Beschäftigten.
Die wichtigsten oberbayerischen Exportbranchen bleiben der Kraftfahrzeugbau, gefolgt von Maschinenbau, Elektronik und Chemieindustrie. Allerdings verlieren die Auto- und Chemiesparte zuletzt relativ an Bedeutung, während Maschinenbau und Elektronik stärker zulegen.
„Die Ergebnisse zeigen sehr klar, wie stark Oberbayern vom Export profitiert. Gleichzeitig gilt: Wo Regionen besonders exportabhängig sind, sind sie auch besonders verwundbar. Das gilt aktuell augenfällig für die von der Autoindustrie geprägten Wirtschaftsräume“, betont Gößl. Er fordert: „Die Unternehmen brauchen bessere Standortbedingungen, um dauerhaft im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dafür müssen Bürokratie- und Produktionskosten sinken. Zugleich müssen sich die Rahmenbedingungen für Bildung, Forschung und Forschungstransfer, Wachstumsfinanzierung und Genehmigungstempo an den besten Regionen der Welt ausrichten. Ebenso braucht unsere Wirtschaft zum Erschließen neuer Märkte die aktive Unterstützung auf Landes- und Bundesebene sowie Rückenwind durch weitere EU-Freihandelsabkommen.“
Die Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des BIHK ist auf der BIHK-Webseite und auf dem Außenwirtschaftsportal der bayerischen IHKs online verfügbar.