Pressemeldung vom 11.05.2026

BIHK-Studie: Warenexport bleibt Eckpfeiler der bayerischen Wirtschaft

Die Exportwirtschaft spielt für Bayern weiter eine enorm wichtige Rolle. Rund 18 Prozent der bayerischen Bruttowertschöpfung hängen direkt oder indirekt von Warenexporten ab, teilt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) mit. Im Vergleich der Bundesländer liegt dieser Anteil nur in Baden-Württemberg höher und erreicht dort mehr als 20 Prozent, heißt es in einer heute veröffentlichten Prognos-Studie im Auftrag des BIHK.

Rund 1,4 Millionen Arbeitsplätze im Auslandsgeschäft / Große regionale Unterschiede

„Die Exportstärke prägt die bayerische Wirtschaft“, sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. „Auch wenn das internationale Geschäft mit den USA und China zuletzt gelitten hat, gewinnen für uns neben dem überlebenswichtigen EU-Binnenmarkt neue Märkte wie Indien, Südostasien und Südamerika stark an Bedeutung“, so Gößl weiter.

Die Prognos-Studie ermittelt erstmals die direkte und indirekte volkswirtschaftliche Relevanz des Warenexports bis auf Landkreisebene: Mit 47 Prozent regionaler Exportwertschöpfung steht die Stadt Ingolstadt in Bayern an erster Stelle, gefolgt vom Landkreis Dingolfing-Landau (38 Prozent), der Stadt Schweinfurt (35 Prozent), der Stadt Erlangen (33 Prozent) und dem Landkreis Altötting (26 Prozent). Für diese Analyse betrachtet die Prognos-Studie nicht nur die Wertschöpfung durch industrielle Fertigung und Zulieferer, sondern auch Dienstleistungen wie Softwareentwicklung, Engineering, Logistik und Forschung.

Die so definierte bayerische Exportwirtschaft trägt laut Studie mit insgesamt 1,4 Millionen Arbeitsplätzen erheblich zum bayerischen Steueraufkommen bei: 16 Milliarden Euro davon hängen direkt oder indirekt am Export – allein 12 Milliarden Euro über die Einkommensteuern von Unternehmern und Beschäftigten. Dazu kommen jeweils rund zwei Milliarden Euro Gewerbe- und Körperschaftsteuer.

Die wichtigsten bayerischen Exportbranchen bleiben der Kraftfahrzeugbau, gefolgt von Maschinenbau, Elektronik und Chemieindustrie. Allerdings verlieren die Auto- und Chemiesparte zuletzt relativ an Bedeutung, während Maschinenbau und Elektronik stärker zulegen.

„Die Ergebnisse zeigen sehr klar, wie stark Bayern vom Export profitiert. Gleichzeitig gilt: Wo Regionen besonders exportabhängig sind, sind sie auch besonders verwundbar. Das gilt aktuell augenfällig für die von der Autoindustrie geprägten Wirtschaftsräume“, betont Gößl. Er fordert: „Die Unternehmen brauchen bessere Standortbedingungen, um dauerhaft im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dafür müssen Bürokratie- und Produktionskosten sinken. Zugleich müssen sich die Rahmenbedingungen für Bildung, Forschung und Forschungstransfer, Wachstumsfinanzierung und Genehmigungstempo an den besten Regionen der Welt ausrichten. Ebenso braucht unsere Wirtschaft zum Erschließen neuer Märkte die aktive Unterstützung auf Landes- und Bundesebene sowie Rückenwind durch weitere EU-Freihandelsabkommen.“

Die Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des BIHK ist auf der BIHK-Webseite und auf dem Außenwirtschaftsportal der bayerischen IHKs online verfügbar.

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