Rückblick zur Veranstaltung "Digitale Souveränität: Perspektiven für Unternehmen" am 22.04.2026
Wie können wir digital souveräner werden?
Darum ging es bei der Veranstaltung „Digitale Souveränität – Perspektiven für Unternehmen“ in der IHK für München und Oberbayern. Über 100 Unternehmerinnen und Unternehmer nahmen dabei wertvolle Erkenntnisse und praxisnahe Lösungsansätze für ihre nächsten Schritte hin zu mehr digitaler Souveränität mit.
Zu Beginn skizzierte Dr. Esther Görnemann (Weizenbaum‑Institut) die ökonomischen Herausforderungen und politischen Gestaltungsziele
. Digitale Souveränität lasse sich – je nach Akteur und Definition – aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Entsprechend vielfältig seien auch die möglichen Wege, digitale Souveränität zu erreichen.
Die Abhängigkeiten der Unternehmen
machte anschließend Carlo Zensus (Bitkom e.V.) deutlich: Nahezu alle Unternehmen sind auf digitale Importe angewiesen – von Hardware wie Smartphones und Laptops bis hin zu digitalen Dienstleistungen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass nach Einschätzung des Bitkom nur sehr wenige Unternehmen länger als ein Jahr ohne digitale Importe auskommen könnten. Bestätigt wird dies auch durch die
aktuelle IHK‑Digitalisierungsumfrage
, die erhebliche Abhängigkeiten von internationalen digitalen Produkten zeigt – von Software und Cloud‑Diensten bis hin zu KI und Hardware.
In der Podiumsdiskussion wurde die zentrale Bedeutung digitaler Souveränität für Unternehmen und Europa herausgestellt. Sie ist Voraussetzung für Resilienz, Sicherheit und Innovationsfähigkeit. Ziel sei dabei jedoch keine Abschottung, sondern der gezielte Aufbau deutscher und europäischer Kompetenzen bei gleichzeitiger Offenheit für verlässliche globale Partnerschaften. Entscheidend sei, Abhängigkeiten bewusst zu erkennen, Risiken abzuwägen und dort, wo es kritisch ist, belastbare Alternativen zu schaffen. Hier seien Staat, Unternehmen und Gesellschaft gefragt.
Sascha Ederer (Schwarz Digits Clouds) brachte die zentrale Herausforderung auf den Punkt: „Es ist ein erheblicher Unterschied, von digitaler Souveränität zu sprechen – und sie tatsächlich zu schaffen.“
Für eine erfolgreiche Umsetzung im Unternehmen empfiehlt Andreas Pohl (Stadtsparkasse München): „Digitale Souveränität entsteht, wenn sichere, einfache digitale Services auf effiziente, zukunftssichere Prozesse treffen.“
Anschließend gaben Expertinnen und Experten unter dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ ihr Know‑how weiter: In den Panels „Souveräne Softwarealternativen“, „Strategie und Angebot finden“, „Datensouveränität, Sicherheit & Cloud“ sowie „Souveräne KI“ erhielten die Teilnehmenden zahlreiche praktische Anregungen für das eigene Unternehmen.
Den Abschluss bildete ein Impulsvortrag von Dr. Laura Dornheim, Chief Digital Officer der Landeshauptstadt München, die dazu ermutigte, sich den Herausforderungen auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität entschlossen und mutig zu stellen. Dabei stellte sie auch den Souveränitätscheck der Landeshauptstadt München vor, der auch von Unternehmen frei genutzt werden kann.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass digitale Souveränität nur im Zusammenspiel von Technologie, Organisation und Menschen erreicht werden kann – und dass der offene Austausch zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Technologieanbietern dafür entscheidend ist.