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Marktplatz Gute Geschäfte: Speeddating für die gute Sache

Marktplatz Gute Geschäfte: Speeddating für die gute Sache

© Andreas Heddergott

Anderen helfen, selbst profitieren

Freiwillig etwas Gutes tun: Im Kontext von Unternehmen und Selbstständigen spricht man von Corporate Volunteering. Wie es gelingt und warum es viel bringt.

Von Sabine Hölper, 2/2026

Geben ist seliger denn nehmen – schon die Autoren der Bibel wussten, dass Großzügigkeit glücklich macht. Das gilt nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen und Selbstständige. Drei Viertel aller Unternehmen in Bayern engagieren sich für das Gemeinwohl, so das bayerische Sozialministerium ganz aktuell. Sie leisten Geld- und Sachspenden, stellen Beschäftigte frei oder Räume bereit, unterstützen Sportvereine, Kulturprojekte, Umweltinitiativen oder Mentoringprogramme. Dabei bringen sich nicht nur große Unternehmen, sondern auch kleine Firmen und Selbstständige vielfach gesellschaftlich ein.

Eine besondere und stetig wachsende Form des unternehmerischen Engagements ist dabei das Corporate Volunteering: Es bezeichnet Aktivitäten, bei denen Mitarbeitende aller Ebenen mit ihrer Zeit oder ihrem Wissen gemeinnützige Projekte, die über das reguläre Geschäft hinausgehen, unterstützen. Gemeinnützige Einrichtungen haben durch das Engagement der Unternehmen zugleich die Möglichkeit, Projekte umzusetzen, für die ihnen sonst die personellen Mittel fehlen.

Dienst am Anderen

„Die sich engagierenden Firmen leisten damit stets auch einen Beitrag zur Lösung sozialer und ökologischer Herausforderungen“, erläutert Andri König, Referent Nachhaltigkeit bei der IHK für München und Oberbayern. Gleichzeitig wirkt sich das Engagement positiv auf das Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit aus, macht so attraktiv für Kunden und Partner und verbessert nicht zuletzt die Mitarbeiterzufriedenheit. „Einen guten Zweck zu unterstützen, gibt allen ein gutes Gefühl“, so König.

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Ihr ist der Dienst am Anderen wichtig – Isabel Schrimpf von der Freiwilligenagentur TATENDRANG

Isabel Schrimpf von der Münchner Freiwilligen-Agentur TATENDRANG, die Helfer und Hilfesuchende zusammenbringt, differenziert die Bedeutung des Corporate Volunteering nach Unternehmensgröße: „Bei großen Unternehmen spielt das Teambuilding eine Rolle. Kleine Unternehmen mit wenigen Mitarbeitenden arbeiten sowieso eng zusammen.“ Für sie gehe es ebenso wie für Soloselbstständige in der Regel darum, ihre Kompetenzen für einen guten Zweck zur Verfügung zu stellen. „Der Dienst am Anderen steht im Vordergrund“, sagt Schrimpf.

Geringer Zeitaufwand, großer Effekt

Der in München ansässige Fotograf Stefan Randlkofer bestätigt das. Er hat schon etliche gemeinnützige Organisationen wie etwa den Verein zur Betreuung und Integration behinderter Kinder und Jugendlicher (BiB) e.V. durch unentgeltliche Fotoaufnahmen unterstützt. „Ich kann mit relativ überschaubarem Zeitaufwand, also etwa einem halben Tag Arbeit, viel bewirken“, begründet er sein Wirken. „Das bringt mir Feel-Good-Momente.“

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Freut sich, dass er Gutes tun kann – Fotograf Stefan Randlkofer

Mit Speed-Dating zu guten Taten

Randlkofer ist über TATENDRANG zum Corporate Volunteering gekommen. Die nach eigenen Angaben erste Freiwilligen-Agentur Deutschlands organisiert seit fast 20 Jahren im 2-Jahres-Rhythmus auch den „Marktplatz Gute Geschäfte“ in München: Dabei treffen sich Unternehmen und Selbstständige in einer Art Speed-Dating mit gemeinnützigen Organisationen. Sie haben 90 Minuten Zeit, um gemeinsam Ein-Tages-Projekte zu vereinbaren. Das können Aufgaben sein, wie: die Grafik für einen Flyer zu erstellen, Marketing-Beratung oder Bewerbungscoachings durchzuführen, bei Seniorenausflügen oder Renovierungsarbeiten zu helfen. Die Palette der möglichen Unterstützungen ist also vielfältig – auch deshalb ist das Format so erfolgreich. „Bei der vergangenen Veranstaltung wurden rund 60 Projekte abgeschlossen“, sagt Schrimpf.

IHK-Info: Marktplatz Gute Geschäfte am 28. April 2026

Der nächste Marktplatz Gute Geschäfte findet am 28. April 2026 ab 18 Uhr in den Räumen der IHK für München und Oberbayern, Max-Joseph-Straße 2, 80333 München statt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, die anschließende Teilnahme verbindlich. Die Anmeldung erfolgt online bis spätestens 9. März 2026. Am 11. März 2026 findet für alle Teilnehmer ein Online-Briefing statt.