Geistiges Eigentum schützen
Worum geht es?
Gewerbliche Schutzrechte wie Marken, Designs, Patente oder das Urheberrecht schreiben den wirtschaftlichen Wert von kreativer Leistung, von Innovationen und Investitionen einer bestimmten Person zu. Wer diese Rechte verletzt oder dazu beiträgt, sie zu verletzen, schädigt die Berechtigten. Neben finanziellen Einbußen stehen der Ruf einer Marke oder eines Produkts, oft sogar Gefahr für Leib und Leben der Nutzer auf dem Spiel. Berechnungen ergeben, dass allein durch Produktpiraterie in der EU zuletzt über 500.000 Arbeitsplätze betroffen waren und ein gesamtwirtschaftlicher Schaden in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro entstand. * Die Digitalisierung vereinfacht und ermöglicht die Verletzung gewerblicher Schutzrechte in ungeahnter Zahl. Von Filmen, Büchern, Musikstücken werden mit einem Klick Kopien erstellt, gefälschte Produkte finden über Plattformen und den Postversand den Weg direkt zum Endkunden, und Verfahren wie der 3-D-Druck ermöglichen die Herstellung eigentlich geschützter Produkte und Produktteile in „Heimarbeit“.
Einschätzung
Grundsätzlich erachten die Inhaber von Rechten die deutschen und europäischen Rechtsvorschriften für den Schutz von unternehmerischem Know-how für ausreichend. Gleichwohl schafft die Digitalisierung mit neuen automatisierten Prozessen Fallgestaltungen, in denen Rechteinhaber, deren Rechte verletzt werden, immer wieder an der Durchsetzung ihrer Rechte scheitern. Immer wieder sind die eigentlichen Täter für sie nicht greifbar. Die Plattformen, auf denen diese Täter Handel betreiben, beleidigen, verleumden, Plagiate anbieten etc., sind die Schnittstelle zwischen den Rechteinhabern und den anonymen, nicht greifbaren Rechteverletzern. Gleichwohl haften Plattformen nach wie vor nur beschränkt, auch wenn sie den Rechteverletzern einen Marktplatz und den Zugang zu den potenziellen Kunden bieten. Hauptabnehmer von Produkt- und Markenpiraterieware sind Verbraucher, die Plagiate auf Onlineplattformen erwerben. Die Kaufentscheidungen der Verbraucher und die Angebote der Vermarktungsplattformen schaffen so einen Markt für rechteverletzende Produkte. Diese Rolle der Vermarktungsplattformen, deren kommerzielle Interessen und Wertschöpfungsketten sowie die Rolle der Konsumenten sind zu berücksichtigen, wenn über notwendige Maßnahmen zum Schutz von Know-how diskutiert wird. Das Prinzip Verantwortung ist bei allen Akteuren zu stärken.
Fazit
- Das Leitbild vom mündigen Verbraucher fördern und sein Verantwortungsbewusstsein schärfen
- Haftungsregeln müssen durch das Ausmaß, die Art und Weise der Schutzrechtsverletzungen und den jeweiligen Handlungsbeitrag der verschiedenen Akteure dazu gerechtfertigt sein
* www.tagesspiegel.de/wirtschaft/negativ-preis-plagiarius-plagiate-sind-profitabler-als-drogenhandel/24005752.html