IHK-Zertifizierung für Wohnimmobilienverwalter

IHK-Zertifizierung für Wohnimmobilienverwalter

immobiliendarlehensvermittler

Mit der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) hat der Bundesgesetzgeber den „zertifizierten Verwalter“ eingeführt.

Aktueller Stand (23.12.2021):

Die Verordnung ist verabschiedet und steht zum Download zur Verfügung Verordnung über die Prüfung zum zertifizierten Verwalter nach dem Wohnungseigentumsgesetz

Die notwendigen Vorbereitungen für die Prüfungsdurchführung sind eingeleitet. Voraussichtlich wird die IHK München ab Mitte 2022 die Prüfung anbieten können. Aktuelle Informationen zum Sachstand, was die Prüfung anbetrifft, finden Sie immer hier.

IHK-Zertifizierung für Wohnimmobilienverwalter

Durch das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEG) vom 16. Oktober 2020 (BGBl. I S. 2187) wurde der grundsätzliche Anspruch jeder Wohnungseigentümerin und jedes Wohnungseigentümers im Rahmen ordnungsmäßiger Verwaltung auf Bestellung eines zertifizierten Verwalters eingeführt (§ 19 Absatz 2 Nummer 6 Wohnungseigentumsgesetz [WEG]).

Nach einer Übergangszeit von zwei Jahren wird ab Dezember 2022 nur noch die Bestellung eines zertifizierten Verwalters ordnungsmäßiger Verwaltung entsprechen. Das bedeutet, dass ab 01.12.2022 jeder Wohnungseigentümer das Recht hat, von seinem Wohnungsverwalter einen Sachkundenachweis zu verlangen. Eine Ausnahme gibt es nur für kleinere Anlagen mit nicht mehr als acht Sondereigentumseinheiten, bei denen ein Wohnungseigentümer zum Verwalter bestellt wurde.

Verwalter, die bereits zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des WEMoG am 01.12.2020 in Gemeinschaften bestellt sind, gelten für den Zeitraum bis zum 01.06.2024 gegenüber den Wohnungseigentümern dieser Gemeinschaften als zertifizierte Verwalter.

Den zertifizierten Verwalter selbst regelt die neue Bestimmung des § 26a WEG. Als zertifizierter Verwalter darf sich nach § 26a Absatz 1 Satz 1 WEG bezeichnen, wer vor einer Industrie- und Handelskammer durch eine Prüfung nachgewiesen hat, dass er über die für die Tätigkeit als Verwalter notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse verfügt.

Die Rahmenbedingungen der Zertifizierung, also insbesondere die Prüfungsinhalte und das Prüfungsverfahren, müssen noch festgelegt werden, ebenso der Personenkreis, der von einer Prüfungspflicht befreit sein wird, weil er bereits über eine ausreichende Qualifikation verfügt. Dies ist im Gesetz für Volljuristen, Immobilienkaufleute oder Studienabsolventen mit immobilienrechtlichem Schwerpunkt angedacht. Eine „Alte-Hasen-Regelung“ wird es wohl nicht geben.

Das Nähere soll durch die Verordnung über die Prüfung zum zertifizierten Verwalter nach dem Wohnungseigentumsgesetz (ZertVerwV) konkretisiert werden.

Die Zertifizierung ist keine Voraussetzung für die Erteilung einer Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Nr. 4 GewO. Verwalter können also ihre Tätigkeit grundsätzlich auch ohne Zertifizierung aufnehmen und dieser nachgehen.

Eine erfolgte Zertifizierung hat keinen Einfluss auf die in § 34c Abs. 2a GewO vorgeschriebene Weiterbildungspflicht. Auch zertifizierte Verwalter unterliegen der Weiterbildungspflicht in einem Umfang von 20 Stunden innerhalb eines Zeitraums von drei Kalenderjahren.