Pressemeldung vom 17.03.2026

Münchens Weg zur europäischen Innovationsschmiede

Die Startups in der Region München haben in den vergangenen Jahren nicht nur einen Wachstumsrekord erlebt, sondern machen die Landeshauptstadt mit ihrem Umland inzwischen auch zu Europas Innovationsschmiede. Im vergangenen Jahr gründeten sich in München 290 Startups neu. Das ist ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit ein deutlich größerer Zuwachs als im bundesweiten Schnitt (29 Prozent). Das zeigt der erste „Startup und Scaleup Monitor“ der bayerischen IHKs und des Startup-Verbands. Mehr als ein Drittel des rekordverdächtigen Startup-Booms in ganz Bayern trägt München.

IHK und Startup-Verband: Gründungen in der Region erreichen Rekordniveau

Porträtfoto von Dr. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern und des Bayerischen Handelskammertags e. V.

IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl

Nicht nur bei Neugründungen überholt die Landeshauptstadt mit ihrem Umland die anderen Regionen Deutschlands, sondern auch bei der Finanzierung – dem entscheidenden Hebel für ein erfolgreiches Wachstum der Jungunternehmen. Lag das Investitionsvolumen in die Startups der Region München zwischen 2018 und 2020 noch bei 3,2 Milliarden Euro, stieg es zwischen 2023 und 2025 um 100 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro an. In Berlin gingen die Investitionen im gleichen Zeitraum dagegen um 19 Prozent zurück. Anders als im Bundesschnitt finanzieren sich die Münchner Startups zu mehr als einem Drittel über Wagniskapital (Venture Capital) und häufiger auch über strategische Investoren. Fast die Hälfte der Jungunternehmen haben in ihrer bisherigen Entwicklung staatliche Fördermittel erhalten.

Besonders im Sicherheits- und Verteidigungsbereich sowie im Bereich Deeptech, also zukunftsweisende Innovationen auf Basis neuer wissenschaftlicher Forschungsergebnisse, sind die Startups in der Region München europaweit führend. In den kleinen, aber stark wachsenden Defense-Sektor flossen im vergangenen Jahr bundesweit mehr als eine Milliarde Euro. Das Geld ging zum Großteil in die Region München. In Summe lagen die Investitionen in Münchner Verteidigungs-Startups zwischen 2023 und 2025 bei über 1,7 Milliarden Euro – europäische Spitze, gefolgt von London mit 230 Millionen Euro.

Die Dynamik der Startup-Landschaft ist nicht auf die Landeshauptstadt begrenzt, sondern ist auch im Umland spürbar: Der Landkreis München ist mit 475 aktiven Startups deutschlandweit der Landkreis mit der höchsten Startup-Anzahl pro Kopf der Bevölkerung. Aber auch die Landkreise Starnberg (142), Fürstenfeldbruck (75) und Rosenheim (75) gehören mit ihrer lebendigen Startup-Szene zu den bayerischen Top10-Regionen.

„Die Entwicklung der Münchner Startup-Szene ist nicht nur deutschlandweit spitze, sondern in ganz Europa. Wir erleben eine neue Gründungsepoche in der gesamten Region. Ein nachhaltiger Aufbruch mit unbändiger Lust auf Neues ist das A und O. Dafür braucht es ausreichend Finanzierung, Risiko und Freiraum für gelebtes Unternehmertum“, erklärt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. „Die Ausgangslage könnte besser nicht sein: Eine gründungsfreundliche und aktive Startup-Politik, Talente aus aller Welt sowie die Nähe zu bestehenden Industrieunternehmen und zu Bundeswehreinrichtungen, wie der Universität in Neubiberg und dem Innovationszentrum in Erding. Dazu kommt, dass fast 90 Prozent der heimischen Startups die Nähe zu den Hochschulen schätzen. Darauf müssen wir weiter bauen, den Startups den roten Teppich ausrollen und ihnen die Finanzierung mit einer vollendeten europäischen Kapitalmarktunion erleichtern sowie sie noch viel mehr bei öffentlichen Aufträgen zum Zug kommen lassen. Denn sie haben das Potenzial, unsere Wirtschaft in der ganzen Breite wieder mitanzukurbeln.“

„Die deutsche Wirtschaft steht unter enormem Druck – Wachstumsschwäche, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen bremsen unsere Wettbewerbsfähigkeit. Startups sind in dieser Situation kein Nice-to-have, sondern ein entscheidender Motor für Innovation, neue Industrien und nachhaltiges Wachstum“, sagt Heike Freund, Vorständin des Startup-Verbands. „Sie bringen neue Technologien schneller in den Markt und schaffen damit die Grundlage für zukünftige Wertschöpfung. Umso wichtiger sind starke Ökosysteme wie in Bayern und dynamische Standorte wie München.“

Die IHK und der Startup-Verband weisen zugleich auf die Herausforderungen hin, die anzupacken sind: So liegt der Anteil von Gründerinnen in München mit 13,5 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 20 Prozent. Ebenfalls hinkt das Finanzierungsvolumen im internationalen Vergleich zu den absoluten Top-Standorten in der Welt, wie der Bay Area rund um San Francisco oder Boston, noch hinterher.

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