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Setzt auf digitale Präsenz – Oliver Heberling, Geschäftsführer von Kabeltronik Arthur Volland

Setzt auf digitale Präsenz – Oliver Heberling, Geschäftsführer von Kabeltronik Arthur Volland

© Kabeltronik Arthur Volland

Kabel für die Welt

Rund 40 Prozent des Umsatzes erzielt Kabeltronik Arthur Volland im Ausland. Wie sich der Exportpreis-Gewinner 2025 im internationalen Geschäft behauptet.

Von Daniel Boss, IHK-Magazin 1-2/2026

Weiter weg geht nicht: Mit mehr als 18.000 Kilometern ist die Entfernung von Oberbayern nach Neuseeland kaum zu überbieten. Und genau dorthin, ans andere Ende der Welt, liefert die Kabeltronik Arthur Volland GmbH regelmäßig ihre Produkte.

Nur ein wenig näher gelegen ist der Standort des wichtigsten Auslandskunden: „Das größte Volumen geht derzeit nach Vietnam“, berichtet Geschäftsführer Oliver Heberling. „Dort ist ‚Made in Germany‘ ein wichtiges Kaufkriterium.“ Etwa ein Drittel der Kunden von Kabeltronik kommt aus dem Ausland – sie sorgen für fast 40 Prozent des Umsatzes, sagt Heberling stolz.

2.500 verschiedene Artikel

Das Geschäftsmodell der Firma aus Denkendorf im Landkreis Eichstätt besteht im Handel mit Kabellösungen. Rot, Blau, Grün, Schwarz – im Lager herrscht eine bunte Ordnung. Hier sind rund 2.500 verschiedene Artikel vorrätig, beispielsweise Schaltdrähte und -litzen, Sensorkabel, Steuer- und Signalleitungen oder Audiokabel. Los geht es bei 100 Metern Kabellänge, am anderen Ende der Skala stehen Rollen von mehreren Kilometern. „Wir liefern auf Wunsch auch in bedarfsgerechten Mengen – so, wie es unsere Kunden brauchen“, sagt Heberling.

Das Spektrum der Anwender reicht vom 1-Personen-Tonstudio bis zum global agierenden Konzern. Verwendung finden die Kabel unter anderem in der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, in der LED-Beleuchtung sowie bei Rundfunkanstalten. „Wir sorgen für exakt funktionierende Sensoren, das richtige Licht in der Sportarena oder den satten Sound bei Konzerten“, nennt der Geschäftsführer einige weitere Beispiele. Beliefert werden Endkunden ebenso wie Distributionspartner, mit denen Kabeltronik seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.

Made in Bavaria

Das Unternehmen wurde 1983 von Arthur Volland gegründet. Der erste Standort befand sich in Lenting, doch schon 2 Jahre später zog Kabeltronik an den heutigen Firmensitz um. Parallel dazu entstand im Bayerischen Wald ein Kabelwerk, das bis heute einen wesentlichen Teil des Fertigungsprogramms bildet.

Darüber hinaus arbeitet Kabeltronik mit ausgewählten, spezialisierten Herstellern zusammen. „Wir beziehen den größten Teil unserer Produkte aus Bayern – teils sogar aus Oberbayern – und nahezu alles aus Deutschland“, betont Geschäftsführer Heberling.

Spezifisch nach Kundenwunsch

Die Nähe zur Fertigung ermöglicht es, effizient auf kundenspezifische Anforderungen zu reagieren. „Das ist einer unserer größten Vorteile im Wettbewerb“, betont Heberling. Gleichzeitig behält Kabeltronik den Markt genau im Blick: Das Unternehmen analysiert, welche Produkte gefragt sind oder neue Lösungen bieten – und erweitert sein Sortiment gezielt um solche Artikel. „Wir punkten mit Flexibilität und Schnelligkeit“, so der Geschäftsführer.

Digital Kontakt halten

Wie schafft es ein mittelständisches Unternehmen, den Kontakt zu Kunden auf verschiedenen Kontinenten aufzubauen und zu halten? „Früher waren wir sehr aktiv auf Messen – so haben wir auch unseren vietnamesischen Großkunden kennengelernt. Inzwischen setzen wir aber mehr auf digitale Präsenz“, erläutert Heberling. „Wir legen Wert darauf, online gut sichtbar und leicht auffindbar zu sein – das gelingt bislang sehr gut.“

Keine Dienstreisen nötig

Bestellt werde nach wie vor überwiegend auf dem klassischen Weg, also per E-Mail. Selbst bei Sonderwünschen seien keine Dienstreisen in andere Länder nötig, sagt der Geschäftsführer. „Der Austausch funktioniert hervorragend – auch digital.“

Als ihn die Bewerbungsanfrage der IHK zum Exportpreis Bayern 2025 erreichte, war Heberling sofort dabei, obwohl ihm das Erreichen der Auszeichnung zunächst wie eine hohe Hürde erschien. „Wir Mittelständler neigen dazu, unser Licht unter den Scheffel zu stellen“, sagt er. „Umso größer war dann die Freude, als wir tatsächlich gewonnen hatten.“