Gewerberecht

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© Jeanette Dietl / fotolia

Eine Existenzgründung ist mit vielen formalen Hürden verbunden. Ein Merkblatt mit den wesentlichen gewerberechtsrelevanten Informationen hilft Ihnen, Stolpersteine zu vermeiden. Hier finden Sie Informationen zu den Vorschriften für Immobilienmakler, Versteigerer, Reisegewerbe, Wanderlager und Märkte. Außerdem informieren wir über Ladenschlusszeiten, das Kosmetikrecht und das Textilkennzeichnungsrecht.

Hürden bei Selbstständigkeit

Der erste Schritt in die Selbstständigkeit - ein Sprung ins kalte Wasser. Die Existenzgründung in Deutschland ist häufig mit kleinen "Hürden" verbunden. Neben mehreren Behördengängen und Formalitäten, die mit dem ersten Schritt in die Selbstständigkeit verbunden sind, wird der Existenzgründer auch noch mit einer Vielzahl an gewerberechtlichen Fragestellungen konfrontiert. So gilt es zunächst zu klären, ob die beabsichtigte Tätigkeit zu den Gewerben oder sogar den freien Berufen gehört. Aber auch die Frage, ob besondere Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen sind, tritt häufig auf.

Diese und auch andere gewerberechtliche Fragestellungen können Sie bei Ihrer IHK klären. Unser Merkblatt "Gewerberecht" mit den wesentlichen gewerberechtlich relevanten Informationen steht für Sie zum Download bereit.

Die einzelnen Bestimmungen der Gewerbeordnung (GewO) können auf einer Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz eingesehen werden.

Gewerbetreibende, die sich als Immobilienmakler, Darlehensvermittler, Bauträger oder Baubetreuer selbstständig machen möchten, benötigen neben der Gewerbeanmeldung nach § 14 GewO eine gewerberechtliche Erlaubnis nach § 34c GewO. Die Voraussetzungen sind derzeit für alle Tätigkeiten gleich. Neben dem Nachweis der Zuverlässigkeit anhand eines Führungszeugnisses und einer Auskunft aus dem Gewerbezentralregister (beides zur Vorlage bei einer Behörde zu beantragen) ist das Vorliegen geordneter Vermögensverhältnisse weitere Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis.

Die Erlaubnis ist bei der örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde (Landratsamt oder kreisfreie Stadt) zu beantragen. Bitte wenden Sie sich bei Fragen zur Dauer des Erlaubnisverfahrens direkt an die für Sie zuständige Kreisverwaltungsbehörde.

Erlaubnispflicht für Wohnimmobilienverwalter seit 1. August 2018

Die Tätigkeit als gewerblicher Wohnimmobilienverwalter ist seit dem 1. August 2018 ebenfalls erlaubnispflichtig nach § 34c Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 GewO. Die Erlaubniszuständigkeit hierfür wurde durch eine Änderung der bayerischen Zuständigkeitsverordnung (GVBl. 2018, S. 550 ff.) geregelt. Zuständige Erlaubnisbehörde in Bayern (ausgenommen Kammerbezirk Aschaffenburg) ist die IHK für München und Oberbayern.

Wer ist von der Erlaubnispflicht für Wohnimmobilienverwalter betroffen?

Der neuen Erlaubnispflicht unterliegen seit 1. August 2018 zunächst Wohnungseigentumsverwalter, die gewerbsmäßig das gemeinschaftliche Eigentum von Wohnungseigentümern im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes verwalten. Aber auch gewerbliche Mietwohnungsverwalter, die für Dritte Mietverhältnisse über Wohnraum verwalten, fallen unter die neue Erlaubnispflicht.

Hier finden Sie alle Infos, Formulare und Merkblätter rund um die neue Erlaubnis.

Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter seit 1. August 2018

Der Bundestag hat am 22. Juni 2017 das "Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter" beschlossen. Anstelle des ursprünglich im Gesetzentwurf als Erlaubnisvoraussetzung geplanten Sachkundenachweises wurde eine Weiterbildungsverpflichtung für Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter eingeführt.

Inkrafttreten des Gesetzes zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter:

Mit Ausnahme der Änderungen des § 11a Absatz 8 Satz 2 GewO sowie der Verordnungsermächtigung nach § 34c Absatz 3 GewO, die bereits am 24. Oktober 2017 in Kraft getreten sind, ist das Gesetz zum 1. August 2018 in Kraft getreten.

Welche Änderungen haben Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter seit 1. August 2018 zu beachten?

1. Immobilienmakler

An der Erlaubnispflicht für Immobilienmakler hat sich nichts geändert. Wie schon im bestehenden Recht reichen Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse als Erlaubniskriterien aus. Auf die weiteren Kriterien "Berufshaftpflichtversicherung" und "Sachkunde" wurde verzichtet.

2. Wohnimmobilienverwalter

  • Die bislang erlaubnisfreie Tätigkeit des Wohnimmobilienverwalters wurde mit Wirkung zum 1. August 2018 erlaubnispflichtig.
  • Der Erlaubnispflicht unterliegen sowohl Wohnungseigentumsverwalter, als auch Mietwohnungsverwalter.
  • Neben der Zuverlässigkeit und den geordneten Vermögensverhältnissen muss der Wohnimmobilienverwalter eine Berufshaftpflichtversicherung nachweisen. Auf das Erfordernis der "Sachkunde" wurde wie beim Immobilienmakler verzichtet.

3. Weiterbildungspflicht

  • Einzelheiten hierzu ergeben sich aus der novellierten Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Die neuen Regelungen in der MaBV sind ebenfalls zum 1. August 2018 in Kraft getreten. Bitte beachten Sie hierzu auch unser Merkblatt.
  • Seit 1. August 2018 besteht eine Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter selbst und ihre unmittelbar bei erlaubnispflichtigen Tätigkeiten mitwirkenden Angestellten in einem Umfang von 20 Zeitstunden innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren. Die inhaltlichen Anforderungen ergeben sich aus der MaBV. Die Weiterbildung kann in Präsenzform, in einem begleiteten Selbststudium mit nachweisbarer Lernerfolgskontrolle durch den Weiterbildungsanbieter, durch betriebsinterne Maßnahmen des Gewerbetreibenden oder in einer anderen geeigneten Form erfolgen.
  • Der Erwerb eines Ausbildungsabschlusses als Immobilienkaufmann/-frau oder eines Weiterbildungsabschlusses als Geprüfte/-r Immobilienfachwirt gilt als Weiterbildung.
  • Für Gewerbetreibende und ihre zur Weiterbildung verpflichteten Beschäftigten mit einem bereits vorhandenen Abschluss als Immobilienkaufmann oder Immobilienkauffrau sowie als Geprüfter Immobilienfachwirt oder Geprüfte Immobilienfachwirtin beginnt die Weiterbildungspflicht erst drei Jahre nach dem Erwerb dieses Abschlusses.
  • Eine "Weiterbildungsdelegation" des Gewerbetreibenden auf seine angestellten Aufsichtspersonen ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

4. Informationspflicht für Wohnimmobilienverwalter

Wohnimmobilienverwalter sind verpflichtet, ihren Auftraggebern auf Anfrage Informationen über ihre berufsspezifischen Qualifikationen sowie über die in den letzten drei Kalenderjahren von ihnen und ihren unmittelbar bei der erlaubnispflichtigen Tätigkeit mitwirkenden Beschäftigten absolvierten Weiterbildungsmaßnahmen zu geben. Diese Informationspflicht kann durch entsprechende Angaben auf der Internetseite erfüllt werden.

5. Übergangsregelung für bei Beginn der Erlaubnispflicht nach § 34c Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 GewO bereits tätige Wohnimmobilienverwalter

Für Wohnimmobilienverwalter, die vor dem 1. August 2018 bereits Wohnimmobilien verwaltet haben und diese Tätigkeit nach dem 1. August 2018 weiterhin ausüben wollen, besteht eine Übergangsfrist bis zum 1. März 2019, innerhalb derer sie die Erlaubnis nach § 34c Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 GewO beantragen müssen.

Merkblatt

Unser Merkblatt "Immobilienmakler, Darlehensvermittler, Bauträger, Baubetreuer, Wohnimmobilienverwalter" informiert über die Voraussetzungen für die Erlaubniserteilung nach
§ 34c GewO und gibt einen Überblick zu den vorgesehenen Neuregelungen für Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter. Auch zu den wichtigsten Vorschriften, die im Rahmen der Ausübung der nach § 34c GewO erlaubnispflichtigen Tätigkeiten zu beachten sind, finden Sie eine Zusammenstellung in unserem Merkblatt.

Geldwäscheprävention

Informationen zu den Pflichten der Immobilienmakler nach dem Geldwäschegesetz und das Merkblatt "Geldwäscheprävention - ein Thema für mich?!" finden Sie hier.