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Soziale Initiativen – sie können zu den externen Stakeholdern zählen

Soziale Initiativen – sie können zu den externen Stakeholdern zählen

© HockleyMedia24/peopleimages.com/Adobe Stock

Kontaktpflege auf Wirkung

Viele Personen und Organisationen können die Entwicklung eines Unternehmens beeinflussen. Wer sind diese sogenannten Stakeholder? Und wie können kleine Firmen die Beziehungen zu ihnen pflegen?

Von Stefan Bottler, 1/2026

Viele Unternehmer haben im Dezember Weihnachts- und Neujahrsgrüße verschickt. „Die meisten Adressaten sind vermutlich auch ihre Stakeholder“, sagt Henrike Purtik, IHK-Fachfrau für Corporate Social Responsibility. „Der Begriff Stakeholder – deutsch Anspruchsgruppen – ist schwer einzugrenzen“, räumt Purtik ein. „Grundsätzlich meint er Personen und Organisationen, die von dessen Handlungen unmittelbar betroffen sind oder ein besonderes Interesse am Unternehmen haben: Wer für oder mit dem Unternehmen arbeitet, Anteile hält, regelmäßige Kontakte mit ihm pflegt, Ansprüche, Anregungen, Lob, Beschwerden oder auch Proteste äußert, ist ein Stakeholder.“

Intern wie extern

Die Wirtschaftswissenschaften unterscheiden zwischen internen und externen Stakeholdern. Interne Stakeholder sind Eigentümer, Gesellschafter, Manager oder Mitarbeiter. Sie gehören dem Unternehmen unmittelbar an und haben einen direkten Einfluss auf betriebliche Entscheidungen und Abläufe.

Externe Stakeholder gehören dem Unternehmen nicht an. Als Gläubiger, Investoren, Lieferanten oder Kunden sind sie jedoch an dessen Erfolg und Weiterentwicklung beteiligt oder können dies wenigstens beeinflussen. Auch Behörden und politische Gremien können zu den externen Stakeholdern zählen. Gleiches gilt für Wirtschaftsorganisationen, Forschungsinstitute, Hochschulen, Medien, Anwohner, gemeinnützige Einrichtungen und Initiativen oder die Familien der Beschäftigten. Auch sie haben Einfluss auf die Unternehmensentwicklung oder sind durch diese betroffen.

Kommunikation aufbauen

Auf jeden Fall sollten Unternehmen regelmäßig mit ihren Stakeholdern kommunizieren, rät Purtik. Um eine gute Kommunikation zu ihren Stakeholdern aufzubauen und auch von den Beziehungen zu profitieren, sollten Unternehmen zunächst einmal auflisten, welche Personen und Organisationen tatsächlich als Stakeholder einzustufen sind und wie relevant diese für das Unternehmen sind oder werden können. „Bei der Arbeit an einer solchen Liste entdeckt man möglicherweise auch neue Zielpersonen oder -gruppen, zu denen es sich lohnt, Kontakt aufzunehmen“, sagt Purtik. „Wer zum Beispiel Nachhaltigkeitsmaßnahmen plant, könnte im Vorfeld mit Umweltinitiativen aus der Gemeinde Kontakt aufnehmen, sich mit ihr beraten. Bei neuen Produkten könnten Verbraucherinitiativen wertvolle Hinweise geben.“

Maßnahmen und Ansprechperson

Außerdem müssen Unternehmer sich klar machen, welche Anforderungen die einzelnen Stakeholder an das Unternehmen selbst beziehungsweise dessen Produkte und Dienstleistungen formulieren und welche Auswirkungen ihre Ansprüche haben können. Könnten sie Entwicklungen verzögern oder verhindern oder auch stärken? Erst dann lässt sich über Maßnahmen entscheiden, die die Beziehungen zu den einzelnen Stakeholdern strukturieren und verbessern: von der Weihnachtspost bis zu regelmäßigem Austausch.

Persönlicher Kontakt

Ansprechpartner für die Stakeholder kann der Firmenchef selbst sein, aber auch besonders geeignete Mitarbeitende. „Kleine und mittlere Betriebe sind hier durchaus im Vorteil“, so Purtik. „Ihre Stakeholderzahl ist in der Regel überschaubarer und der Kontakt oftmals regelmäßiger und direkter als das bei großen Konzernen der Fall ist.“

Zu differenzieren ist der Stakeholder im Übrigen vom Shareholder. Dieser ist vom Wortlaut her Anteilseigner, also Miteigentümer des Unternehmens, damit aber zugleich immer auch einer seiner Stakeholder. Bei großen Unternehmen, die auch nach der Corporate Social Responsibility Directive (CSRD) berichtspflichtig sind, gehört der Stakeholderdialog zur Berichtspflicht.