Kommunikation auf Augenhöhe
Herausfordernd seien vor allem die ersten Schritte gewesen. „Ich wusste nicht, was für ein Wust an Bürokratie auf mich zukommt und habe viele Fehler gemacht“, erinnert sie sich. Andererseits war sie nicht wie viele Gründer auf externe Finanzspritzen angewiesen. „Ich war ja erfahren genug, um mich selbst zu vermarkten und hatte bereits ein großes Netzwerk.“
Das rasche Wachstum der Agentur auf heute 22 Mitarbeiter, mehr als 100 Kunden und über 500 erfolgreich umgesetzte Projekte führt sie nicht nur auf die Qualität ihrer Dienstleistungen zurück – „wir liefern, statt zu labern“ –, sondern auch auf das gute Verhältnis zu Team und Auftraggebern. Dabei setzt sie auf offene Kommunikation auf Augenhöhe, Ehrlichkeit und wertschätzende Führung. „Wir versprechen nichts, was wir nicht halten können“, betont Meyer.
Mit KI zu mehr Freiraum
Sie räumt ein, dass sich Social Media rasend schnell wandelt und das Feld Marketing oft nicht mehr allein zu stemmen sei. Deshalb setzt die Fachfrau auf Kooperationen und holt fallweise andere Agenturen mit ins Boot. Damit sie und ihre Kunden bei den neuesten Trends immer einen Schritt voraus sind, „analysieren wir außerdem pausenlos unsere Daten und investieren viel in Weiterbildung“. Inzwischen ist bei allen Arbeitsschritten der contentkueche auch künstliche Intelligenz im Einsatz. „Sie nimmt uns administrative und operative Prozesse ab und bietet uns den Freiraum, kreativer zu sein“, argumentiert Meyer.
Vorbild für junge Frauen
Am meisten begeistert die Unternehmerin die selbstständige Entwicklung innovativer Produkte und Lösungen. Diese Leidenschaft möchte Meyer gern auch jungen Frauen nahebringen, die ihrer Meinung nach kaum Vorbilder haben und laut einschlägigen Studien zu wenig an ihre Fähigkeiten glauben. „Deshalb mache ich seit 2023 regelmäßig beim IHK-Girls‘Day mit“, sagt sie. Am bundesweiten Girls’Day – der Mädchen für mehrheitlich von Männern ausgeübte MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) interessieren soll – lädt sie Schülerinnen ein, um sie für die Selbstständigkeit zu begeistern. Denn auch in der Selbstständigkeit darf es ruhig noch mehr Frauen geben. Meyer ist jedes Mal ganz beschwingt von dem Elan der 16-Jährigen, die sich brennend für TikTok-Videos und Insta-Reels interessieren. „Versteckt euch nicht und glaubt an euch“, appelliert Meyer dann an die Schülerinnen.