Von Eva Müller-Tauber, 2/2026
Kaum aus dem Schlaf erwacht und schon am Handy: Im digitalen Zeitalter ist dieses Verhaltensmuster vor allem bei der jüngeren Generation fast schon normal. Für den Münchner Honorarberater Roman Enders war darum klar: „Wenn ich eine jüngere Kundengruppe erschließen will, muss ich sie über die sozialen Medien ansprechen.“
Seit gut eineinhalb Jahren informiert der Inhaber der Freymund Capital Consult UG daher mit seiner Frau Christiane Enders regelmäßig in seinem Instagram-Kanal über wertorientiertes Vermögensmanagement auf Honorarbasis. Auch auf LinkedIn bringt er sich mit Beiträgen ein und nimmt zu denen anderer Nutzer Stellung, wohlwissend, „dass hier noch stärker als auf Instagram der Community-Interaktionsgedanke dominiert“.
Content bieten
Wichtig ist dem 54-Jährigen, nicht als Marktschreier aufzutreten, sondern „zu informieren, Content zu liefern“. Bewusst will er einen Gegenpol zu Mitbewerbern setzen, die nur auf kurze Aufmerksamkeit aus sind, auch wenn ihm bewusst ist, „dass diese Form der Öffentlichkeitsarbeit einen längeren Atem erfordert, bis sie zum Erfolg führt“. Dafür sei sie jedoch nachhaltiger, weiß der Unternehmer.
Dass PR mehr als das Versenden von Pressemitteilungen ist und zudem kein Sprint, sondern ein Marathon, bestätigt auch Dorothee Murfeld, IHK-Referentin Medienbranche. „Sie entscheidet maßgeblich mit darüber, wie Unternehmen in Medien, in der Öffentlichkeit und somit bei Kunden wahrgenommen wird.“ Wer hier dauerhaft einen positiven Eindruck hinterlassen will, sollte daher kontinuierlich dranbleiben und wirkliche Inhalte liefern.
Möglich sei dies vereinfacht gesagt auf 3 Arten. Durch
- paid Content (bezahlter Inhalt): Das Unternehmen bezahlt für die Veröffentlichung, zum Beispiel Anzeigen oder Sponsored Posts.
- earned Content (verdienter Inhalt): Kostenlose Aufmerksamkeit durch Medienberichterstattung, zum Beispiel wenn eine Zeitung über das Unternehmen berichtet.
- owned Content (eigene Inhalte): Alles, was die Geschäftsführung selbst kontrolliert, zum Beispiel die Unternehmenswebsite, Social-Media-Kanäle oder Newsletter.
Regelmäßig und authentisch
„Nutzen Sie vor allem Kanäle, auf denen Sie authentisch und sicher kommunizieren können. Lieber weniger, dafür richtig, als alles nur halbherzig zu machen“, rät Murfeld. Denn mit einer klaren Strategie, regelmäßiger PR-Arbeit und authentischer Kommunikation über bewusst ausgewählte Kanäle könnten auch kleine Unternehmen oder Einzelunternehmer medienrelevant werden, macht sie Inhabern von Kleinbetrieben Mut, Öffentlichkeitsarbeit nicht zu vernachlässigen. Sie könnten Journalisten gleichermaßen Mehrwert bieten, weiß die IHK-Fachfrau. „Hintergrundgespräche oder Interviews sind eine Möglichkeit, Expertise zu zeigen und gleichzeitig mediale Präsenz zu erreichen – selbst ohne große Kampagnen.“