Hier tauschen Menschen ihre Geschichten mit Texten, Bildern oder Videos aus und schildern ihre Erlebnisse. „Das schafft emotionale Nähe und wirkt einfach sympathisch“, so Nizeyimana. Zu ihren Kunden gehören Autohäuser, Einzelhandelsunternehmen, aber auch Konzerne, Arztpraxen und Handwerksbetriebe.
„Show – don’t tell, also zeigen, statt nur zu behaupten“, so beschreibt sie den Kern erfolgreichen Storytellings, das die Follower in den Bann zieht. „Nicht einfach sagen, dass man zum Beispiel ein tolles Team ist, sondern es beweisen – mit echten Einblicken, Texten, Bildern und Videos.“
Kunden und Bewerber gewinnen
Nizeyimana empfiehlt, intern sogenannte Corporate Influencer auszuwählen, „die authentisch nach außen zeigen, wie das Unternehmen arbeitet, denkt und fühlt“. Die Digitalexpertin ist überzeugt: „Mit gutem Storytelling gewinnt man Kunden und passende Bewerber.“
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Manuela Heintze. Sie betreibt seit mehr als 3 Jahren in der Münchner Innenstadt das Ladengeschäft Nica’s Cosmos samt Onlineshop. Zum breit gefächerten Angebot gehören Kinder- und Damenmode, Plüschfiguren, Spielsachen und Accessoires.
Bekannt bis nach Asien
Auf der Website erzählt Heintze die Gründungsgeschichte, zeigt Fotos aus dem Ladengeschäft und beschreibt ihre Produkte. Auf Instagram platziert sie täglich Neuigkeiten mit Fotos, etwa über neu eingetroffene Waren oder persönliche Erlebnisse. Auch Restaurantempfehlungen können dazugehören. „Die News und Storys schreibe ich ganz nach Gefühl“, sagt die Unternehmerin und freut sich über mittlerweile fast 3.000 Follower, Tendenz steigend.
„Storytelling bewährt sich bestens für die Neukundengewinnung wie auch für die Kundenbindung und hat uns sogar im Fernen Osten bekannt gemacht“, berichtet sie. Nachdem ihr Geschäft in einer chinesischen Travel-App empfohlen worden war, „haben Reisende aus Asien auffallend häufig bei uns im Laden eingekauft“.
Mix, der Emotionen weckt
Auch Annette Gushurst, Geschäftsführerin der cute stuff GmbH in Berg, setzt auf Storytelling. In ihrem Onlineshop bietet sie unter anderem Kaschmirpullover, -mützen und -schals sowie diverse Accessoires an. Auf Instagram platziert sie hierzu kurze Storys, Videoclips oder Fotos. Hinzu kommen Pflegetipps samt Stylingideen.
„Mit den Geschichten zeigen wir, dass in unseren Kaschmirprodukten viel Liebe, Handwerk und Verantwortung steckt“, sagt die Shopinhaberin. „Dabei achten wir auf ein harmonisches Zusammenspiel von Texten, Bildern sowie Emotion.“
Werte widerspiegeln
Gushurst berichtet auf Social Media ebenso über ihre regelmäßigen Besuche bei den nepalesischen Kleinbetrieben, mit denen sie seit mehr als 10 Jahren zusammenarbeitet. Sie erzählt von gemeinsamen Mahlzeiten mit den Gastgebern und Gesprächen über Privates. „Diese Nähe zu den Kaschmirherstellern mit der gegenseitigen Wertschätzung bildet die Basis unseres Unternehmens und spiegelt sich im Storytelling wider“, betont die Firmenchefin.
Höhere Kundenbindung
Storytelling sieht sie nicht als direkten Umsatztreiber, sondern als Weg, um Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen und zu festigen. Gushurst: „Authentische Inhalte kommen zwar gut an, führen aber nicht unweigerlich zu mehr Umsatz. Sie bewirken aber, dass sich die Kunden an uns erinnern und sich für cute stuff interessieren.“