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Verlieh die Preise – Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber

Verlieh die Preise – Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber

© Bayer. Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz/Ralf Rödel

Nachhaltig mit großer Wirkung

Wenn wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen: 2 Firmen aus Oberbayern haben den Bayerischen Ressourceneffizienzpreis 2025 erhalten.

Von Daniel Boss, IHK-Magazin 1-2/2026

Die bayerischen Betriebe und Unternehmen haben eine Schlüsselfunktion für nachhaltige Lösungen. „Sie sind Antreiber für eine moderne Kreislaufwirtschaft. Ideen wie die der Preisträger bringen den Ressourcenschutz in Bayern kraftvoll voran. Mit dem Ressourceneffizienzpreis honorieren wir die Kreativität und Innovationskraft der Unternehmen und wollen zum Mitmachen anregen.“ Mit diesen Worten verlieh Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) in Nürnberg den Bayerischen Ressourceneffizienzpreis 2025.

Mehr Effizienz, weniger Kosten

Ausgezeichnet wurden neben einer Firma aus Niederbayern die oberbayerischen Unternehmen CORDIAL und meplan. Die beiden zeigen exemplarisch: Der effiziente Einsatz von Ressourcen spart Kosten, steigert die Wettbewerbsfähigkeit, verringert die Abhängigkeit von Importen und trägt gleichzeitig zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

CORDIAL GmbH: Wirtschaftlich und ökologisch

Die CORDIAL GmbH aus Dachau bei München ist seit nunmehr 30 Jahren auf Kabel für die Event- und Installationstechnik sowie für Musikinstrumente spezialisiert. Das Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitenden beliefert weltweit Distributoren und Händler dieser Branchen.

Dabei geht es nicht ausschließlich um den optimalen Klang: 2023 wurde das Gitarrenkabel ECOHEMP aus der innovativen und möglichst nachhaltigen ECOCORD-Produktlinie bereits mit dem German Innovation Award Gold für besondere Produktneuerungen und mit dem Red Dot Award für exzellentes Design ausgezeichnet.

Ohne Weichmacher und Schwermetalle

Der nun verliehene Bayerische Ressourceneffizienzpreis freut Geschäftsführer Wolfgang Schwarz ganz besonders: „Er ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich.“ Der Preis zeige, dass nachhaltige Innovation eine tatsächliche Option sei – „sowohl für ökologischen als auch für ökonomischen Fortschritt mit Wirkung“. Laut Schwarz profitieren davon die Branche, die Menschen, die diese Produkte nutzen, und die Umwelt.

Stefan Felbermeir, Produktmanager bei CORDIAL, vor Lagerregalen mit verschränkten Armen

Technik, Design und Nachhaltigkeit vereinen – Produktmanager Stefan Felbermeir

Seit Beginn der ersten Planungsgespräche bis heute ist Produktmanager Stefan Felbermeir federführend für ECOCORD. Alle Kabel dieser Produktlinie verzichten auf PVC. Ihr Außenmantel besteht aus sogenanntem TPE-V, „einem umweltfreundlichen Material, das flexibel, langlebig und recyclingfähig ist“, erklärt Felbermeir. Für die Herstellung werden weniger Ressourcen und Energie benötigt. Zudem kommt es ohne Weichmacher, Halogene und Schwermetalle aus.

Mit recycelbarem Hanffasermantel

Das prämierte Gitarrenkabel gehe aber noch einen Schritt weiter, so Felbermeir. „Es ist zusätzlich von einem zu 100 Prozent recycelbaren Hanffasermantel umhüllt, der auf die Tauglichkeit innerhalb typischer Einsatzszenarien getestet und zertifiziert wurde.“ Durch ein spezielles „Low-Speed-Verfahren“ im Prozess des Webens entstehe ein Kabel, „das höchste technische Ansprüche erfüllt und gleichzeitig die Umwelt schont“. Verpackt wird das Produkt in recycelter Graupappe ohne Plastik.

Soziales Engagement in Afrika

Für jedes verkaufte Kabel lässt die Firma zudem über die internationale Non-Profit-Organisation „Trees for the Future“ (TREES) einen Baum in Subsahara-Afrika pflanzen, flankiert von Entwicklungs- und Schulungsprogrammen für die dort ansässigen Kleinbauern. „Damit entstehen nicht nur neue Wälder, sondern auch Perspektiven für lokale Gemeinschaften durch nachhaltige Landnutzung und Wissensaufbau.“

Nach Felbermeirs Ansicht erzählt die nachhaltige Produktlinie stellvertretend die Geschichte von CORDIAL: „Wir verstehen uns als Unternehmen, das technische Präzision, ästhetische Details und nachhaltiges Denken vereint. Wirtschaftlicher Erfolg und ökologische Verantwortung können Hand in Hand gehen.“

meplan GmbH: Mehr als ein Trend

Mit einem besonderen Messestand-System hat es die meplan GmbH aufs Siegerpodest des Ressourceneffizienzpreises geschafft. Unter dem Namen woodï bietet die 1986 gegründete Tochter der Messe München mit rund 120 Mitarbeitenden „flexible, modulare und individualisierbare Gesamtlösungen, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind“. So wird jede Komponente hinsichtlich ihres klimaschonenden Potenzials geprüft. Zum Einsatz kommen unter anderem Stahl, Holz, rezykliertes PET und Aluminium.

Sebastian Hoppe, Key-Account-Manager bei meplan, hält ein grünes Modell eines Messestandsystems in den Händen

Entwickelte das prämierte Standkonzept – Key-Account-Manager Sebastian Hoppe

Der kreative Kopf hinter dieser Idee ist Key-Account-Manager Sebastian Hoppe. Als die Messebranche während der Coronapandemie zum Stillstand kam, nutzte der gelernte Schreiner und studierte Objektdesigner die Gelegenheit, seine Vision einer systemisch gedachten Designlösung auf Basis transparenter Nachhaltigkeit zu realisieren.

Lösungen verständlich erklären

Damit war das neue Standkonzept geboren. Laut Hoppe soll woodï „eine aktive Kommunikationsrolle übernehmen – einerseits, um offen darzustellen, wo Prozesse noch nicht ideal laufen. Und andererseits, um zu zeigen, dass Veränderung möglich ist, wenn man bereit ist, sie umzusetzen.“

Überzeugungsarbeit ist nach wie vor erforderlich, denn die meplan-Kunden begegnen dem Thema Nachhaltigkeit je nach Branche, Tätigkeitsfeld und eigener Priorisierung sehr unterschiedlich. „Viele reagieren noch eher zurückhaltend, besonders dann, wenn ökologische Aspekte bislang keine große Rolle in ihrer strategischen Planung gespielt haben. Deshalb ist es wichtig, Orientierung zu geben, Zusammenhänge verständlich zu machen und Schritt für Schritt Vertrauen in nachhaltige Lösungen aufzubauen“, sagt Hoppe.

Funktionierender Kreislauf bis 2028

Grundsätzlich sei Nachhaltigkeit für die Messebranche kein vorübergehender Trend, sondern eine strategische Notwendigkeit, wie das Unternehmen betont. Der bereits bestehende Rahmen, den sich die Messe-Planungsspezialisten gegeben haben, soll in den kommenden Jahren erweitert werden – unter anderem um transparente Darstellungen zu Wasser- und Energieverbrauch, Abfallmengen, CO2-Emissionen und Kosten.

Bis 2028 sollen alle eingesetzten Materialien in einen funktionierenden Kreislauf überführt werden. Dabei hilft die vollständige Digitalisierung aller Artikel: Durch deutlich präzisere und schnellere Datenvergleiche lassen sich ökologische und ökonomische Auswirkungen besser bewerten und nachhaltige Alternativen gezielt fördern.

Rundum nachhaltige Messeauftritte

Was das für die Kunden der Agentur bedeutet, fasst Hoppe so zusammen: „Reduzierte Umweltauswirkungen bei der Planung und Umsetzung ihrer Messeauftritte. Ganzheitliche Nachhaltigkeit, die wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Kurz: ein glaubwürdig umgesetztes Nachhaltigkeitsengagement.“

IHK-Info: Der Bayerische Ressourceneffizienzpreis

Die Auszeichnung würdigt Unternehmen, die sich mit herausragenden, zukunftsweisenden Leistungen für einen nachhaltigen Einsatz von natürlichen Ressourcen einsetzen und damit eine Vorreiterrolle einnehmen. Vergeben wird der Preis vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit dem Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ). Hier gibt es weitere Informationen zum Bayerischen Ressourceneffizienzpreis