Von Eva Müller-Tauber, IHK-Magazin 3/2026
Schon von klein auf wollte Dominik Schumacher eigene Ideen umsetzen und Großes anstoßen. Am Standort Bayern kommt er seinem Ziel nun stetig näher. Vor gut 6 Jahren gründete er zusammen mit Jonas Helma-Smets die Tubulis GmbH, ein Spin-off des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Es ist auf die Entwicklung hochwirksamer Krebsmedikamente spezialisiert, sogenannter Antibody-Drug Conjugates (ADCs). Sie sollen Tumore präziser bekämpfen und das umliegende gesunde Gewebe dabei schonen.
Ein entscheidender Faktor, um ambitionierte Ideen wie diese möglichst schnell zu realisieren, ist die Finanzierung: „Wirkstoffentwicklung ist sehr kapitalintensiv, bis man ein zugelassenes Produkt am Markt hat, muss man lange investieren“, sagt Schumacher. Umso stolzer ist er, dass Tubulis kürzlich eine der größten Series-C-Finanzierungen eines europäischen Biotechs gelang.
Seit Series-A-Finanzierung im Boot
Das Unternehmen sammelte insgesamt 308 Millionen Euro von verschiedenen Investoren ein, um die klinische Entwicklung seines Hauptproduktkandidaten gegen Eierstockkrebs voranzutreiben. Unter den Geldgebern ist Bayern Kapital, die Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern. „Ein bewährter Partner, der uns schon seit der ersten signifikanten Finanzierungsrunde, also der Series-A-Finanzierung, unterstützt und begleitet“, sagt Schumacher.
Tubulis hat damit vorerst eine Hürde genommen, vor der viele Scale-ups stehen, wie IHK-Finanzierungsexperte Georg Schulte-Holtey weiß: „Unternehmen aus Zukunfts- beziehungsweise Hightech-Branchen sind, verglichen mit Start-ups, in besonderem Maße auf externe Finanzierung angewiesen, da ihr starkes Wachstum großvolumige Vorabinvestitionen erfordert, die sie nicht allein aus laufenden Umsätzen decken können.“
Hand in Hand mit privaten Investoren
Umso wichtiger sind institutionelle Investoren wie Bayern Kapital. „Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Schließung von Finanzierungslücken in der Scale-up-Phase, indem sie großvolumige Beteiligungen bereitstellen und dadurch weiteres privates Kapital mobilisieren.
“Bayern Kapital agiert als Anker- sowie ausschließlich als Co-Investor im Konsortium mit privaten Investoren. „Wir investieren nach dem Pari-passu-Prinzip. Das bedeutet, dass alle Beteiligten einer Finanzierungsrunde zu wirtschaftlich gleichen Konditionen investieren. Bayern Kapital spiegelt dabei das Investment von einem oder mehreren privaten Investoren“, erläutert Monika Steger, seit 2022 Geschäftsführerin der Bayern Kapital GmbH. „Bei Bedarf unterstützt Bayern Kapital das Start-up oder Scale-up dabei, weitere Investoren wie Business Angels, Risikokapitalgeber oder Family Offices in ihrem Netzwerk zu aktivieren.“