02.06.2017 - Pfaffenhofen

Betriebsgründungen im Landkreis erneut rückläufig

2016 hat im Landkreis Pfaffenhofen die Lust, ein Unternehmen zu gründen, erneut nachgelassen, so die IHK für München und Oberbayern. Insgesamt 1.082 Personen meldeten ein Gewerbe an, was einem Rückgang um 5,7 Prozent entspricht. Damit folgt der Landkreis dem Negativtrend in Bayern und Oberbayern. Hier gingen die ‎Existenzgründungen im Vergleich zu 2015 um 5,3 beziehungsweise
8,5 Prozent zurück.‎‎

Unternehmensnachfolge bleibt großes Problem

Besonders deutlich fällt das Minus im Landkreis bei den Betriebsübernahmen aus. Diese sind um 17,7 Prozent auf 149 Übernahmen zurückgegangen. Mit 933 Gewerbeanmeldungen nahm die Zahl der Neugründungen um 3,5 Prozent ab.

Eduard Kastner, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Pfaffenhofen, verweist auf die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region punktet mit Vollbeschäftigung. Damit sinkt erfahrungsgemäß das Interesse an der Selbstständigkeit und den damit verbundenen Risiken.“ Kastner fordert deshalb mehr Unterstützung für Gründer und Betriebsnachfolger. „Wir brauchen ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. Bereits in der Schule müssen wir die Chancen und Werte des Unternehmertums und dessen Bedeutung für den gesellschaftlichen Wohlstand deutlich machen“, so der Wolnzacher Unternehmer.

Am beliebtesten sind im Landkreis Gründungen im Handel (23,3 Prozent), im Baugewerbe (16,3 Prozent) sowie in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen. Bei den Übernahmen liegt das Baugewerbe ganz vorne (43,6 Prozent), gefolgt vom Gastgewerbe (18,8 Prozent) und dem Handel (17,4 Prozent).

Existenzgründer sind für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung, meint Kastner: „Start-Ups beflügeln Innovationen und Dynamik und sind damit unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Doch auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko der Vorgängergeneration übernehmen wollen.“

Die IHK-Auswertung basiert auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.