Jahresbeginn 2026: Bayerische Wirtschaft bleibt im Tiefflug
Die von der neuen Bundesregierung versprochene Wirtschaftswende bleibt bislang ebenso aus wie der angekündigte „Herbst der Reformen“. Ungelöste strukturelle Herausforderungen, hohe Arbeitskosten und eine anhaltend schwache Nachfrage bremsen das Wachstum aus. Der BIHK-Konjunkturindex legt gegenüber Herbst 2025 lediglich um zwei Zähler auf 107 Punkte zu und liegt damit weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 112 Punkten.
Von einer spürbaren Erholung kann nicht die Rede sein. Die Geschäftslage stagniert deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 17 Punkten: Mit einem Saldo von nur 10 Punkten bewerten die Unternehmen ihre aktuellen Geschäfte kaum besser als noch im Herbst oder im Vorjahr. Zufrieden zeigen sich nur die Dienstleister. Im Baugewerbe halten sich positive und negative Lageurteile die Waage, während im Handel und im Tourismus die unzufriedenen Stimmen überwiegen. Positiv hervorzuheben ist, dass die Industrie ihre Talsohle überwunden und sich per Saldo auf null zurückgearbeitet hat.
Die Geschäftserwartungen lassen lediglich auf ein niedriges Wachstum hoffen. Per Saldo liegt der Indikator mit 4 Punkten nur leicht im Plus und damit seit fast vier Jahren – so lange wie nie zuvor – unter dem langjährigen Durchschnitt von 7 Punkten. Im Vergleich zum Herbst sind die Erwartungen auch nicht über das saisonübliche Maß hinaus angestiegen. Das Branchenbild bleibt heterogen: Dienstleister blicken zuversichtlich nach vorn, Großhandel und Industrie rechnen immerhin mit stabilen Geschäften. Tourismus, Baugewerbe und Einzelhandel bleiben trotz nachlassendem Pessimismus skeptisch.
Bei Inlandsinvestitionen halten sich die Unternehmen unvermindert zurück. Die Industrie setzt stattdessen verstärkt aufs Ausland: ein Drittel der im Ausland investierenden Unternehmen plant, Teile der Kapazitäten aus dem Inland ins Ausland zu verlagern. Unattraktive wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, hohe Arbeitskosten und eine anhaltend schwache Nachfrage hindern die Unternehmen daran, stärker am heimischen Standort zu investieren.
Diese Gemengelage prägt auch die Beschäftigungspläne der Unternehmen. Der Stellenabbau in der bayerischen Wirtschaft setzt sich fort: Alle Branchen planen per Saldo einen Abbau von Beschäftigung – besonders ausgeprägt im Tourismus und in der Industrie.