Wero ermöglicht digitale Zahlungen von Bankkonto zu Bankkonto sofort und über Staatsgrenzen hinweg – ohne Drittanbieter, ohne IBAN und ohne Zahlungskarte. Der IHK-Ratgeber zeigt, wie Unternehmen und Selbstständige von der neuen europäischen Zahlungslösung profitieren können.

Wero: Auf einen Blick

Der digitale Zahlungsverkehr in Europa ist überwiegend von nicht-europäischen Zahlungsdienstleistern wie PayPal, Visa und Mastercard geprägt. Diese verfügen über eine erhebliche Marktmacht – sie analysieren Datenflüsse, bestimmen Preise und etablieren technische Standards.

Wero ist eine digitale, europäische Zahlungslösung, die mit einer ebenso nutzerfreundlichen Handhabung die Unabhängigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs stärken möchte.

Als kanalunabhängiges Zahlungsmittel bietet der Wero folgende Funktionen:

  • Bezahlen im Onlinehandel
  • Mobile Echtzeitzahlungen zwischen Privatpersonen – sofern beide Parteien Kunden von teilnehmenden Banken sind
  • Noch in 2026 wird Wero auch im stationären Einzelhandel verfügbar sein

Für Unternehmen stellt sich daher die Frage, ob Wero das bestehende Zahlungsmittelangebot sinnvoll ergänzen kann.

Inhalt

Wero: Vorteile für Unternehmen

  • Wero möchte besonders mit kostengünstigen Transaktionsgebühren Marktanteile gewinnen. Für die Zahlungsabwicklung erhebt das Bezahlsystem eine kleine prozentuale Gebühr mit einer vorab definierten Obergrenze. Nach Medienangaben bewegt sich diese Gebühr je nach Bank zwischen 0,55 und 0,77 Prozent des Umsatzes und liegt damit wesentlich unter den Gebühren der nicht-europäischen Wettbewerber. Die konkret zu entrichtende Wero-Gebühr hängt dabei von der Unternehmensgröße und dem Angebot der Zahlungsdienstleister ab.

  • Für Ihre Kunden bietet Wero eine einfache und unkomplizierte Handhabung. Sie bezahlen ohne Drittanbieter und ohne IBAN über ihr Smartphone – direkt von ihrem Girokonto und in Echtzeit.

  • Wero ist ein vollständig europäisches Zahlungssystem. Sowohl Zahlungs- als auch Nutzungsdaten werden ausschließlich in Europa verarbeitet und gemäß den europäischen Datenschutzvorgaben behandelt.

Beteiligte Banken und Marktentwicklung

Entwickelt und ausgegeben wird Wero von der European Payments Initiative, einem Zusammenschluss europäischer Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen. Bisher ist er in Deutschland, Frankreich und Belgien verfügbar. Mit einer schrittweisen Ausweitung auf weitere Länder und durch Kooperationen mit anderen europäischen Initiativen soll Wero perspektivisch in allen europäischen Staaten zugänglich sein.

Anfang Februar 2026 unterzeichnete die European Payments Initiative eine Absichtserklärung für eine Kooperation mit Bancomat aus Italien, Bizum aus Spanien, SIBS aus Portugal und Vipps MobilePay aus Skandinavien. Die Kooperation der fünf Zahlungsdienstleister startet 2026 mit grenzüberschreitenden Handy-zu-Handy-Zahlungen und wird 2027 auf den Online- sowie stationären Handel ausgeweitet. Nach Angaben der European Payments Initiative wird Wero derzeit von mehr als 46 Millionen Personen genutzt, darunter etwa 3 Millionen in Deutschland.

Noch unterstützen noch nicht alle Banken in Deutschland den Wero. Teilnehmende Banken sind. u.a. die Deutsche Bank, die Genossenschaftsbanken, die ING und die Sparkassen. Die Marktdurchdringung hängt daher maßgeblich von der weiteren Beteiligung der Kreditwirtschaft sowie von der Akzeptanz auf Seiten der Unternehmen und Verbraucher ab. Erste Handelsunternehmen bieten den Wero bereits als Zahlungsoption in ihrem Onlineshop an oder haben eine zeitnahe Einführung angekündigt.

Wie funktioniert die Zahlung mit Wero?

Die Kunden wählen Wero im Online-Checkout als Zahlungsmittel aus. Anschließend erhalten sie entweder einen QR-Code oder einen direkten Link zur Banking- oder Wero-App. Dort geben die Kunden den fälligen Betrag über einen Pin, die Gesichtserkennung oder ihren Fingerabdruck frei. Nach einer Bonitäts- und Liquiditätsprüfung wird der Betrag mittels SEPA-Echtzeitüberweisung unmittelbar vom Girokonto des Kunden abgebucht. Der jeweilige Zahlungsdienstleister sammelt die eingehenden Wero-Zahlungen und überweist diese in festgelegten Intervallen – beispielsweise täglich, wöchentlich oder monatlich - gebündelt an das Unternehmen.

Neben einfachen Geldtransfers unterstützt Wero perspektivisch auch komplexere Zahlungsabläufen wie Abonnements, Ratenzahlungen und ereignisbezogene Zahlungen.

Wero für Selbstständige

Auch für (Solo-)Selbstständige kann Wero eine praktikable Ergänzung im Zahlungsmittelportfolio darstellen. Ohne die Einbindung eines klassischen Zahlungsdienstleisters und ohne Terminal bietet Wero eine digitale und flexible Zahlungsmöglichkeit:

  • Die Zahlungen der Kunden erfolgen am Smartphone über Handynummer, E-Mail-Adresse oder QR-Code und werden in wenigen Sekunden auf dem eigenen Konto gutgeschrieben.
  • Sofern keine getrennten Konten geführt werden, lassen sich Geschäftstransaktionen mit einem entsprechenden Label einfach von privaten Zahlungen unterscheiden und auswerten.
  • Darüber hinaus bietet Wero mit automatischen Zahlungserinnerungen, Belegen und Reports unterstützende Funktionen, die den administrativen Aufwand reduzieren.

Integration von Wero im Unternehmen

Die Integration des Wero erfolgt in der Regel über einen Zahlungsdienstleister oder Acquirer (Händlerbank). Für Unternehmen ist keine direkte technische Anbindung an einzelne Banken erforderlich. Wero kann ähnlich wie andere gängige Zahlungsmittel in bestehende Check-out Systeme eingebettet werden.

Eine erfolgreiche Integration von Wero in vier Schritten:

1. Strategische Überlegungen

  • Ein gut abgestimmter Mix an Bezahlverfahren erhöht in der Regel die Abschlusswahrscheinlichkeit von Käufen im Online-Shop oder von Online-Buchungen.
  • Niedrigere Gebühren und angemessener Datenschutz führen auch bei stationären Zahlungen zu einer höheren Akzeptanz.
  • Kosten-Nutzen-Einschätzung durchführen und die erwartete Nachfrage kalkulieren

2. Technische Umsetzung

  • Abstimmung mit dem bestehenden Zahlungsdienstleister oder Acquirer, ob dieser Wero unterstützt. Gegebenenfalls Zahlungsdienstleister oder Acquirer mit Wero-Unterstützung auswählen.
  • Wero-Schnittstelle in Abstimmung mit dem Zahlungsdienstleister in den Online-Shop einbinden und Wero-Button im Check-out integrieren
  • Wero als neues Zahlungsmittel im Online-Shop deutlich sichtbar darstellen
  • Testzahlungen durchführen

3. Organisation und Betrieb

  • Relevante Mitarbeitende schulen
  • Interne Zahlungs- und Abwicklungsprozesse anpassen

4. Regelmäßiges Monitoring

  • Akzeptanz und Nutzung beobachten
  • Zahlungsvolumen und Conversion-Rate regelmäßig auswerten

FAQ: Häufige Fragen zu Wero

Wero ist eine digitale, europäische Zahlungslösung der European Payments Initiative. Der Bezahldienst ist bisher in Belgien, Deutschland und Frankreich verfügbar. Kunden der teilnehmenden Banken können mit Wero Geld zwischen Privatpersonen transferieren und im Onlinehandel bezahlen. Perspektivisch sind auch Zahlungen im stationären Handel möglich.

Der europäische Zahlungsverkehr ist momentan von nicht-europäischen Zahlungsdienstleistern geprägt. Mit Wero möchte die europäische Kreditwirtschaft zur Souveränität Europas im Zahlungsverkehr beitragen.

Wero punktet mit wettbewerbsfähigen Transaktionsgebühren, einer modernen Nutzerführung und einer Datenverarbeitung nach europäischen Standards. Dadurch können Unternehmen Kosten sparen und ihren Kunden ein einfaches, schnelles Zahlungserlebnis bieten.

In Deutschland wird Wero u.a. von folgenden Kreditinstituten unterstützt:

  • BB Bank
  • Deutsche Bank
  • GLS Bank
  • ING
  • Norisbank
  • Postbank
  • PSD Banken
  • Revolut
  • Spardabanken
  • Sparkassen
  • Volks- und Raiffeisenbanken