30.08.2019 - Starnberg

Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Landkreis auf Siebenjahreshoch

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© Michaela Rofeld

Zu Anfang September treten insgesamt 264 Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Starnberg ihre Ausbildung in IHK-Berufen an, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. Nach der vorläufigen Statistik zum Beginn des Ausbildungsjahres ist das der höchste Wert seit sieben Jahren und ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das ist ein starkes Signal für die Unternehmen im Landkreis. Denn das Interesse der Betriebe, selbst auszubilden, ist angesichts der fehlenden Fachkräfte weiterhin ungebrochen. Den Jugendlichen und ihren Ausbildungsbetrieben wünschen wir in jedem Fall viel Erfolg auf dem Weg bis zur Abschlussprüfung“, so Martin Eickelschulte, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg.

Über 260 Azubis stehen in den Startlöchern

Die Wirtschaft im Landkreis hatte wie in ganz Oberbayern auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Mehr als ein Drittel der oberbayerischen Ausbildungsbetriebe klagten in einer aktuellen IHK-Umfrage darüber, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, weil zumeist keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen.

Auch im Landkreis sind aktuell noch 216 Lehrstellen frei, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht, die auch Lehrstellen im Handwerk und in den freien Berufen berücksichtigt. Demnach bleiben bislang über 40 Prozent der seit Jahresbeginn gemeldeten Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Zahl der verfügbaren Lehrstellen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf 529 Angebote. Eickelschulte ermutigt deswegen bislang erfolglose Bewerber, auch weiter ihre Chance zu suchen. „Wenn das Interesse für die Arbeit da ist und die Qualifikation passt, stellen viele Unternehmen auch zwischen September und Dezember noch Azubis ein. In praktisch allen Branchen wird noch gesucht, die jungen Leute können für ihre berufliche Bildung aus dem Vollen schöpfen“, sagt der Starnberger IT-Unternehmer.

Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe im Landkreis sind Einzelhandelskaufleute, Industriekaufleute, Hotelfachleute, Kaufleute für Büromanagement und Kaufleute im Groß- und Außenhandel. Insgesamt absolvieren im Landkreis Jugendliche in 51 verschiedenen IHK-Berufen eine Lehre.

Auch 29 Geflüchtete gehören zu den neuen Auszubildenden in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Insgesamt verzeichnet die IHK damit im Landkreis 59 Azubis aus fluchtwahrscheinlichen Herkunftsländern. „Die Integration kommt voran, auch wenn Sprachprobleme und stellenweise rechtliche Hürden nach wie vor große Stolpersteine sein können. Immer mehr Betriebe sehen in den Flüchtlingen zukünftiges Fachkräftepotenzial“, sagt Eickelschulte. Laut einer IHK-Umfrage geben mittlerweile fast die Hälfte der befragten Betriebe an, dass Flüchtlinge für eine Ausbildung im Unternehmen geeignet seien – vor einem Jahr sagte das erst ein knappes Drittel. Fast zwei Drittel der befragten Betriebe wollen in Zukunft Geflüchtete ausbilden oder beschäftigen.

Insgesamt gibt es im Landkreis aktuell 246 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe. Sie stehen ‎für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Freie Lehrstellen mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind noch unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.