24.07.2019 - Landkreis München

Azubis gesucht – mehr Lehrstellen als Bewerber im Landkreis

ausbildungsberufe

Für die Betriebe im Landkreis München ist es auch dieses Jahr eine große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze mit ausreichend Azubis zu besetzen. Wenige Wochen vor Start des neuen Ausbildungsjahres sind laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit noch 1.126 Lehrstellen unbesetzt.

Noch über 1.000 freie Ausbildungsplätze im Landkreis München ‎

Ihnen stehen 512 unversorgte Schulabgänger gegenüber. Bei einer Lücke von 614 fehlenden Bewerbern ist der IHK für München und Oberbayern zufolge damit zu rechnen, dass heuer erneut eine Vielzahl an Ausbildungsplätzen im Landkreis nicht besetzt werden kann.

„Eine Ausbildung hilft jungen Leuten bei der Richtungswahl, wenn es um ihren beruflichen Start geht. Das wird immer wichtiger, denn die verfügbaren Optionen und Richtungen in der beruflichen Bildung waren noch nie so groß wie heute“, betont Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München (Landkreis). Die Vielfalt sei auch im Landkreis bemerkenswert: „Mit über 2.300 gemeldeten Ausbildungsplätzen ist das Angebot wieder sehr groß“, so der Unternehmer. Auch wenn die Besetzung aller Lehrstellen nicht einfach ist, appelliert Leicher an die Betriebe, selbst auszubilden: „Das ist erfahrungsgemäß das beste Rezept gegen den Fachkräftemangel“.

Er empfiehlt Eltern und Schülern daher, sich frühzeitig über die Chancen, die eine Berufsausbildung bietet, zu informieren. „Mit einer erfolgreichen Ausbildung in der Tasche stehen der beruflichen Zukunft alle Wege offen. Wer bis jetzt noch keinen Erfolg mit einer Bewerbung hatte, muss jetzt weiter dranbleiben. Es ist noch nicht zu spät, um auch nach dem 9. September mit einer Ausbildung durchzustarten“, ermutigt der Vorsitzende.

Wie Leicher betont, bietet eine Berufsausbildung nicht nur jungen Menschen hervorragende berufliche Perspektiven. „Egal in welchem Alter oder Lebensabschnitt, eine duale Berufsausbildung kann auch einen ausgezeichneten beruflichen Neustart ermöglichen. Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Umbrüche, die von uns zunehmend die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen einfordert. Beruflich neu anzufangen, ist also keine Frage des Alters, sondern des Mutes, der Neugierde und des Willens“, so der Kirchheimer Unternehmer.

Er appelliert ebenfalls an die Politik, sich noch stärker für eine ausgewogene Balance zwischen dem beruflichen und akademischen Bildungsweg einzusetzen. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Studienanfänger bayernweit gesunken, bei einem gleichzeitigen Azubi-Plus in Bayerns Betrieben. Das Umdenken in der Gesellschaft hin zu mehr Wertschätzung gegenüber der beruflichen Ausbildung hat zum Glück bereits begonnen.

Die Ende Juni veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Bereiche der beruflichen Bildung. Davon ist der IHK-Bereich im Landkreis mit fast 3.700 Azubis in über 970 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er steht für knapp 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Danach folgen Handwerk und freie Berufe.