IHK-Konjunkturumfrage: Kein Aufschwung in Sicht
Zu ihrer Geschäftslage befragt bezeichnen 32 Prozent der Betriebe diese als gut, 20 Prozent als schlecht. Damit ist im Vergleich zur Herbstumfrage eine leichte Verbesserung zu beobachten. Im langjährigen Vergleich laufen die Geschäfte aber weiterhin unterdurchschnittlich. Als größte Bremsklötze nennen die Unternehmen die anhaltend schwache Nachfrage (63 Prozent) sowie die hohen Energie- (58 Prozent) und Rohstoffpreise (50 Prozent).
Mit Blick auf die kommenden Monate rechnet rund ein Fünftel der Betriebe mit einer Belebung der Geschäfte. Ein weiteres Fünftel geht von einer Verschlechterung aus. Damit deutet sich eine wirtschaftliche Stabilisierung an, jedoch nicht der notwendige Aufschwung.
Bei den Hauptrisiken, mit denen sich Unternehmen konfrontiert sehen, dominieren die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit 64 Prozent der Nennungen. An zweiter Stelle folgt die fehlende Inlandsnachfrage (63 Prozent), die gegenüber Herbst deutlich häufiger genannt wurde. Auch die Arbeitskosten (52 Prozent), der Arbeitskräftemangel (50 Prozent) und die Energie- und Rohstoffpreise (40 Prozent) bereiten Sorgen.
Die Investitionsabsichten verbessern sich gegenüber dem Vorjahr, aber ein Investitionsaufschwung zeichnet sich aufgrund der fehlenden Nachfrage und allgemein ungünstigen Rahmenbedingungen nicht ab. 24 Prozent der Unternehmen wollen mehr investieren, 19 Prozent hingegen weniger. Am Arbeitsmarkt setzt sich der Stellenabbau fort. 13 Prozent der Befragten streben einen Stellenaufbau an, 21 Prozent wollen Stellen abbauen.
Bauer: „Lage bleibt für Betriebe herausfordernd“
„So richtig Licht am Ende des Tunnels ist nicht zu sehen“, erklärt Klaus Bauer, Sprecher des IHK-Forums für die Region Oberland. „Zwar haben sich die aktuellen Umfragewerte zur Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen stabilisiert, aber wir kommen noch nicht aus der Talsohle“, so Bauer. Der Sprecher für die regionale Wirtschaft sieht den Grund dafür in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die die Unternehmen weiterhin schwer belasten. Hinzu kommen steigende Arbeitskosten, die überbordende Bürokratie, fehlende strukturelle Reformen und die anhaltend schwache Nachfrage. Schabmüller erklärt: „Wenn sich die Rahmenbedingungen, unter denen die Betriebe arbeiten, nicht entschieden verbessern, wird es keine Belebung bei den privaten Investitionen geben und damit auch keinen spürbaren Aufschwung.“ Bauer zufolge fehle es nach wie vor am politischen Willen, der Wirtschaft entschlossen den Rücken zu stärken. „Das A und O für die Wirtschaft sind Reformen in unserem Steuer- und Sozialsystem. Die Arbeitskosten dürfen nicht weiter davongaloppieren und es braucht die richtigen Anreize, damit die Menschen wieder mehr arbeiten. Ebenso brauchen die Unternehmen einen spürbaren Bürokratieabbau sowie wettbewerbsfähige Energiepreise."
Am Konjunkturbericht der IHK für München und Oberbayern für die Region Oberland haben sich zahlreiche Unternehmen aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau beteiligt. Die Umfrage fand im Januar dieses Jahres statt. Der Bericht wird drei Mal im Jahr veröffentlicht.