Ratgeber

Mediationszentrum der IHK München

Mediation ist ein modernes Instrument zur Verbesserung der Streitkultur in vielen gesellschaftlichen Bereichen – auch in der Wirtschaft. Wirtschaftsmediation hilft, Konflikte zwischen Unternehmen außergerichtlich beizulegen.
Die IHK München bietet hierzu ein umfassendes Serviceangebot.

Inhalt

Das MediationZentrum der IHK München

Das Mediationszentum für Wirtschaftskonflikte bietet moderne Lösungen für Unternehmen.

Um das Angebot für die außergerichtliche Streitbeilegung für die Unternehmer weiter auszubauen und den Zugang zu den Verfahren zu erleichtern, kooperieren die IHK für Niederbayern, die IHK für Schwaben sowie die IHK für München und Oberbayern.

Dazu wird das MediationsZentrum der IHK München weiter ausgebaut und steht damit auch Unternehmen aus den IHK-Bezirken Schwaben und Niederbayern für Wirtschaftskonflikte offen.

Die Förderung der Mediation ist eine freiwillige Aufgabe gem. § 1 Abs. 2a Satz 1 IHKG.

Das MediationsZentrum in München bietet einen umfassenden Service zur Wirtschaftsmediation:

  • Wir beraten Sie zur alternativen Konfliktlösung und stellen Musterklauseln für Mediationsverfahren bereit.
  • Wir bieten eine moderne Verfahrensordnung und unterstützen bei der Anbahnung von Mediationsverfahren.
  • Wir benennen kompetente und neutrale Wirtschaftsmediatoren.
  • Wir administrieren Mediationsverfahren und stellen geeignete Räume für Sitzungen zur Verfügung.
  • Wir erteilen vollstreckbare Titel über abgeschlossene Vergleiche.

Was kostet dieser Service?

Die Kosten für das Verfahren sind abhängig vom Streitwert. Sie setzen sich zusammen aus dem Honorar für den Mediator und einem Entgelt für das IHK-MediationsZentrum.

Weitere Informationen

Bei Konfliktlösung zwischen einem Verbraucher und Unternehmen ist die Universalschlichtungsstelle des Bundes zuständig und sogar für Verbraucher kostenfrei.

Zur Universalschlichtungsstelle

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Der Mediatorenpool der IHK München

Bei der Suche nach qualifizierten Mediatoren ist das IHK-MediationsZentrum behilflich. Interessenten können aus einem Pool von rund 150 professionellen Experten mit Mediatoren-Ausbildung wählen. Suchfilter erleichtern die Suche nach geeigneten Fachleuten. Alle Mediatoren sind mit ihren Kontaktdaten aufgelistet, sodass eine direkte Verbindung möglich ist.

Die Kosten eines Mediationsverfahrens richten sich nach dem Streitwert. Sie umfassen eine Gebühr für das IHK-MediationsZentrum sowie das Honorar des Mediators oder der Mediatoren, das in der Regel zeitabhängig ist. Die Kosten tragen die Parteien je zur Hälfte. Sind darüber hinaus weitere Kosten bei den Beteiligten angefallen, tragen sie diese selbst.

Zur Mediatorensuche

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Was ist Mediation?

Die Mediation ist eine besondere Form des Umgangs mit Konflikten. Getreu der Übersetzung des lateinischen Begriffs vermittelt die Mediation zwischen den Konfliktparteien. Ein Konflikt entsteht, wenn Personen, Gruppen oder Organisationen unterschiedlicher Auffassung über einen Sachverhalt sind. Verschiedene Zielsetzungen, Weltanschauungen und Wertvorstellungen können ebenfalls Auseinandersetzungen verursachen, die unlösbar erscheinen. Im Rahmen des Konfliktmanagements bietet es sich in dieser Situation an, eine unbeteiligte Person in die Lösungsfindung einzubeziehen und zu beauftragen. Professionelle Mediatoren verfügen über eine anerkannte Mediationsausbildung und sind unabhängig von den beteiligten Gruppen oder Personen. Gleichzeitig sind sie allparteilich, d.h. ihr Ziel ist eine Lösung, die allen Parteien gerecht wird.

Typisch für eine Mediation als Konfliktmanagement sind weiterhin:

  • Vertrauliche Behandlung von Informationen
  • Ergebnisoffenheit
  • Strukturierte Diskussionen und Konfliktlösungen
  • Freiwillige Beteiligung der betroffenen Personen.

Eine Mediation ist nur dann sinnvoll, wenn alle Beteiligten Interesse an einer Lösung des Konfliktes haben. Die Konfliktparteien erarbeiten im Rahmen des Konfliktmanagement eigenverantwortlich eigene Lösungen.

Mediation als Konfliktmanagement kann

  • im privaten Bereich
  • bei Auseinandersetzungen mit Behörden und öffentlichen Institutionen
  • in den Bereichen Erziehung und Bildung
  • bei juristischen Auseinandersetzungen
  • zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern
  • bei Auseinandersetzungen von Unternehmen
  • innerhalb des Unternehmens

und in vielen weiteren Bereichen notwendig und hilfreich sein. Insbesondere Konflikte zwischen und innerhalb von Unternehmen sind oft verhärtet und erscheinen unlösbar. Zeit- und kostenintensive gerichtliche Auseinandersetzungen sind in vielen Fällen der übliche Weg. Um Kosten und langwierige juristische Streitigkeiten zu vermeiden, bietet die IHK für München und Oberbayern Firmen seit 1997 die Möglichkeit der außergerichtlichen Lösung von Konflikten.

Video: Mediation - der neue Weg zur Konfliktkultur (YouTube)

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Verlauf der Mediation

Jedem Mediationsverfahren geht der Abschluss eines Mediatorvertrages voraus. Mit der Einleitung des Verfahrens sollen mögliche bereits eingeleitete Rechtsstreitigkeiten ruhend gestellt werden. Keiner der Beteiligten darf während des Verfahrens Klage einreichen. Mögliche Verjährungsfristen sind während der Mediation gehemmt. Mithilfe des Mediators arbeiten die Konfliktparteien die verschiedenen Ansichten, Wertungen und Hintergründe ihres Konfliktes heraus. Oft offenbart sich dabei bereits ein größeres Einigungspotenzial, als die Parteien erwartet hätten.

Einfaches Beispiel einer Konfliktlösung:
Zwischen zwei Kindern soll ein Stück Obstkuchen aufgeteilt werden. Die Mutter teilt das Kuchenstück in der Mitte durch und gibt den Kindern je eine Hälfte. Dennoch sind die Kinder unzufrieden. Als sie nach dem Grund der Unzufriedenheit fragt, stellt sie fest, dass ein Kind lieber den Obstbelag mag und das andere den Kuchenteig. Daraufhin teilen die Kinder das Kuchenstück ihren Wünschen entsprechend untereinander auf und sind zufrieden.

Ähnlich diesem Beispiel bieten Verteilungskonflikte oft sehr einfache Lösungen. Dabei geht es nicht um Recht oder Unrecht, sondern um eine Lösung, von der beide Parteien profitieren. In einem erfolgreichen Mediationsverfahren führen zwei zunächst widersprüchliche Auffassungen schließlich zu einer gemeinsamen Lösung. Die Lösungsvorschläge erarbeiten die Parteien gemeinsam und einigen sich schließlich auf den für beide Seiten optimalen Weg.

Die Aufgabe des Mediators besteht darin, das Gespräch zwischen den Konfliktparteien zu leiten und Lösungsansätze herauszuarbeiten. Im weiteren Verfahren wird er lediglich vermittelnd tätig. Die Lösungen erarbeiten die Konfliktparteien selbst. Über die Einigung der Konfliktparteien wird eine Schlussvereinbarung aufgesetzt, welche die zentralen Punkte der Einigung enthält und die von den beteiligten Parteien und vom Mediator unterschrieben wird. Anschließend kann eine förmliche Schlussvereinbarung im Detail ausgearbeitet werden, die auf Wunsch als Basis für eine vollstreckbare Urkunde dient.

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Vorteile der Mediation

  • Geringer Zeitaufwand – oft reicht eine Sitzung aus.
  • Niedrige Kosten
  • Langjährige Geschäftsbeziehungen bleiben erhalten. Ein Konflikt führt nicht zu ihrer Beendigung.
  • Diskretion
  • Rechtssicherheit: Die IHK ist eine anerkannte Gütestelle und kann vollstreckbare Urkunden ausstellen.
  • Win-Win-Lösungen: Im Verfahren zeigen sich neue Erkenntnisse und Lösungsansätze mit Vorteilen für beide Seiten.
  • Einzigartige Lösungspotenziale: Auch in Konflikten, die durch gerichtliche Klärung nicht lösbar sind, ist das Mediationsverfahren hilfreich und oft erfolgreich.

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Praxisbeispiele für erfolgreiche Mediation

Viele Beispiele aus der täglichen Praxis des Wirtschaftslebens belegen, wie eine Mediation erfolgreich Wirtschaftskonflikte zur Zufriedenheit aller Beteiligten lösen kann. Folgende Fälle zeigen den Ablauf und die Erfolge von Mediationsverfahren in unterschiedlichen Bereichen.

Mediation in der Berufsausbildung

Im Rahmen der Berufsausbildung entstehen häufig Konflikte zwischen Auszubildenden und Ausbildern. Mediation und Konfliktmanagement sind daher gerade in diesem Bereich von Bedeutung, um trotz der Meinungsverschiedenheiten ein störungsfreies Ausbildungsverhältnis fortsetzen zu können. Die Mediation in der Berufsausbildung ist vertraulich, für alle Beteiligten freiwillig und ermöglicht ergebnisoffene Lösungen. Oft zeigt ein gemeinsames klärendes Gespräch mit einer neutralen Person neue Lösungsansätze für bestehende Konflikte. Der neutrale Mediator berücksichtigt die Interessen des Ausbilders und des Auszubildenden gleichermaßen und unterstützt die Parteien dabei, eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Ziele der Mediation in der Berufsausbildung sind

  • ein besseres Verständnis beider Parteien füreinander zu schaffen
  • langfristig besser mit unterschiedlichen Auffassungen umzugehen
  • eine gemeinsame Lösung des Konflikts zum Vorteil beider Parteien zu finden
  • eine möglichst reibungslose und erfolgreiche Beendigung der Ausbildung.

Typische Themen der Mediation in der Berufsausbildung sind

  • Inhalte des Ausbildungsvertrags
  • Vermittlung von Ausbildungsinhalten
  • Präsenz am Ausbildungsplatz
  • Einhalten der Arbeits- und Ausbildungszeiten
  • Krankmeldungen
  • Besuch der Berufsschule
  • Umgang mit Kollegen, Kunden und Vorgesetzten
  • Führen schriftlicher Ausbildungsnachweise.

Die Mediation in der Berufsausbildung ist für die Beteiligten kostenfrei und erfolgt auf Antrag. Nach erfolgter Mediation teilt der Mediator die für die Durchführung der Berufsausbildung notwendigen Angaben der Geschäftsstelle der IHK mit. In der Regel fügt er der Mitteilung eine Abschlussvereinbarung bei. Wichtig ist die Information der Geschäftsstelle vor allem bei grundlegenden Veränderungen wie

  • der Fortsetzung oder Beendigung des Ausbildungsverhältnisses
  • wesentliche Änderungen der zeitlichen und sachlichen Ausbildungsgliederung
  • die Anmeldung zur Prüfungszulassung
  • Vereinbarungen über Prüfungsgebühren und Auslagen
  • Änderung anderer wesentlicher Vertragsbedingungen.

Weitere Information und Antrag

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