Eine der größten Münchner Verkehrsadern wird in den kommenden Jahren umfassend saniert. Für Unternehmen in der Region bedeutet das spürbare Auswirkungen auf Lieferwege, Pendelverkehr und Logistikprozesse. Welche Einschränkungen zu erwarten sind und welche Maßnahmen den Tunnel Allach entlasten sollen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhalt

Welche verkehrliche Bedeutung hat der Tunnel Allach?

Die A 99 (Autobahnring München) ist eine der meistbefahrenen Autobahnen Bayerns und spielt im Münchner Verkehrsnetz eine zentrale Rolle. Im Norden der Stadt verläuft die A 99 durch den rund einen Kilometer langen Tunnel Allach der mit über 130.000 Kfz-Fahrten pro Tag stark belastet ist.

Infografik mit der Überschrift ‚Verkehrliche Bedeutung des Tunnels Allach‘. Die Grafik ist in drei Spalten unterteilt: Überregionale, regionale und lokale Bedeutung. Jede Spalte enthält eine Karte des Münchner Raums mit blau eingezeichneten Autobahnen (A8, A9, A92, A94, A95, A96) und einem rot markierten Abschnitt, der den Tunnel Allach darstellt. Links wird der Tunnel als zentrales Bindeglied in West-Ost- und Nord-Süd-Richtung in Südostdeutschland beschrieben. In der Mitte wird seine Rolle als wichtiges Teilstück zur Umfahrung Münchens und zur Entlastung des Mittleren Rings hervorgehoben. Rechts wird seine Funktion für die Anbindung nördlicher Stadtgebiete und umliegender Kommunen an das Autobahnnetz erläutert.

Warum muss der Tunnel Allach saniert werden?

Der Tunnel Allach ging 1998 in Betrieb. Nach rund 30 Jahren hat die Sicherheitstechnik im Tunnel das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Aus Gründen der Verkehrssicherheit muss daher über insgesamt 8 Jahre die Tunnelbetriebstechnik erneuert werden.

In welchen Bauphasen wird der Tunnel Allach saniert?

Welches Maßnahmenpaket ist zur Entlastung des Tunnel Allach geplant?

Während der Sanierungsarbeiten sollen die Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft, Bevölkerung und Durchzugsverkehr so gering wie möglich gehalten werden.
Dazu hat die Landeshauptstadt München mit den umliegenden Landkreisen, dem Freistaat Bayern und der Autobahn GmbH in der gemeinsamen Mobilitätsallianz Mobilie Zukunft München und Region (MZM) folgendes umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt.

  • Spezifisches Störfallmanagement im Tunnel und im Wirkungsbereich
    Ein spezifisches Störfallmanagement im Tunnel und dessen Wirkungsbereich für ein schnelles Eingreifen im Störfall kann den Rückstau vor dem Tunnel reduzieren und gleichzeitig Gemeinden und ÖPNV vor Ausweichverkehren schützen.

  • Koordination der Baustellen
    Analog zum spezifischen Störfallmanagement ist auch die Abstimmung weiterer Straßenbaumaßnahmen mit der Sanierung des Tunnel Allach essenziell, um zusätzliche Schleichverkehre, negative Auswirkungen auf den ÖPNV sowie eine zusätzliche Staubildung zu vermeiden.

  • Ausgestaltung der B 471 als Alternativroute zum Tunnel Allach
    Die Leistungsfähigkeit der B 471 kann durch den Ausbau der beiden Anschlussstellen A 8 und A 92 geringfügig gesteigert werden. Dazu muss aber die B 471 möglichst störungsfrei gehalten werden. Überholverbote in den zweistreifigen Abschnitten und eine durchgehende Geschwindigkeitsreduktion auf der B 471 sind angedacht. Die Gemeinde Karlsfeld sowie der Tunnel Allach könnten dadurch etwas entlastet werden.

  • Verkehrsberuhigung im Bereich Eschenried, Gröbenried, Karlsfeld West
    Im Bereich von Eschenried, Gröbenried und im Westen von Karlsfeld ist eine Entlastung von zusätzlichem Durchgangsverkehren mit verkehrsrechtlichen und baulichen Beruhigungsmaßnahmen möglich.

  • Umsetzung Priorisierungskonzept und Ausbau Buslinien 172 und 710
    Vor dem Hintergrund der erwarteten Kfz-Verkehrsmehrung im Umfeld von Karlsfeld und der hohen Bedeutung der Buslinien 172 sowie 710 zur Erschließung von größeren Verkehrserzeugern im Münchner Norden bzw. im nördlichen Münchner Umland wird die Neuaufstellung und Umsetzung des bestehenden ÖV-Priorisierungskonzeptes als maßgeblich eingestuft. Zudem ließe sich in Kombination zur ÖV-Priorisierung ggf. auch eine Dosierung der Kfz-Verkehre aus Richtung Norden nach Karlsfeld umsetzen, die bereits seit längerer Zeit durch die Gemeinde angestrebt wird, um die Staubildung im Zentrum zu reduzieren.

  • Ridesharing-App und Online-Informationen
    Die Nutzung von Ridesharing und Online-Informationen zu bestehenden P&M-Plätzen haben eine (wenn auch geringe) Reduktionswirkung auf die Kfz-Verkehrsmengen im Hauptstraßennetz. Von Vorteil ist eine flächenhafte Wirksamkeit in der Region ohne auf Grundstücksverfügbarkeiten und bauliche Maßnahmen angewiesen zu sein.

  • Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM)
    Die hohe Betroffenheit der Betriebe im Umfeld des Tunnels sowie in der gesamten Region München, soll durch BMM reduziert werden. Die Umsetzung von BMM kann nur durch die Unternehmen selbst erfolgen.

  • Anpassung von Arbeitszeitmodellen und Abstimmung der Schichtzeiten
    Die Anpassung von Arbeitszeitmodellen und Schichtzeiten zur zeitlichen Verlagerung von Kfz-Fahrten ist nur sehr eingeschränkt möglich. Die Nutzung diese Instruments können Unternehmen nur selbst beurteilen.

  • Temporäre Seitenstreifenfreigabe (geplant nach Tunnelsanierung)
    Im Zuge der Sanierung des Tunnels Allach plant die Autobahn GmbH die Einrichtung einer Temporären Seitenstreifenfreigabe (TSF) zwischen den Autobahndreiecken München-Allach (A 8) und München-Feldmoching (A 92). Damit können nach Abschluss der Tunnelsanierung die Seitenstreifen auf diesem rund 6,8 Kilometer langen Autobahnabschnitt in Spitzenzeiten als vierte Fahrstreifen temporär für den Verkehr freigegeben und somit zusätzliche Verkehrskapazitäten geschaffen werden.

FAQ: Was Unternehmen über die Sperrung des Tunnel Allach wissen müssen

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Joseph Seybold

Referent Mobilität, ÖPNV