IHK-Positionen zur Bundestagswahl 2017

Flüchtlinge integrieren

Flüchtlinge
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2015 kamen 890.000 Flüchtlinge nach Deutschland. Bis Ende September 2016 nahm das BAMF 658.000 Asylanträge entgegen. Die bayerische Wirtschaft ist von der starken integrativen Kraft von Ausbildung und Arbeit überzeugt.

Auf einen Blick

Ganz im Sinne des ehrbaren Kaufmanns schauen die bayerischen Unternehmen nicht weg, sondern stellen sich dieser verantwortungsvollen Herausforderung. Damit leisten sie nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge, sondern erschließen auch neue, und wertvolle Potenziale für die künftige Fachkräftesicherung.

Die Bemühungen der Bundesregierung, die Integration von Migrantinnen und Migranten gezielt zu fördern, sind der richtige Weg. Das neue Bundesintegrationsgesetz enthält unter dem Oberbegriff „Fördern und Fordern“ wichtige Neuerungen und baut alte Hürden ab. Trotzdem besteht weiterer Handlungsbedarf, um den Arbeitsmarktzugang für Menschen mit Fluchtgeschichte zu erleichtern.

Dazu zählen:

  • Effiziente Asylverfahren
  • Frühzeitige und systematische Feststellung der Qualifikationen
  • Passgenaue Integrations- und Sprachförderung
  • Planungssicherheit bei der Ausbildung
  • Unternehmen bei der Integration unterstützen.

Wir engagieren uns, weil Integration am Arbeitsplatz der beste Weg ist, Barrieren abzubauen, Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten und die Akzeptanz von Flüchtlingen in der Bevölkerung zu erleichtern.

Sonja Ziegeltrum-Teubner, Geschäftsführerin Bayerische Blumen Zentrale GmbH, Mitglied der Vollversammlung der IHK für München und Oberbayern

bildungsabschlusse
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2015 betrug die Wartezeit zwischen dem Asylantrag und der Anhörung durchschnittlich 3,9 Monate, bis zur Entscheidung vergingen weitere 4,2 Monate. Während der Verfahrensdauer besteht für die Flüchtlinge ebenso wie für die Unternehmen Unklarheit, ob eine Beschäftigungsperspektive besteht. Die fehlende Planungssicherheit für Geflüchtete und Unternehmen steht einer schnellen Arbeitsmarktintegration im Wege, denn Unternehmen werden bevorzugt Flüchtlinge einstellen, deren Bleibeperspektive sie kennen. Um die Integration in den Arbeitsmarkt zu beschleunigen, muss die Verfahrensdauer reduziert werden. Im Mittelpunkt der Integrationsleistungen müssen anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive stehen.

Forderungen

  • Asylverfahren beschleunigen
  • Integration fokussieren auf anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive