Erfolgreich Prompten: Bessere Ergebnisse und mehr Zeitersparnis
So holen Sie am meisten aus KI heraus
Mit Modellen der Generativen KI, wie bspw. Googles Gemini, Open AIs ChatGPT oder Microsofts Copilot, können Unternehmen nicht nur E-Mails oder umfassende Texte verfassen, auch sind Übersetzungen, die Generierung von Code und sogar das Erstellen von Bildern kein Problem mehr. Doch die Qualität des Ergebnisses hängt direkt mit der Qualität der eingegebenen Anforderung an die KI zusammen - dem sogenannten „Prompt“.
Was ist ein Prompt – und warum ist er entscheidend?
Ein „Prompt“ ist nichts anderes als die Eingabe, mit der ein KI-Modell wie ChatGPT gefüttert wird - quasi die Aufgabenstellung an die KI. Doch nicht jede Eingabe führt auch zu brauchbaren Ergebnissen. Je klarer, strukturierter und gezielter der Prompt gestaltet ist, desto besser fällt auch der generierte Content aus.
Der Weg zum perfekten Prompt
Nutzbringende Ergebnisse von generativen KI-Lösungen zu erhalten, hat nichts mit Glück zu tun – es geht darum, bessere Prompts zu schreiben. Ein gut strukturierter Prompt kann den Unterschied zwischen einer generischen, wenig hilfreichen Antwort und einer präzisen, relevanten Reaktion ausmachen. Der im Folgenden gelistete Ansatz kann hier als Leitlinie dienen:
- Klaren Kontext festlegen
- Konkrete Anweisungen geben
- Das gewünschte Ausgabeformat definieren
- Warnhinweise einbauen (was soll vermieden werden?)
- Bei Bedarf einen Kontext-Dump nutzen
Bitte beachten Sie, dass generative KI logisch agiert. Gut strukturierte Prompts mit logisch aufgebauten Segmenten (Kontext - Anweisungen - Ausgabeformat) geben dem KI-Model einen Fahrplan. Je weniger die KI ein erwünschtes Ergebnis erraten muss, umso relevanter, hochwertiger und genauer fallen die Ergebnisse aus.
1. Mit klarem Kontext beginnen
Stellen Sie sicher, dass die KI genau versteht, was von ihr verlangt wird. Werden Empfehlungen erbeten, sollte die eigene Situation beschrieben werden. Geht es um bspw. Marketingideen, sind Produkt und Zielgruppe anzugeben. Je spezifischer der Kontext, desto besser das Ergebnis.
Beispiel:
"Ich brauche eine ansprechende Produktbeschreibung für ein neues Trekkingrad im mittleren Preissegment. Das Fahrrad soll sowohl für längere Touren als auch für den täglichen Arbeitsweg geeignet sein. Besonderheiten sind: komfortable Sitzposition, robuste Bauweise, Gepäckträger, integriertes LED-Licht und sportliches Design."
Tipp: Gleich zu Beginn wichtige Einschränkungen nennen – etwa Wortbegrenzungen, gewünschte Formate oder Details, die ausgeschlossen werden sollen.
2. Konkrete Anweisungen geben
Die KI sollte exakt wissen, was sie tun soll. Soll eine Liste erstellt werden, eine kurze Zusammenfassung oder eine strukturierte Aufbereitung? Je direkter und klarer die Formulierung, desto besser.
Beispiel:
"Die Beschreibung soll sowohl sachlich-informativ sein als auch Begeisterung fürs Radfahren wecken. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden vom Nutzen des Fahrrads zu überzeugen und gleichzeitig alle relevanten Produktdetails zu vermitteln."
Vage Anfragen wie „Gib mir ein paar Ideen“ führen zu ungenauen und oberflächlichen Ergebnissen.
3. Das Ausgabeformat definieren
Wie eine Antwort strukturiert sein soll, sollte klar angegeben werden. Dies kann auch nachträgliche Anpassungen einsparen: in Stichpunkten, nummerierten Listen oder als Fließtext in einem bestimmten Tonfall, bspw. höflich mit direkter Anrede oder in neutraler Gestaltung ohne Personen direkt anzusprechen. Das hilft, die Antwort an die eigenen Erwartungen anzupassen.
Beispiel:
"Strukturiere den Text folgendermaßen:
Ein kurzer, aufmerksamkeitsstarker Einleitungssatz (max. 2 Sätze)
Eine übersichtliche Liste mit den wichtigsten Features (5–7 Bullet Points)
Ein abschließender Satz, der Lust afs Fahren macht und zum Kauf motiviert."
Soll ein bestimmter Stil gewählt werden (z. B. humorvoll, professionell, prägnant), muss dies erwähnt werden.
4. Warnhinweise einbauen (was vermieden werden soll)
Fehler lassen sich reduzieren, wenn klargestellt wird, was die KI nicht tun soll. Ist Genauigkeit wichtig, sollte eine Überprüfung der Details verlangt werden. Soll die Antwort faktenbasiert sein, muss Spekulation ausgeschlossen werden.
Beispiel:
„Stelle sicher, dass alle Produktmerkmale tatsächlich am Produkt existieren. Keine übertriebenen Superlative wie "das beste Fahrrad der Welt". Keine unrealistischen Versprechen. Keine zu langen, verschachtelten Sätze.“
Da KI manchmal ungenaue oder falsche Informationen liefert, verringert dieser Schritt das Risiko von Fehlinformationen und zudem lassen sich weitere unerwünschte Inhalte vermeiden.
5. Kontext-Dump nutzen (optional)
Wird der KI zusätzlicher Kontext gegeben, bspw. unter anderen Erfahrungen, Vorlieben oder spezielle Bedingungen, so können diese in einem Kontext-Dump ergänzt werden, wodurch die KI in die Lage versetzt wird noch fundiertere Vorschläge zu machen.
Beispiel:
„Zum Kontext: Das Fahrrad richtet sich an Menschen zwischen 25 und 50 Jahren, die regelmäßig Rad fahren und Wert auf Qualität und Komfort legen. Das Produkt soll sowohl online als auch im stationären Handel verkauft werden und soll ein breites Publikum ansprechen – von Pendlern bis zu Freizeitfahrern.“
Dieser Ansatz ist hilfreich, wenn Empfehlungen, strategische Ratschläge oder maßgeschneiderte Vorschläge benötigt werden.
Häufige Fehler – und wie man sie vermeidet
Datenschutz beachten: Keine personenbezogenen Daten wie Namen, Adressen oder Telefonnummern in Prompts verwenden – besonders in kostenfreien Versionen von Generativen KI-Lösungen.
Zu ungenaue Fragen: Sätze wie „Mach mal einen guten Text“ führen selten zum Ziel.
Halluzinationen: Ergebnisse der KI stets kritisch hinterfragen.
Overprompting: Zuviel auf einmal verlangt oder verwirrende Vorgaben. Ein Aufteilen in einzelne Segemente kann hilfreich sein.
Nur ein Prompt: Identische Prompts liefern meist unterschiedliche und neu generierte Ergebnisse. Nutzen Sie dies als Chance um besser geeignete Varianten zu erhalten. Auch Folge-Prompts mit optimierten Anforderungen an die KI sind absolut sinnvoll.
Ergänzung und kein Ersatz: KI ergänzt, ersetzt aber nicht menschliches Urteilsvermögen.
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