07.03.2017

Gleichstellung lässt weiter auf sich warten

Image of pretty business leader looking at camera with interacting partners at background
© shironosov

Die IHK für München und Oberbayern sieht weiterhin Handlungsbedarf bei der beruflichen Gleichstellung von Frauen.

Obermeier-Osl: „Mehr Bürokratie verbessert die Situation der Frauen nicht.“

Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Arbeitskreises „Frauen in der Wirtschaft“, hält das Entgelttransparenzgesetz der Bundesregierung jedoch nicht für die richtige Maßnahme: „Anstatt die Ursachen des unterschiedlichen Lohnniveaus zu bekämpfen, schaffen die neuen Regelungen vor allem einen Mehraufwand durch zusätzliche Dokumentationspflichten für die Unternehmen und privilegieren tarifgebundene Firmen. Auf diese Weise wird die Situation der Frauen in den mittelständischen Unternehmen mit Sicherheit nicht verbessert.“

Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis den im Januar vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzesentwurf mehrheitlich abgelehnt und spricht sich für dessen ersatzlose Streichung aus. Stattdessen bestehen die Ungleichheiten vor allem, weil Frauen öfter in Teilzeit arbeiten, häufiger familienbedingte Auszeiten nehmen und im Vergleich Berufe mit geringerer Vergütung wählen. „Hinzu kommt, dass Frauen nach wie vor seltener Führungspositionen bekleiden. Hier muss die Politik in Zukunft ansetzen und gleichzeitig für eine bedarfsgerechte und flächendeckende Kinderbetreuung sorgen", so Obermeier-Osl.