05.10.2018

Niedrige Gewerbesteuern stärken den Standort Oberbayern

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© marucs_hofmann / fotolia

Über 4,8 Milliarden Euro an Brutto-Gewerbesteuereinnahmen konnten die oberbayerischen Städte und Gemeinden 2017 verbuchen, so die Auswertung des Bayerischen Landesamts für Statistik.

Durchschnittlicher Hebesatz bei 334 Prozent / Sorgsamer Umgang dringend geboten

Die Gewerbesteuer stand damit für über 46 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen. 31 der 500 gewerbesteuerberechtigten Städte und Gemeinden hoben die zugrunde liegenden Hebesätze im vergangenen Jahr jedoch an. Senkungen gab es nur in drei Fällen. „Indem Jahr für Jahr einige Gemeinden ihre Hebesätze nach oben schrauben, steigt die steuerliche Belastung unserer Betriebe unaufhörlich weiter“, sagt Eberhard Sasse, Präsident der IHK für München und Oberbayern. Sasse warnt vor weiteren Erhöhungen: „Die Gewerbesteuer ist kein Mittel, um kommunale Haushalte zu sanieren oder Finanzlöcher zu stopfen. Jede Gemeinde steht in der Pflicht, besonders sorgfältig mit ihrer wichtigsten Einnahmequelle umzugehen.“

2017 erhöhte sich der durchschnittliche Hebesatz in Oberbayern gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 334 Prozent. Er liegt damit aktuell unter dem bayerischen (339 Prozent) als auch deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt (364 Prozent). „Ein niedriger Gewerbesteuerhebesatz ist ein klarer Standortvorteil, der nicht als Spielball kommunaler Eigeninteressen missbraucht werden darf. Ist das finanzielle Korsett für Unternehmen zu eng geschnürt, investieren die Betriebe weniger. Das wirkt sich wiederum nachteilig auf ihre Bereitschaft zu Innovationen aus, worunter letztendlich unser Standort Oberbayern insgesamt leidet“, so Sasse weiter.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz war 2017 erneut die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent. Es folgten die Gemeinde Kirchberg im Landkreis Erding mit 450 sowie die beiden kreisfreien Städte Ingolstadt und Rosenheim mit jeweils 400 Prozent. Den niedrigsten Hebesatz von 240 Prozent riefen die Gemeinden Grünwald (Landkreis München), Pöcking (Landkreis Starnberg) und Stammham (Landkreis Altötting) auf.

Die IHK-Broschüre "Gewerbesteuer in Oberbayern" mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist hierverfügbar.